WERBUNG
Trans V2

AdobeStock/Moab Republic

Fragile Stabilität: Warum der LKW-Transportmarkt 2026 auf Kante fährt

Lesezeit 4 Min.

Die deutsche Wirtschaft wächst leicht, die Nachfrage im Transportmarkt zieht an - gleichzeitig sinken die Preiserwartungen, Personalkosten steigen weiter und Kapazitätspuffer sind weitgehend abgebaut. Der aktuelle ELVIS-Marktreport für das vierte Quartal 2025 zeigt eine Branche in einer fragilen Balance.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure (ELVIS) AG spricht in ihrem aktuellen Marktreport „LKW-Transport in Deutschland“, Ausgabe 4/2025, von einer „wirtschaftlichen Stabilisierung – allerdings auf niedrigem Niveau“.

„Im kurzfristigen Vergleich erkennen wir eine gewisse Stabilisierung. Im strukturellen Jahresvergleich zeigt sich jedoch, dass die wirtschaftliche Basis weiterhin fragil ist“, wird Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG, in der Pressemeldung zitiert.

Wirtschaft: Leichtes BIP-Plus, Industrie weiter im Rückwärtsgang

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dem gegenüber steht eine schwache Industrieproduktion: Im Dezember 2025 sank die Produktion im produzierenden Gewerbe um 6,5 Prozent zum Vormonat und lag 1,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau .

Besonders deutlich waren die Rückgänge im Maschinenbau (-6,8 Prozent zum Vormonat; -4,8 Prozent zum Vorjahr) sowie bei chemischen Erzeugnissen (-2,4 Prozent; -4,9 Prozent) . Das Baugewerbe entwickelte sich dagegen positiv mit einem Plus von 3,0 Prozent zum Vormonat und 0,4 Prozent im Jahresvergleich.

Der ifo Geschäftsklimaindex blieb im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat unverändert (0,0 Prozent), verbesserte sich jedoch im Jahresvergleich um 2,7 Prozent . Die Geschäftserwartungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent.

LKW-Transportmarkt: Nachfrage zieht an, Preise bleiben unter Druck

Im LKW-Transportmarkt sank die mautpflichtige Fahrleistung im Dezember saisonbedingt um 14,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, lag jedoch 4,4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Das Transportbarometer – das Verhältnis von Fracht zu verfügbarem Laderaum im Spotmarkt, stieg im Januar um 5,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 2,6 Prozent im Jahresvergleich.

Auch die Umsatzerwartungen im Bereich Güterbeförderung im Straßenverkehr legten zu: plus 9,4 Prozent zum Vormonat und plus 14,9 Prozent im Jahresvergleich. Gleichzeitig gingen die Preiserwartungen zurück (-1,9 Prozent zum Vormonat; -4,2 Prozent zum Vorjahresmonat) .

„Eine nachhaltige Preisdurchsetzung ist jedoch weiterhin nicht erkennbar“, so Grabowski.

Der ELVIS-Teilladungsindex lag im Januar 2,3 Prozent unter dem Vormonat und 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert .

Kostenentwicklung: Personalkosten steigen, Diesel entlastet nur begrenzt

Die Personalkosten im Wirtschaftszweig Transport und Logistik erhöhten sich im dritten Quartal 2025 um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 4,2 Prozent im Jahresvergleich.

Das durchschnittliche Bruttogehalt eines vollzeitbeschäftigten Berufskraftfahrers betrug 2025 ohne Sonderzahlungen 3.374 Euro monatlich (+3,3 Prozent), mit Sonderzahlungen 3.430 Euro (+3,9 Prozent).

Auf der Energieseite zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung: Die Dieselpreise für Großverbraucher sanken im Dezember 2025 um 5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,0 Prozent im Jahresvergleich. LNG verbilligte sich um 12,1 Prozent zum Vormonat und um 36,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr .

Gleichzeitig lag die Veränderungsrate der Verbraucherpreise im Januar 2026 bei plus 2,1 Prozent im Jahresvergleich.

ELVIS weist darauf hin, dass die Entlastung bei den Kraftstoffen die gestiegenen Personalkosten nicht kompensiere. Zudem seien die Dieselpreise zum Jahreswechsel wieder deutlich angestiegen.

Kapazitätslage: Kaum noch Puffer im System

Laut Marktreport wurden in den vergangenen Monaten infolge der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Kapazitäten angepasst, Fuhrparks reduziert und Investitionen zurückgestellt.

„Die aktuellen Kennzahlen vermitteln Stabilität – allerdings auf einem Niveau, das wenig Puffer bietet“, so Grabowski.

Ein sprunghafter Nachfrageanstieg, etwa durch steigende Industrieproduktion oder saisonale Effekte könne die bestehenden Strukturen erheblich beanspruchen. Frachtraum könne in einem solchen Szenario rasch zum Engpassfaktor werden. Der Report verweist zudem auf eine weiterhin hohe Insolvenzrate bei Fuhrbetrieben.

Tags:

Auch lesen