Laut dem Forschungsunternehmen Altares Dun & Bradstreet haben die staatlichen Corona-Hilfspakete die Insolvenzwelle lediglich zeitlich nach hinten verschoben.

Die Experten von Altares Dun & Bradstreet gehen in ihrem Bericht davon aus, dass Firmen, die dank den staatlichen Corona-Hilfspaketen weiter existieren, früher oder später Insolvenz anmelden werden, berichtet das niederländische Portal transport-online.nl.

Momentan herrscht laut den Experten in den Niederlanden noch die Ruhe vor dem Sturm, doch bald könnte uns ein Pleite-Tsunami überrollen. Allein in den Niederlanden könnten rund 4 Tausend Unternehmen betroffen sein.

Darüber hinaus warnen die Forscher auch von einem Double Dip, sollte es zu einem zweiten Lockdown kommen. Besonders hart würde es dieses Mal den Transport, Industrie, Bau und Großhandel treffen – etwa 3300 Firmen könnten bankrott gehen.

Tickende Zeitbombe

Auch die Experten vom Kreditversicherer Euler Hermes prognostizieren eine Insolvenzwelle im Herbst, die sich dann über das gesamte erste Halbjahr 2021 fortsetzen könnte. Für die beiden Jahre 2020 und 2021 erwarten einen kumulierten Anstieg der weltweiten Insolvenzen um insgesamt 35 Prozent auf einen neuen Negativrekord – 17 Prozent  im Jahr 2020 und 16 Prozent  im Jahr 2021.

Das ist aber längst keine Entwarnung, sondern vielmehr eine tickende Zeitbombe. Spätestens im dritten Quartal des Jahres wird diese Zeitbombe hochgehen und die Schockwellen dürften sich ins gesamte erste Halbjahr 2021 ausbreiten,  sagt Stefan Ruf, CEO von Euler Hermes Schweiz.

Erholung wie ein Drahtseilakt

Noch im Juni hat die OECD gewarnt, dass die Erholung nach dem Lockdown wie ein Drahtseilakt sein wird. Sollte es zu einer erneuten Infektionswelle und infolgedessen einem erneuten Lockdown kommen, wird die globale Wirtschaftsleistung 2020 um 7,6 Prozent einbrechen. Die Arbeitslosigkeit wäre in den OECD-Ländern auf ihrem Höhepunkt doppelt so hoch wie vor der Krise. Das BIP im Euroraum würde in diesem Jahr voraussichtlich um mehr als 11,5 Prozent schrumpfen. Die Wirtschaftsleistung der USA würde um 8,5 bzw. 7,3 Prozent zurückgehen, die Japans um 7,3 bzw. sechs Prozent.

Foto: Pixabay

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