Foto: AdobeStock - HHLA Container Terminal Tollerort (CTT)

Erneuter Warnstreik in deutschen Seehäfen dauert an, diesmal 48 Stunden. Erste Zugausfälle angekündigt

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Der zweite Warnstreik in den deutschen Seehäfen läuft am heutigen Donnerstag weiter. In Hamburg sind mehr als ein Dutzend Betriebe betroffen, darunter die großen Containerterminals. Auch in Bremerhaven, Wilhelmshaven, Bremen, Brake und Emden wird gestreikt. Beim Eurogate-Terminal in Hamburg sind für Freitag bereits zahlreiche Bahnslots gesperrt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Der Arbeitskampf in den deutschen Seehäfen geht am Donnerstag, 3. September, weiter. Beschäftigte in Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Bremen, Brake und Emden sind erneut zum Warnstreik aufgerufen.

In Hamburg begann der Ausstand am Mittwoch mit der Spätschicht und ist auf 48 Stunden angesetzt. Nach Angaben von Verdi sind Beschäftigte von mehr als einem Dutzend Hafenbetrieben beteiligt. Dazu gehören die HHLA-Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort, das Eurogate Container Terminal sowie die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft.

Auch in Bremen und Niedersachsen dauern die Arbeitsniederlegungen bis Freitagabend. Bei BLG Cargo Bremen und EVAG Emden begann der Warnstreik am Donnerstagmorgen.

Es ist bereits der zweite Ausstand innerhalb von gut zwei Wochen. Am 18. August hatten Beschäftigte in denselben sechs Hafenstandorten für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Über die damaligen Störungen bei Abfertigungen und mögliche Rückstände in den Hinterlandverkehren hatte Trans.info bereits berichtet.

Eurogate: Am Freitag zahlreiche Bahnslots gesperrt

Am Eurogate Container Terminal Hamburg sind inzwischen konkrete Auswirkungen auf den Schienenverkehr erkennbar.

Der Terminalbetreiber weist in seinem Bahnfahrplan auf den 48-stündigen Verdi-Warnstreik vom 2. September, 23 Uhr, bis zum 4. September, 23 Uhr hin. Für den heutigen Donnerstag werden keine Mehrmengen angenommen. Mehrere für den 3. September vorgesehene Züge sind im Fahrplan weiterhin als „avisiert“ vermerkt.

Deutlicher sind die Einschränkungen für Freitag: Zahlreiche Bahnslots sind bereits als „Gesperrt“ gekennzeichnet. Als Hinweis nennt Eurogate „Ausfall/Hafenruhe“. Gleichzeitig wird die Auslastung für den 4. September als „sehr hoch“ angegeben.

Damit trifft der Warnstreik nicht nur den wasserseitigen Umschlag. Einschränkungen an den Terminals greifen unmittelbar in die Hinterlandketten ein, wenn Container nicht wie geplant auf Züge übergeben oder von diesen übernommen werden können. Wie groß die Rückstände nach Ende des Streiks tatsächlich ausfallen, ist am Donnerstagvormittag noch nicht bezifferbar.

Zweiter Warnstreik fällt länger aus

Beim ersten Warnstreik am 18. August waren die Beschäftigten für 24 Stunden zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Der aktuelle Ausstand in Hamburg ist mit 48 Stunden doppelt so lang.

Dem erneuten Arbeitskampf ging eine Befragung zum inzwischen verbesserten Angebot des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) voraus. Nach Angaben von Verdi beteiligten sich mehr als 6.000 Beschäftigte; eine breite Mehrheit lehnte das Angebot ab.

Der Tarifvertrag betrifft rund 11.000 Beschäftigte in den tarifgebundenen Hafenbetrieben in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven.

Arbeitgeber haben Angebot seit August nachgebessert

Die grundsätzlichen Positionen im Tarifkonflikt sind unverändert: Verdi verlangt 8,2 Prozent mehr Stundenlohn, mindestens jedoch 2,50 Euro zusätzlich pro Stunde, bei zwölf Monaten Laufzeit.

Seit dem ersten Warnstreik hat der ZDS sein Angebot jedoch verändert. In der dritten Verhandlungsrunde boten die Arbeitgeber 5,1 Prozent mehr Lohn bei 18 Monaten Laufzeit und eine garantierte Erhöhung von mindestens 1,20 Euro pro Stunde an. Zusätzlich sollen das Urlaubsgeld um 150 Euro und die Zulage für Beschäftigte im Containerbereich um 616 Euro steigen.

Verdi-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch erklärte nach der Beschäftigtenbefragung:

Die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen sind eindeutig: Das Angebot reicht nicht aus.“

Die Arbeitgeber sehen dagegen kaum weiteren Spielraum. Nach Angaben des ZDS seien sie in den bisherigen Verhandlungsrunden bis an die Grenze ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten gegangen. Ein höherer Abschluss würde nach Auffassung des Verbands die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Hafenbetriebe gefährden.

Vierte Verhandlungsrunde noch nicht terminiert

Ein Termin für eine vierte Verhandlungsrunde steht bislang nicht fest. Verdi fordert den ZDS auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Am Freitag soll der Arbeitskampf auch auf der Straße sichtbar werden. In Hamburg ist nach Gewerkschaftsangaben ab 9 Uhr eine Demonstration vom Parkplatz des Containerterminals Burchardkai durch den Hafen geplant. In Bremerhaven ist ebenfalls eine Demonstration angekündigt.

Der Warnstreik läuft zu diesem Zeitpunkt weiter. Für die Hafen- und Hinterlandlogistik wird sich das Ausmaß der Folgen vor allem daran zeigen, wie viele Terminal- und Bahnabfertigungen bis Freitag ausfallen und welche Mengen anschließend nachgearbeitet werden müssen.

Am Freitag streiken auch Hafenarbeiter in den Niederlanden

Der Arbeitskampf beschränkt sich in dieser Woche nicht auf die deutschen Seehäfen. Am Freitag, 4. September, sind auch Beschäftigte in Rotterdam, Amsterdam und Zeeland zum Streik aufgerufen. Damit drohen zeitgleich Störungen an mehreren wichtigen Hafenstandorten in Deutschland und den Niederlanden.

Nach Angaben der Gewerkschaften FNV und CNV soll die Arbeitsniederlegung in den Niederlanden von 11:15 bis 19 Uhr dauern. Beteiligte Beschäftigte sollen in diesem Zeitraum keine Schiffe abfertigen. Betroffen sind laut den Gewerkschaften unter anderem das Be- und Entladen von Ladung, die Ladungssicherung, Schleppdienste und Kontrollen von Fracht. CNV rechnet damit, dass die Arbeiten bei beteiligten Hafenunternehmen während des Streiks weitgehend zum Erliegen kommen.

Hintergrund ist dort allerdings kein Tarifkonflikt der Hafenwirtschaft wie in Deutschland. FNV und CNV protestieren gegen geplante Änderungen der niederländischen Arbeitslosen- und Erwerbsunfähigkeitsleistungen. Trotz zuletzt bekannt gewordener möglicher Änderungen an den Regierungsplänen halten die Gewerkschaften an dem Streik fest.

Damit überschneiden sich die Arbeitskämpfe am Freitag: Während in deutschen Seehäfen der aktuelle Warnstreik noch läuft und in Hamburg sowie Bremerhaven Demonstrationen geplant sind, sollen ab 11:15 Uhr auch Hafenbeschäftigte in Rotterdam, Amsterdam und Zeeland ihre Arbeit niederlegen. Der niederländische Streik soll um 19 Uhr enden.

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