Symbolfoto: verdi

Warnstreiks an sechs Seehäfen: Abfertigungen gestört, Rückstände drohen

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Der Tarifkonflikt in den deutschen Seehäfen verschärft sich. Seit Montagabend legen Beschäftigte in Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake für 24 Stunden die Arbeit nieder. Betroffen sind zentrale Container- und Umschlagbetriebe. Für Speditionen, Verlader und Reedereien können sich dadurch Terminalabfertigungen, Lkw-Slots und Hinterlandverkehre verschieben.

Seit Beginn der Nachtschicht am Montagabend laufen Warnstreiks in sechs deutschen Seehäfen. Verdi hat Beschäftigte zahlreicher tarifgebundener Hafenbetriebe für 24 Stunden zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Betroffen sind Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake. Der Tarifvertrag gilt nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) für rund 11.000 Beschäftigte in den tarifgebundenen Hafenbetrieben.

Woran die Verhandlungen hängen

Verdi fordert 8,2 Prozent mehr Stundenlohn, mindestens jedoch 2,50 Euro zusätzlich pro Stunde, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Der ZDS bietet 5,1 Prozent mehr Grundstundenlohn bei 19 Monaten Laufzeit. Hinzu kommen nach Angaben des Arbeitgeberverbands im Jahr 2027 300 Euro mehr Urlaubsgeld sowie eine um 460 Euro erhöhte jährliche Zulage für Beschäftigte in Containerbetrieben.

Die Mehrheit der Verdi-Mitglieder hat das Angebot abgelehnt. Die Gewerkschaft kritisiert vor allem die längere Laufzeit und die aus ihrer Sicht zu geringe Verbesserung für untere Lohngruppen. Der ZDS hält die Ablehnung dagegen für nicht nachvollziehbar und verweist darauf, dass sein Angebot im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich sei.

Verdi fordert nun einen weiteren Verhandlungstermin.

Hamburg und Bremerhaven besonders betroffen

In Hamburg sind nach Angaben von Verdi die vier großen Containerterminals vom Warnstreik erfasst.

Auch in Bremerhaven trifft der Ausstand mehrere zentrale Umschlagbetriebe. Dazu zählen unter anderem das BLG Auto Terminal Bremerhaven, das Eurogate Container Terminal Bremerhaven, das North Sea Terminal Bremerhaven sowie RRS RoRo Stevedores Germany.

Damit betrifft der Arbeitskampf sowohl Container- als auch Fahrzeugverkehre und damit zwei besonders relevante Segmente des deutschen Seehafenumschlags.

Folgen reichen über den Streiktag hinaus

Für Speditionen und Verlader ist weniger die reine Dauer des Warnstreiks entscheidend als die Frage, wie schnell die Rückstände anschließend abgearbeitet werden können.

Fallen Schichten an den Terminals aus, können sich Containerfreistellungen, Schiffsabfertigungen, Bahnabfahrten und Lkw-Zeitfenster verschieben. Besonders empfindlich sind eng getaktete Transportketten, bei denen Hafenabfertigung, Hinterlandzug und Vor- beziehungsweise Nachlauf aufeinander abgestimmt sind.

Von einem vollständigen Stillstand aller sechs Häfen kann allerdings nicht gesprochen werden. Wie stark einzelne Transporte betroffen sind, hängt vom jeweiligen Betrieb, Terminal und Verkehrssegment ab.

Weitere Arbeitskämpfe nicht ausgeschlossen

Ob es nach dem 24-stündigen Warnstreik zu weiteren Maßnahmen kommt, ist derzeit offen. Entscheidend wird sein, ob Verdi und ZDS einen neuen Verhandlungstermin vereinbaren und sich bei Lohnhöhe und Laufzeit annähern.

Für die Transportbranche bleibt der Konflikt deshalb auch nach Ende des aktuellen Warnstreiks relevant. Je länger die Tarifauseinandersetzung anhält, desto größer wird das Risiko wiederholter Störungen an zentralen Knotenpunkten der deutschen Import- und Exportlogistik.

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