Tom Fisk

Mehr Schiffe passieren Hormuz, doch Trumps Frist könnte die Erholung kippen

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Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz hat laut einer Bloomberg-Analyse von Schiffs-Tracking-Daten den höchsten Stand seit Wochen erreicht. Doch die Erholung erfolgt unter extremer Unsicherheit - der Dienstag, 7. April, zeichnet sich als kritischer Stichtag ab.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Bloombergs Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Straße von Hormuz nicht mehr auf dem nahezu stillstehenden Niveau läuft, das nach der Eskalation des Konflikts zu beobachten war. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine normale Schifffahrtsroute wiederhergestellt ist. Reuters berichtete am 3. April, dass mehrere omanische, französische und japanische Schiffe die Passage geschafft hatten, nachdem Iran begonnen hatte, Schiffen die Durchfahrt zu erlauben, die es als freundlich einstufte oder zumindest nicht mit den USA oder Israel in Verbindung brachte. Das spricht für eine teilweise und selektive Wiederöffnung – aber keinesfalls für eine Rückkehr zur freien Schifffahrt.

Der jüngste Anstieg des Verkehrs muss vor dem Hintergrund des Ausmaßes des vorherigen Einbruchs gelesen werden. Bloomberg zufolge sind die Bewegungen auf den höchsten Stand seit der frühen Phase des Krieges gestiegen, doch Reuters’ jüngste Berichterstattung beschreibt weiterhin eine Meerenge, in der der Zugang stark von Nationalität, politischer Signalwirkung und iranischer Zustimmung abhängt.

Diese Fragilität wurde am 6. April erneut unterstrichen, als Reuters berichtete, dass zwei beladene LNG-Tanker aus Katar, die zuvor eine Freigabe erhalten hatten, anschließend von Irans Revolutionsgarden gestoppt und zum Anhalten oder zum Kurswechsel gezwungen wurden. Mit anderen Worten: Selbst Schiffe, die offenbar eine Genehmigung haben, können nicht mit einer reibungslosen Passage rechnen.

Reuters berichtete außerdem, dass die Schließung die Lage im Golf stark auseinanderdriften lässt. Staaten mit alternativen Exportrouten wie Saudi-Arabien und Oman konnten den Schock besser abfedern, während Länder, die stärker von Hormuz abhängig sind, deutlich härter getroffen wurden.

Hormuz-Druck trifft jetzt auch die Luftfahrt

Die Störung rund um Hormuz ist nicht mehr nur ein Problem der Schifffahrt. Am Flughafen Mailand-Linate, in Bologna, Venedig und Treviso gelten bereits Einschränkungen bei Flugtreibstoff – damit ist Italien der erste bestätigte europäische Fall von Versorgungsbegrenzungen auf Flughafenebene.

Andernorts ist eine Rationierung noch nicht bestätigt, doch der Druck steigt. Ryanair warnte, dass Europa ab Juni erste Versorgungsstörungen erleben könnte, und Reuters berichtet, dass Fluggesellschaften in Teilen Asiens bereits Flüge streichen, zusätzliches Kerosin tankern und zusätzliche Tankstopps einlegen, da sich die Versorgung verknappt.

Eine Frist, die das Bild binnen Stunden wieder verändern könnte

Der Anstieg des Schiffsverkehrs findet daher vor dem Hintergrund einer möglichen erneuten Eskalation statt. Trumps Ultimatum bedeutet, dass der Dienstag, 7. April, nicht nur ein weiterer Tag in der Krise ist, sondern ein zentraler Entscheidungspunkt. Kommt es bis zur US-Frist zu keinem Durchbruch, könnte die in Bloombergs Daten sichtbare Erholung der Schifffahrt sehr schnell wieder umkehren.

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