Foto: AI generated

Waldbrände in Frankreich und Spanien: A63 teilweise gesperrt, neue Hitze verschärft die Gefahr

Lesezeit 6 Min.

Im Südwesten Frankreichs hat sich die Lage nach mehreren Tagen schwerer Waldbrände etwas stabilisiert. Unter Kontrolle sind die Feuer jedoch nicht. Auch in Spanien kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen große Brände. Eine neue Hitzewelle könnte die Situation in beiden Ländern erneut verschärfen. Im französisch-spanischen Grenzverkehr bleiben wichtige Straßenverbindungen eingeschränkt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste im Überblick

  • In der Gironde wurden seit Ausbruch der Brände rund 42.000 Hektar zerstört.
  • Etwa 15.000 Menschen konnten im Raum Biscarrosse in ihre Häuser zurückkehren.
  • Die französische A63 bleibt südlich von Bordeaux teilweise gesperrt.
  • Der Fernverkehr wird über A62, A65 und A64 via Langon und Pau umgeleitet.
  • In Spanien warnt der Wetterdienst Aemet erneut vor sehr hoher bis extremer Waldbrandgefahr.

Nach fast einer Woche schwerer Waldbrände zeichnet sich im Südwesten Frankreichs eine leichte Entspannung ab. Nach Angaben der Behörden hat sich das Feuer bei Saumos westlich von Bordeaux zuletzt nicht weiter ausgedehnt. Gelöscht ist der Brand jedoch nicht. Die Präfektur Gironde sprach am Montag von einer stabilisierten, aber weiterhin schwierigen Lage.

Seit Beginn der Brände wurden den Behörden zufolge rund 42.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört. Mehr als 220.000 Bewohner und Urlauber mussten zeitweise ihre Unterkünfte verlassen. Im Département Landes konnten inzwischen etwa 15.000 Menschen in zuvor geräumte Gebiete bei Biscarrosse zurückkehren.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Feuer bei einem Besuch in Bordeaux als die „heftigsten Waldbrände seit Ende des Zweiten Weltkriegs“. Rund 2.500 Feuerwehrleute, Soldaten und Löschflugzeuge sind nach Behördenangaben im Einsatz. Unterstützung erhalten die französischen Einsatzkräfte inzwischen auch aus dem Ausland: Rumänien hat zusätzliche Feuerwehrkräfte in das Département Var entsandt, um die Bekämpfung der dortigen großflächigen Waldbrände zu unterstützen.

A63 Richtung Bordeaux gesperrt – Verkehr staut sich

Die Auswirkungen der Brände sind weiterhin auf dem Straßennetz zu spüren. Nach Angaben der Präfektur Pyrénées-Atlantiques und der Behörden bleibt die A63 in Fahrtrichtung Bordeaux gesperrt. Ebenfalls geschlossen ist die Anschlussstelle Saint-Pierre-d’Irube (Nr. 1) an der A64 für den Verkehr aus Richtung Toulouse.

Die Sperrungen führen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und langen Staus im Raum Bayonne. Die Behörden empfehlen, Fahrten nach Möglichkeit zu verschieben und deutlich längere Fahrzeiten einzuplanen.

Für Fahrzeuge mit Ziel Spanien wurde eine örtliche Umleitung eingerichtet. Sie verläuft über die RD6635 (Viadukt Ametzondo) zur A64 in Richtung Toulouse, weiter bis zur Ausfahrt Mouguerre (Nr. 1.1) und von dort zurück auf die A64 in Richtung Bayonne.

Weiter nördlich bleibt zudem die A63 südlich von Bordeaux wegen der Waldbrände abschnittsweise gesperrt. Der überregionale Verkehr wird dort weiterhin über die A62, A65 und A64 umgeleitet.

Spanien: Neue Hitzewelle erhöht die Waldbrandgefahr

Auch in Spanien bleibt die Lage angespannt. Besonders betroffen sind weiterhin die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie angrenzende Gebiete in den Regionen Madrid und Kastilien-La Mancha. Dort wurden nach Behördenangaben bereits mehr als 80.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört. Rund 90.000 Menschen mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen. Auch in der Provinz Castellón kämpfen die Einsatzkräfte gegen einen Großbrand, wegen dem etwa 16.000 Menschen evakuiert wurden.

Mit der angekündigten neuen Hitzewelle dürfte sich die Situation erneut verschärfen. Das spanische Innenministerium warnte am Dienstag in 13 Autonomen Gemeinschaften vor hohen Temperaturen. Die orange Warnstufe gilt für Andalusien, Aragón, Kastilien-La Mancha, Extremadura, Galicien und das Baskenland, die gelbe Warnstufe für Asturien, Kantabrien, Kastilien und León, Katalonien, Madrid, Navarra und La Rioja. Auch der Wetterdienst Aemet rechnet in Teilen des Landes mit Höchstwerten von bis zu 40 Grad Celsius.

Nach Angaben des europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS ist in Spanien bereits jetzt mehr als doppelt so viel Fläche abgebrannt wie durchschnittlich in einem gesamten Jahr.

Verkehr: Dutzende Straßen gesperrt

Die Waldbrände beeinträchtigen auch den Straßenverkehr. Nach Angaben der spanischen Verkehrsbehörde DGT waren zuletzt 52 Straßenabschnitte wegen der Feuer gesperrt. Betroffen sind vor allem regionale und überregionale Verbindungen in den Provinzen Ávila, Madrid, Toledo und Castellón, darunter die N-403 sowie die Straßen M-539 und M-540. Großräumige Sperrungen der wichtigsten internationalen Transitachsen gibt es derzeit jedoch nicht. Die Behörden leiten den Verkehr lokal um und weisen darauf hin, dass sich Sperrungen und Freigaben je nach Brandentwicklung kurzfristig ändern können.

Keine Entwarnung für Südwesteuropa

Trotz erster Fortschritte bei den Löscharbeiten geben die Behörden weder in Frankreich noch in Spanien Entwarnung. Zwar konnten in einigen Gebieten Evakuierungen aufgehoben und die Ausbreitung der Brände vorerst eingedämmt werden. Mit der angekündigten neuen Hitzewelle, Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius und anhaltender Trockenheit steigt jedoch die Gefahr, dass bestehende Brandherde wieder aufflammen oder neue Feuer entstehen.

Für den Straßenverkehr bleibt insbesondere die A63 zwischen Bordeaux und der spanischen Grenze betroffen. Je nach Brandentwicklung können Sperrungen und Umleitungen kurzfristig angepasst werden. Vor Fahrten durch Südwestfrankreich und Nordspanien empfehlen die Behörden, die aktuellen Verkehrsinformationen von Bison Futé, den Präfekturen sowie der spanischen DGT zu prüfen.

Tags:

Auch lesen