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Foto: trans.iNFO

LKW-Fahrer starten 2026 mit leicht niedrigeren Gehaltsforderungen: Trendwende oder Strohfeuer?

Lesezeit 3 Min.

Zum Jahresbeginn zeigt sich im weiterhin angespannten Fahrermarkt eine überraschende Bewegung: Die Gehaltswünsche von LKW-Fahrern sinken im Januar 2026 leicht. Für Speditionen ist das jedoch keine Entwarnung – die strukturellen Engpässe bleiben bestehen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Der Markt für Berufskraftfahrer bleibt unter Druck, doch zum Start ins neue Jahr ist eine moderate Korrektur bei den Gehaltsvorstellungen erkennbar. Laut einer aktuellen Auswertung der Recruiting-Plattform JobMatch liegt der bundesweite Durchschnitt der Gehaltswünsche im Januar 2026 bei 3.352 Euro brutto monatlich.

Die Zahlen basieren nach Unternehmensangaben auf 2.240 Datensätzen aktiv suchender Fahrer. Dabei handelt es sich ausdrücklich um Wunschgehälter, nicht um tatsächlich gezahlte Durchschnittsvergütungen.

Leichte Korrektur nach Rekordwerten

Im Vergleich zur Gehaltskarte vom Dezember 2025 ist der Wert leicht gesunken. Von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein. Vielmehr deutet vieles auf eine saisonale Konsolidierung nach den Rekordwerten des Weihnachtsgeschäfts hin.

Die hohe Auslastung zum Jahresende hatte die Verhandlungsposition vieler Fahrer gestärkt. Mit Beginn des neuen Jahres steigt traditionell die Wechselbereitschaft – Arbeitsverhältnisse werden neu bewertet, Bewerbungen verstärkt verschickt. Diese Phase führt häufig zu einer kurzfristigen Anpassung der Gehaltsforderungen.

Der seit Januar geltende Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde markiert lediglich die gesetzliche Untergrenze und spielt für erfahrene Fernverkehrsfahrer in der Praxis kaum eine Rolle.

Deutliche regionale Unterschiede

Die Gehaltswünsche variieren weiterhin stark zwischen den Bundesländern.

An der Spitze liegen:

  • Berlin: 3.425 Euro
  • Baden-Württemberg: 3.412 Euro
  • Bayern: 3.400 Euro
  • Hessen: 3.400 Euro
  • Nordrhein-Westfalen: 3.375 Euro

Deutlich darunter:

  • Sachsen-Anhalt: 3.175 Euro
  • Mecklenburg-Vorpommern: 3.212 Euro
  • Thüringen: 3.162 Euro

Die Spannweite beträgt mehr als 260 Euro pro Monat. Für bundesweit agierende Speditionen bleibt die Standortfrage damit ein relevanter Kostenfaktor, insbesondere bei zentral gesteuerten Gehaltsstrukturen.

Der Fachkräftemangel bleibt strukturell

Trotz der leichten Korrektur bleibt der Fahrermangel ein strukturelles Problem. Branchenverbände sprechen weiterhin von zehntausenden unbesetzten Stellen im deutschen Straßengüterverkehr.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen: neue Zollverfahren, zunehmende Digitalisierung im Transportmanagement, komplexere Dokumentationspflichten und internationale Einsatzprofile verändern das Berufsbild. Gefragt sind nicht mehr nur Fahrzeugführer, sondern qualifizierte Fachkräfte mit digitaler Kompetenz und logistischer Erfahrung.

Diese Entwicklung stabilisiert das Gehaltsniveau langfristig, unabhängig von kurzfristigen Monatsschwankungen.

Strategisches Zeitfenster – aber kein Trendbruch

Für Speditionen kann der Jahresauftakt dennoch ein taktisch günstiger Zeitpunkt sein, offene Positionen zu besetzen. Die Gehaltswünsche liegen leicht unter dem Dezemberwert, bleiben jedoch auf hohem Niveau.

Ob daraus eine nachhaltige Entlastung entsteht, ist fraglich. Mit der Frühjahrsbelebung, saisonalen Spitzen und wachsendem Wettbewerbsdruck dürfte sich der Markt erneut anziehen. Der Januar 2026 wirkt daher eher wie eine kurze Verschnaufpause, nicht wie der Beginn einer strukturellen Trendwende im Wettbewerb um qualifizierte LKW-Fahrer.

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