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Stillstand in der Straße von Hormus könnte das Wachstum des Welthandels von 4,7 % auf 1,5 % drücken, warnt die UN

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Ein Einbruch des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus um 95 % wirkt sich inzwischen auf Energiepreise, Frachtkosten und die Aussichten für den Welthandel aus. In einer am 1. April veröffentlichten Schnellbewertung warnte UN Trade and Development (UNCTAD), dass die Störung das Wachstum des Warenhandels in 2026 deutlich bremsen und zugleich den Druck auf ohnehin fragile Volkswirtschaften weiter erhöhen könnte.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Laut dem Bericht sank die durchschnittliche Zahl der täglichen Schiffspassagen durch die Meerenge von 129 zwischen dem 1. und 27. Februar auf nur 6 zwischen dem 1. und 29. März. UNCTAD beschreibt die Route nach der militärischen Eskalation Ende Februar als „praktisch geschlossen“.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schlagadern des energiebezogenen Handels weltweit, und UNCTAD zufolge trifft die Störung einen erheblichen Anteil der globalen Öl- und Gasversorgung. Der Bericht ordnet die Krise in erster Linie als Energieschock ein: Die Kraftstoffpreise steigen deutlich, und die Auswirkungen breiten sich bereits über Produktion, Transport und Konsum aus.

UNCTAD-Diagramm, das zeigt, wie die täglichen Schiffspassagen durch die Straße von Hormus von durchschnittlich 129 im Februar auf 6 im März fallen – ein Rückgang um 95 %.

Quelle: UN Trade and Development (UNCTAD), basierend auf dem Clarksons Research Shipping Intelligence Network

Wo sich der Schock ausbreitet

Das Ölpreisdiagramm der UNCTAD zeigt nach dem 28. Februar – dem Datum, das sie als Beginn der jüngsten militärischen Eskalation nennt – starke Anstiege bei wichtigen Rohöl-Referenzwerten. Gleichzeitig sind die Kosten für den Transport von Öl stark gestiegen. Das Frachtdiagramm weist den Dirty-Tanker-Index bei 215 und den Clean-Tanker-Index bei 188 aus, wobei 27. Februar 2026 = 100 als Basis dient.

Diese höheren Energie- und Schifffahrtskosten schlagen nun entlang der Lieferketten durch. UNCTAD zufolge führt das zu einem breiteren Anstieg der Produktions- und Transportkosten, verbunden mit höherem Inflationsrisiko und schwächerer Nachfrage. Der Bericht bringt die Störung außerdem mit zunehmender geopolitischer Unsicherheit in Verbindung, die Handel und Investitionen insgesamt belastet.

UNCTAD-Diagramm, das zeigt, wie das globale Wachstum des Warenhandels 2025 auf 4,7 % steigt und sich 2026 aufgrund der Störung in der Straße von Hormus auf 1,5–2,5 % verlangsamt.

Quelle: UN Trade and Development (UNCTAD)

Die Handelsprognose hat sich deutlich eingetrübt. UNCTAD erwartet nun, dass sich das globale Wachstum des Warenhandels von 4,7 % in 2025 auf zwischen 1,5 % und 2,5 % in 2026 verlangsamt. Die Prognose für das Wachstum des weltweiten BIP in 2026 liegt bei 2,6 %, wobei entwickelte Volkswirtschaften bei 1,5 % und Entwicklungsländer bei 4,1 % liegen.

Der Druckpunkt ist die Verschuldung

Die finanziellen Belastungen sind in Entwicklungsländern bereits deutlich sichtbar. Seit der Eskalation haben sich die Währungen laut den regionalen UNCTAD-Daten um 2,9 % in Afrika, 2,3 % in Lateinamerika und der Karibik sowie um 1,0 % in den Entwicklungsregionen Asiens und Ozeaniens abgeschwächt. Auch die Renditen externer Staatsanleihen sind seit dem 27. Februar gestiegen: um 0,64 Prozentpunkte in Afrika, 0,36 Punkte in Lateinamerika und der Karibik und um 0,70 Punkte in den Entwicklungsregionen Asiens und Ozeaniens.

Eine der eindrücklichsten Zahlen in der Bewertung ist, dass 3,4 Milliarden Menschen in 46 Entwicklungsländern leben, die bereits mehr für den Schuldendienst ausgeben als für Gesundheit oder Bildung. UNCTAD zufolge trifft die Störung in Hormus Volkswirtschaften, die schon vor der jüngsten Eskalation kaum Spielraum hatten, einen weiteren Schock abzufedern.

Der Bericht fordert Maßnahmen zur Stabilisierung der Preise, zur Eindämmung von Übertragungseffekten in den Bereichen Energie, Handel und Finanzen sowie zur Verbesserung des Zugangs zu Notfallfinanzierungen für gefährdete Länder. Zu den genannten Schritten zählen externe Notfallfinanzierungen für essenzielle Importe und den Schuldendienst, Kredite von Entwicklungsbanken, Schuldenerleichterungen, Währungsswaps zwischen Zentralbanken und regionale Finanzhilfe.

UNCTAD warnt, dass bei anhaltender Störung als Ergebnis eine breider angelegte Kaskadenkrise in den Bereichen Energie, Handel und Finanzen drohen könnte.

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