Agnieszka Kulikowska-Wielgus, trans.iNFO

Tirol plant 11 Tage Lkw-Blockabfertigung im ersten Quartal 2027

Lesezeit 4 Min.

Transportunternehmen auf dem Weg durch den Alpenkorridor müssen Anfang 2027 mit einer Lkw-Dosierung an der deutsch-österreichischen Grenze rechnen. Tirol hat für das erste Quartal an elf Tagen eine Lkw-Blockabfertigung angekündigt. Betroffen ist jeweils die Route über Kufstein–Kiefersfelden. Der erste Termin ist für den 7. Januar vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind möglich, falls sich die Verkehrslage weiter zuspitzt.

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Die wichtigsten Punkte:

  • Tirol plant im ersten Quartal 2027 an elf Tagen eine Lkw-Blockabfertigung.
  • Die erste Maßnahme beginnt am 7. Januar auf der A12. Danach sind bis Mitte März fast jeden Montag weitere Dosierungstage vorgesehen.
  • Noch vor dem Jahreswechsel stehen für 2026 elf geplante Dosierungstage an. Zusätzlich können kurzfristige Notmaßnahmen hinzukommen.

Die Tiroler Behörden haben den offiziellen Kalender für die Lkw-Blockabfertigung im ersten Quartal 2027 veröffentlicht.

Die Regelung wird erneut auf der A12 bei Kufstein Nord angewandt, nur wenige Kilometer hinter der deutschen Grenze. Lkw, die über die deutsche A93 und den Grenzübergang Kufstein–Kiefersfelden in Richtung Innsbruck und Brenner unterwegs sind, dürfen ab 5 Uhr nur dosiert weiterfahren.

Nach Einschätzung der Tiroler Behörden besteht an den festgelegten Tagen ein erhebliches Staurisiko im Inntal. Grundlage dafür sind Verkehrsanalyse und Prognosen zur erwarteten Auslastung der Strecke.

Termine der Lkw-Blockabfertigung im ersten Quartal 2027

Für das erste Quartal sind insgesamt elf Dosierungstage vorgesehen. Der Auftakt folgt unmittelbar nach dem Dreikönigstag. Anschließend konzentrieren sich die Termine auf eine regelmäßige Montagsfolge.

Januar

  • 7. Januar (Donnerstag)
  • 11. Januar (Montag)
  • 18. Januar (Montag)
  • 25. Januar (Montag)

Februar

  • 1. Februar (Montag)
  • 8. Februar (Montag)
  • 15. Februar (Montag)
  • 22. Februar (Montag)

März

  • 1. März (Montag)
  • 8. März (Montag)
  • 15. März (Montag)

Die Termine für das zweite Quartal 2027 sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

So funktioniert die Lkw-Dosierung bei Kufstein

Das Verfahren an der deutsch-österreichischen Grenze folgt seit Jahren demselben Grundprinzip.

An den Dosierungstagen wird der Verkehr in Richtung Süden fahrender Lkw am Kontrollpunkt auf der A12 bei Kufstein Nord reguliert. Betroffen sind Fahrzeuge, die aus Deutschland kommend über Kufstein–Kiefersfelden nach Innsbruck und weiter zum Brenner fahren.

Die deutsche A93 reicht bis zur Grenze und geht dort in die österreichische A12 über. Der Kontrollpunkt liegt deshalb auf österreichischem Staatsgebiet, befindet sich jedoch nur wenige Kilometer hinter dem Grenzübergang.

Bei besonders hohem Verkehrsaufkommen werden etwa 250 bis 300 Lkw pro Stunde weitergeleitet. Damit soll verhindert werden, dass zu viele Fahrzeuge gleichzeitig in den Inntaler Korridor gelangen und sich die Rückstaus entlang der A12 und A13 weiter aufbauen.

Nach Angaben der Tiroler Behörden dauerte die Blockabfertigung im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 4,4 Stunden pro Tag.

Was Transportunternehmen Ende 2026 erwartet

Der neue Kalender gilt erst nach dem Jahreswechsel. Bis dahin stehen für Fahrer und Unternehmen noch mehrere geplante Dosierungstage an. Der genehmigte Jahresplan sieht für 2026 insgesamt 30 Dosierungstage vor.

Elf geplante Termine stehen noch aus:

  • September: 7., 14., 21. und 28. September
  • Oktober: 5. und 27. Oktober
  • November: 4., 11., 18. und 25. November
  • Dezember: 9. Dezember

Der veröffentlichte Kalender dient allerdings nur als Grundlage. Die Verkehrssituation kann sich kurzfristig ändern. Bis August 2026 hatten die Tiroler Behörden bereits an 15 weiteren, ursprünglich nicht geplanten Tagen eine Lkw-Dosierung eingeführt.

Zum Vergleich: 2024 wurden zehn von insgesamt 50 Dosierungstagen als Notmaßnahmen angeordnet. 2025 waren es 21 von 57 Tagen.

EuGH-Generalanwalt sieht Lkw-Dosierung nicht als EU-Rechtsverstoß

Die Veröffentlichung des neuen Kalenders fällt in eine laufende rechtliche Auseinandersetzung über die Tiroler Verkehrsbeschränkungen vor dem Gerichtshof der Europäischen Union. Italien hat in seinem Verfahren gegen Österreich vier Maßnahmen angefochten: das Nachtfahrverbot, das sektorale Fahrverbot, das winterliche Samstagsfahrverbot und die Lkw-Blockabfertigung.

In seinem Schlussantrag erklärte EuGH-Generalanwalt Manuel Campos Sánchez-Bordona, dass die Nachtfahrverbote, die sektoralen Fahrverbote und die winterlichen Samstagsfahrverbote wegen widersprüchlicher Regelungen, veralteter Analysen oder diskriminierender Elemente gegen EU-Recht verstoßen könnten. Für das Dosierungssystem selbst sah er jedoch keine Anzeichen für einen Verstoß gegen EU-Recht. Italien habe nicht nachgewiesen, dass die Maßnahme eine verbotene mengenmäßige Einfuhrbeschränkung oder eine Maßnahme gleicher Wirkung darstellt.

Der Generalanwalt betonte zugleich, dass die Regelung gerechtfertigt sein könne, wenn sie nur im erforderlichen Umfang, zeitlich begrenzt und auf Grundlage belastbarer Stauprognosen eingesetzt wird. Sein Schlussantrag ist noch kein Urteil und bindet die Richter des EuGH nicht. Bis zur endgültigen Entscheidung bleiben die derzeit in Tirol geltenden Vorschriften und Abläufe in Kraft.

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