Nur wenige Stunden nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und Iran flog Israel seine schwersten Angriffe auf den Libanon seit Wochen und traf Ziele in Beirut, der Bekaa-Ebene und im Süden des Landes. US-Präsident Donald Trump hatte die Waffenruhe als Teil einer Vereinbarung dargestellt, in deren Rahmen Iran die Straße von Hormus wieder öffnen würde. Laut AP reagierte Teheran jedoch auf die Angriffe im Libanon, indem es zunächst Tankerbewegungen stoppte und die Wasserstraße anschließend aus Protest schloss.
Schon vor den Angriffen im Libanon stellten Akteure der Containerschifffahrt infrage, ob die Meerenge tatsächlich offen ist.
„Trotz gegenteiliger Schlagzeilen und Trumps Beharren darauf in den sozialen Medien ist die Straße von Hormus de facto nicht offen“, schrieb der Schifffahrtsanalyst Lars Jensen in einem LinkedIn-Post zur aktuellen Lage in Hormus.
Jensen argumentiert, dass die Meerenge nicht als wirklich offen gelten könne, solange die Durchfahrt politisch kontrolliert bleibt, die Bedingungen unklar sind und große Reedereien die Route weiterhin als zu riskant einstufen. Die jüngste Berichterstattung von Reuters stützt diese Einschätzung weitgehend.
Als Reaktion auf die Eskalation im Libanon zogen die Ölpreise nach dem durch die Waffenruhe ausgelösten ersten Rückgang erneut an. Reuters berichtete, dass Brent auf 98.44 US-Dollar je Barrel und WTI auf 97.88 US-Dollar stieg, da Händler das Risiko neu bewerteten, dass Störungen der Ströme aus dem Golf sich doch nicht so schnell entspannen würden.









