Umweltzonen, die Fahrzeuge mit hohen Abgasemissionen verbieten, werden in Frankreich immer zahlreicher. Jetzt hat die französische Stadt Lyon ihre Pläne angekündigt, eine der engagiertesten Low-Emissions-Zonen (LZE) zu werden. Dies war eines der Versprechen des EELV-Bürgermeisters Grégory Doucet für die Kommunalwahlen 2020. Demnach will diese Metropolregion Diesel-Lkw bereits ab 2026 in der ganzen Stadt und Umgebung verbieten. Stattdessen sollten nur LNG- oder CNG-, Elektro- oder Wasserstoff-Antriebe zugelassen werden.

Über das angekündigte Verbot soll Ende März abgestimmt werden. Sollte es in Kraft treten, müssten lokale Transportunternehmen mit enormen Investitionen rechnen. Innerhalb von fünf Jahren müssten dann auch gesamte Kommunal-, Bau- und Vertriebsflotten durch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ersetzt werden.

Um Frachtführern zu helfen, will Lyon eine zusätzliche Förderung für die Flottenaustausch anbieten. Abgesehen von der bevorstehenden Verschärfung werden in dieser Metropolregion verschiedene Investitionen im Bereich der Mobilität und des Infrastrukturausbaus erwartet.

Diesel-Motoren muss sowieso ein Ende gesetzt werden. Nur die Frage: wann soll es letztendlich in der EU kommen?

Immer mehr EU-Staaten sprechen sich dafür aus, ein festes Datum für Verkaufsverbot von Verbrennermotoren festzulegen. Deutschlands Verkehrsminister Andreas Scheuer forderte zuletzt das Ende für Benzin- und Dieselautos, die mit fossilen Kraftstoffen angetrieben werden, bis 2035.

Eine Studie, die im Auftrag von Greenpeace durchgeführt wurde und sich mit der Zukunft der Benzin- und Dieselautos auseinandersetzt, hat ergeben, dass deren Verkauf bis spätestens 2028 gestoppt werden müsste, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen zu können.

Auch die EU-Kommission will ein mögliches Enddatum für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos bestimmten. Das geht aus einem offiziellen Schreiben der Brüsseler Behörde ans EU-Parlament, den Rat und weitere europäische Instanzen hervor:

Die Kommission wird in den kommenden Monaten überprüfen, was in dem (Verkehrs-)Sektor erforderlich ist, damit er zur Klimaneutralität bis 2050 beitragen kann, und ab welchem Zeitpunkt Autos mit Verbrennungsmotor nicht mehr auf den Markt kommen sollten, heißt es in dem Brief.

Bis die Kommission detaillierte Vorschläge nennen könnte, dürfte es aber noch mindestens ein halbes Jahr dauern.

Foto: Wikipedia

 

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