Natalia Jakubowska, Trans.INFO: Wie sieht das Startup-Umfeld in Polen aus?

Bogumił Paszkiewicz, Product Manager, Goodloading: Polen belegt den 13. Platz unter den sich am stärksten entwickelnden E-Commerce-Märkten der Welt. Neue Geschäftsideen wachsen wie die sprichwörtlichen Pilze nach dem Regen.

Und in der Transport- und Logistikbranche? Habt Ihr viel Konkurrenz?

Goodloading ist von Lösungen inspiriert, die aus umfangreichen Anwendungen zur Erstellung von räumlichen Grafiken stammen, und in dieser Hinsicht haben wir keine solche Lösung gefunden. Natürlich gibt es ähnliche Programme, aber unsere Anwendung basiert auf einer zeitgemäßen Analyse der Benutzererfahrung. Dank dessen ist sie simpel und bequem. Wir sagen nicht, dass wir die Besten sind, wir haben noch viele Ideen umzusetzen.

Beschreibt Euer Start-up in wenigen Sätzen.

Dies ist eine Software für Logistiker, das in einem Webbrowser verfügbar ist. Sie dient zur Planung des Ladevorgangs mit Hilfe einer dreidimensionalen Visualisierung. Durch die Angabe der Maße der Ladung kann der Benutzer prüfen, ob diese auf den ausgewählten Auflieger, Container oder die Palette passen. Man kann sie auch so verteilen, dass der Laderaum optimal genutzt wird. Mit Goodloading kann man auch die Achslast prüfen. Jeden Monat laden unsere Benutzer Tausende von PDF-Dokumenten herunter, in denen sie Lagermitarbeitern oder Fahrern zeigen, wie sie die Ladung am besten platzieren können. Wir haben kürzlich die Möglichkeit implementiert, mehrere Anhänger gleichzeitig zu verwalten, womit wir auch zufrieden sind.

 Was macht das Produkt so innovativ?

Ich bin hier ein Stück vorausgegangen und habe einige Aspekte bereits schon vorher beschrieben.  Zusätzlich zu der oben erwähnten räumlichen Visualisierung wird der Unterschied durch die Reaktionsgeschwindigkeit und mögliche Interferenzen bei der Verteilung der Ladungen verursacht. Der Logistik kann die hinzugefügte Elemente frei bewegen und neu anordnen. Personen, die nach Einsparungen bei der Auswahl des Fahrzeugs für die angegebene Ladung suchen, können wiederum die Empfehlungen für Fahrzeuge und Container nutzen.

Wie hat sich das Projekt im Laufe der Zeit entwickelt?

Am Anfang war Chaos [lacht]. Dies stimmt natürlich nicht, da der erste Lösungsansatz auf zweidimensionalen Projektionen basierte und hauptsächlich zum Zählen von LDM verwendet wurde. Es gibt immer noch Benutzer, die sich an diese Zeiten erinnern. Dann wurde so etwas wie der dreidimensionale Raum erfunden und hier tauchten mehr Fragen als Antworten auf. Glücklicherweise war unser damaliger Programmierer ein Absolvent der Architekturabteilung, der es geschafft hat, die Idee in eine Visualisierung umzusetzen. Und dann haben wir uns mit einem  Designer von der Fakultät für bildende Kunst getroffen, der sich seit Jahren mit 3D-Grafiken beschäftigt, alles für uns neu aufzeichnete und uns erklärte, wie Goodloading aussehen sollte. Neuere Implementierungen beziehen sich auf Achslasten oder das Erstellen von Projekten für mehrere Laderäume.

Ihr seid hauptsächlich in Polen tätig, wie steht es mit dem Ausland?

Ich würde sagen, dass wir außer, dass wir den Preis für eins der besten Logistik-Start-ups bekommen haben, in Polen nicht aktiver sind als in anderen Teilen der Welt. Die geringste Aktivität unserer Anwendungsbenutzer ist in der Antarktis zu verzeichnen, gefolgt von Australien. Wir kommunizieren hauptsächlich in Englisch, der Muttersprache der internationalen Logistik. Das Programm unterstützt wiederum sechs europäische Sprachen.

Welche Marketingaktivitäten ergreif Ihr, um die Bekanntheit des  Produkts zu steigern?

Wir machen uns mit Social Media vertraut und betreiben einen Blog. Für das Marketing sind  hauptsächlich unsere Benutzer verantwortlich, indem sie PDF-Projekte an alle senden, die für das Verladen verantwortlich sind. Wir versuchen, den Meinungen der Benutzer zuzuhören und gewinnen ihr Vertrauen, dadurch dass wir Änderungen und Korrekturen einführen. Ich  glaube, dass heißt Mundpropaganda  

 Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren? Welche langfristigen Ziele haben Ihr Euch gesetzt?

Die Logistik beantwortet solche Fragen nicht. Erinnern Sie sich an die Logistik von vor fünf Jahren? Im Jahr 2014 hat das Wort „Bitcoin” zumindest Misstrauen erregt. Derzeit sind verteilte Netzwerke eines der Hauptthemen der Logistik. Der Begriff „4.0” bezeichnet selbstlernende Algorithmen. Derzeit beschäftigen wir uns mit Methoden zur Integration in solche intelligenten Systeme unter Verwendung von API-Methoden. Durch die Kombination von Kräften selbst mit dem anspruchslosen TMS / WMS / ERP können wir Leerfahrten reduzieren und die Nutzung von Laderäumen optimieren. Angesichts der Klimabedürfnisse wäre es mir ein Vergnügen, wenn wir dazu beitragen könnten, unsere Welt so zu verbessern, das können wir schon jetzt tun. Ich hoffe, dass wir uns in fünf Jahren noch lernen und uns entwickeln können.

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