Das Wichtigste im Überblick
- Der R-PASS im Elsass soll am 1. Januar 2027 starten.
- Auch die Region Grand Est plant eine eigene Lkw-Abgabe im Laufe des Jahres 2027.
- Betroffen sind Fahrzeuge über 3,5 Tonnen – unabhängig vom Zulassungsland.
- Im Fokus stehen wichtige Verkehrsachsen wie die A31 zwischen Luxemburg und dem Rhônetal.
- Für internationale Speditionen steigen damit die Transportkosten auf weiteren Frankreich-Verkehren.
Nach dem Elsass folgt nun Grand Est
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Collectivité européenne d’Alsace (CeA) die Einführung des R-PASS beschlossen. Die kilometerabhängige Abgabe soll ab dem 1. Januar 2027 auf ausgewählten, nicht konzessionierten Straßen im Elsass erhoben werden. Nun zeichnet sich die nächste Ausweitung regionaler Lkw-Abgaben in Frankreich ab. Auch die Region Grand Est arbeitet an einer eigenen Mautlösung für schwere Nutzfahrzeuge. Nach Angaben der Regionalverwaltung soll sie ebenfalls 2027 eingeführt werden und unter anderem auf der A31 gelten. Ein konkreter Starttermin wurde bislang noch nicht offiziell bestätigt. Während einzelne Medien bereits von einer Einführung im Frühjahr 2027 berichten, sprechen die offiziellen Unterlagen der Region bislang allgemein von einer Umsetzung im Laufe des Jahres.
A31 zählt zu den wichtigsten europäischen Güterverkehrskorridoren
Für den internationalen Straßengüterverkehr ist vor allem die geplante Einbeziehung der A31 von Bedeutung. Die Autobahn verbindet Luxemburg mit Lothringen und dem Rhônetal und ist Teil einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas. Täglich nutzen zahlreiche Speditionen aus Deutschland, Polen, Rumänien, den Benelux-Staaten sowie weiteren EU-Ländern diese Verbindung auf dem Weg nach Frankreich, Spanien oder Italien. Mit der geplanten Abgabe entstehen auf dieser Route künftig zusätzliche Mautkosten – unabhängig davon, ob es sich um Transitverkehre oder Lieferungen innerhalb Frankreichs handelt.
Warum Frankreich regionale Lkw-Abgaben einführt
Sowohl die CeA als auch die Region Grand Est begründen ihre Pläne mit der hohen Belastung ihrer Straßen durch den internationalen Schwerverkehr. Nach Angaben der CeA hat sich der Transitverkehr auf den elsässischen Hauptverkehrsachsen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Insbesondere seit der Ausweitung der deutschen Lkw-Maut werde die mautfreie A35 verstärkt als Ausweichroute genutzt. Nach Angaben der Gebietskörperschaft verkehren dort inzwischen rund 1.470 zusätzliche Transit-Lkw pro Tag. Insgesamt entfielen inzwischen 51 Prozent des Schwerverkehrs auf den Achsen A35 und A36 auf Transitfahrten. Auch Grand Est verweist auf den hohen Anteil internationaler Transporte auf den von der Region verwalteten Straßen. Ziel sei es, den Schwerverkehr stärker an den Infrastrukturkosten zu beteiligen und Mittel für den Erhalt und die Modernisierung des Straßennetzes bereitzustellen.
Neue Kosten auch für ausländische Speditionen
Die neuen Systeme gelten nicht nur für französische Unternehmen. Wie bereits beim R-PASS vorgesehen, sollen sämtliche Güterfahrzeuge über 3,5 Tonnen unabhängig vom Zulassungsland mautpflichtig sein. Damit werden auch Speditionen aus Deutschland, Polen, Rumänien oder anderen EU-Mitgliedstaaten in die neuen Regelungen einbezogen. Die Erfassung soll – wie im Elsass – elektronisch erfolgen. Für den R-PASS setzt die CeA auf satellitengestützte Mauttechnik, die in bestehende europäische EETS-Systeme integriert werden soll. Ob Grand Est dasselbe technische Modell übernimmt, ist bislang noch nicht abschließend festgelegt.
Frankreich setzt auf regionale Mautmodelle
Die Entwicklungen im Elsass und in Grand Est zeigen, dass Frankreich künftig stärker auf regionale Finanzierungsmodelle für stark belastete Verkehrsachsen setzt. Für international tätige Speditionen dürfte es deshalb zunehmend wichtiger werden, neben den klassischen Autobahngebühren auch regionale Mautregelungen in ihre Touren- und Kostenplanung einzubeziehen.









