Italien: Autobahnbetreiber erstattet Mautgebühren für baustellenbedingte Verzögerungen

Der italienische Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia (ASPI) wird Frachtführern Mautkosten erstatten, wenn es aufgrund der Bauarbeiten auf den von ASPI verwalteten Straßen zu Verzögerungen kommt. Um davon profitieren zu können, sollten Transportunternehmen das Kfz-Kennzeichen des jeweiligen Fahrzeugs oder das elektronische Mautgerät entsprechend registrieren lassen. Dies hat ASPI Ende letzter Woche bekannt gegeben.

Italien: Autobahnbetreiber erstattet Mautgebühren für baustellenbedingte Verzögerungen
Quelle: Stefano Petroni/ Flickr

Der neue Service „Cashback with Plate“, der vom Start-up Free To X Group entwickelt wurde, ist seit dem 29. April aktiv und gilt für das von Autostrade per l’Italia verwaltete Straßennetz.

So einem Schritt liegt eine Geldstrafe in Höhe von 5 Millionen Euro zugrunde, die gegen Autostrade per l’Italia im Jahr 2021 verhängt wurde, weil das Unternehmen die Maut auf den Abschnitten mit Staus und und verlängerten Fahrzeiten, die durch außerordentliche Wartungsarbeiten verursacht wurden, weder angepasst noch gesenkt hatte.

Um eine Rückerstattung der Kosten für Verzögerungen aufgrund der Baustellen automatisch zu erhalten, müssen Frachtführer ihre Fahrzeuge in der Free to X-App registrieren.

Für die Nutzer von Telepass oder anderen elektronischen Mautsystemen ist der Cashback-Service bereits automatisch aktiv, sobald sich die Unternehmen in der Free to X App angemeldet haben. Um ihre Rückerstattung zu erhalten, müssen Frachtführer / Fahrer die Free To X App herunterladen und sich für den Cashback-Service registrieren, indem sie den Code ihres elektronischen Mautgerätes (OBU oder PAN) angeben und ihre Identität durch Hochladen eines Dokuments bestätigen .

Für Fahrten, die nach Anmeldung des elektronischen Mautgerätes erfolgten und für die ein Anspruch auf Erstattung besteht, erhält der Frachtführer eine automatische Benachrichtigung. Überdies wird dem Nutzer auch mitgeteilt, wenn eine oder mehrere Fahrten, die im Laufe von vier Monaten vor der Registrierung des elektronischen Mautgerätes stattgefunden haben, erstattungsfähig sind.

Frachtführer können die in der App angebotenen Erstattungen bestätigen, müssen dies aber nicht tun, um das Geld zu erhalten. Der Nutzer erhält automatisch alle ihm am Ende des Abrechnungszeitraums zustehenden Rückerstattungen.

Für welche Verzögerungen steht die Rückerstattung zu?

Das Cashback-Programm deckt nur Verspätungen ab, die durch Straßenbauarbeiten des Autobahnbetreibers verursacht werden.

Eine Mautrückerstattung ist nicht vorgesehen bei Verspätungen, die nicht im Zusammenhang mit der Tätigkeit des Betreibers stehen, wie z. B. starkes Verkehrsaufkommen, Unfälle oder wetterbedingte Verkehrsbehinderungen.

Wie werden Rückerstattungen berechnet?

Die in den Ein- und Ausfahrtsmautstellen von Aspi installierten Kameras verfolgen die Durchfahrten der registrierten Fahrzeuge. Demnach werden alle berechtigten Erstattungen automatisch ohne weitere Anfragen bereitgestellt.

Der Service berechnet die Verspätungen, indem er die Baustellendaten mit Google Maps-Staudaten und Autobahnauf- und -ausfahrtzeiten für die Autofahrer vergleicht.

Wie viel Maut wird erstattet?

Die Höhe der Erstattung hängt von der Dauer der Verspätung und der Fahrt ab.

0 – 29km30 – 49km50 – 99km100 – 149km150 – 249km250 – 349km350 – 499kmmore than 500km
10 – 14 Min.75% *50% *25% *
15 – 29 Min.100%75%50%25%20%15%10%5%
30 – 44 Min.100%100%75%50%25%20%15%10%
45 – 59 Min.100%100%100%75%50%25%20%15%
60 – 89 Min.100%100%100%100%75%50%25%20%
90 – 119 Min.100%100%100%100%100%75%50%25%
more than 120 Min.100%100%100%100%100%100%75%50%
Quelle: Free to X website

Die Messungen basieren auf den durchschnittlichen Fahrzeiten, d.h. 100 km für Autos und 70 km für Lastwagen. Die Rückerstattung kann für die gesamte Maut auf der jeweiligen Strecke beantragt werden, nicht nur für den von den Arbeiten betroffenen Abschnitt.

 

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