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Belgischer Straßengüterverkehr unter Druck: Insolvenzen erreichen Rekordniveau

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Die wirtschaftliche Lage im belgischen Straßengüterverkehr bleibt angespannt. Nach aktuellen Zahlen des Instituts für Straßentransport und Logistik Belgien (ITLB) sowie von GraydonCreditsafe ist die Zahl der Insolvenzen im Transportsektor erneut gestiegen. Branchenvertreter rechnen kurzfristig nicht mit einer Entspannung – zumal seit Anfang Juli zusätzliche Belastungen durch höhere Mautgebühren hinzugekommen sind.

Das Wichtigste im Überblick

  • 456 belgische Transportunternehmen meldeten im ersten Halbjahr 2026 Insolvenz – ein neuer Höchststand.
  • Allein im zweiten Quartal wurden 105 Insolvenzen im Straßengüterverkehr registriert.
  • 58 Prozent der betroffenen Unternehmen waren seit mehr als fünf Jahren am Markt.
  • Die zum 1. Juli erhöhte Kilometerabgabe dürfte den Kostendruck zusätzlich erhöhen.

Transportbranche gehört erneut zu den am stärksten betroffenen Sektoren

Belgien verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 6.267 Unternehmensinsolvenzen – so viele wie noch nie in einem ersten Halbjahr, berichtet der Wirtschaftsinformationsdienst GraydonCreditsafe.

Besonders stark betroffen bleibt der Straßengüterverkehr. Nach Angaben von GraydonCreditsafe meldeten zwischen Januar und Juni 456 Transportunternehmen Insolvenz. Das sind 12,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich der höchste jemals registrierte Halbjahreswert für die Branche.

Auch die Zahlen des Instituts für Straßentransport und Logistik Belgien (ITLB) zeigen keine Entspannung: Im zweiten Quartal 2026 gingen 105 belgische Transportunternehmen insolvent – zwei mehr als im bereits sehr schwachen Vorjahresquartal.

Längst nicht mehr nur junge Unternehmen betroffen

Auffällig ist, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zunehmend etablierte Unternehmen treffen. Nach ITLB-Angaben waren 58 Prozent der insolventen Betriebe bereits länger als fünf Jahre am Markt.

Für Aufmerksamkeit sorgte zudem die Insolvenz der belgischen Ziegler-Gruppe, die zu den größeren Unternehmen der Branche zählt. GraydonCreditsafe betont jedoch, dass die Insolvenzwelle weiterhin überwiegend kleine und mittelständische Transportunternehmen trifft. Insgesamt waren im ersten Halbjahr 1.148 Arbeitsplätze im Transportsektor von Insolvenzen betroffen.

Zusätzlicher Kostendruck seit Juli

Die veröffentlichten Insolvenzzahlen beziehen sich zwar auf den Zeitraum vor Inkrafttreten der neuen Mautsätze am 1. Juli. Dennoch sehen Branchenverbände die zusätzlichen Kosten als weiteren Belastungsfaktor für einen Markt, der bereits unter erheblichem Druck steht.

Wie Febetra bereits Anfang Juli erklärte, müssen international tätige Transportunternehmen durch die höheren Kilometergebühren in Belgien und den Niederlanden mit Mehrkosten von bis zu 12.000 Euro pro Lkw und Jahr rechnen. Für Unternehmen, die ausschließlich in Belgien unterwegs sind, beziffert der Verband die Mehrbelastung auf rund 3.000 Euro je Fahrzeug.

Hinzu kommt, dass die Betriebskosten laut ITLB im Juni bereits 6,15 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen.

Konsolidierung dürfte sich fortsetzen

Nach Einschätzung von Febetra bleibt die Ertragslage vieler Unternehmen angespannt. Steigende Personal- und Betriebskosten treffen auf einen intensiven Wettbewerb und erschweren es insbesondere kleineren Speditionen, höhere Kosten vollständig an ihre Kunden weiterzugeben.

Ob die höheren Mautgebühren die Zahl der Insolvenzen weiter steigen lassen, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass sich der belgische Transportmarkt bereits vor der jüngsten Kostensteigerung in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befand. Für viele Unternehmen dürften ausreichende Liquiditätsreserven und eine konsequente Kostenkontrolle in den kommenden Monaten entscheidend bleiben.

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