Der Logistiker Kühne + Nagel hat für einen Teil seiner Beschäftigten hierzulande Kurzarbeit angemeldet, berichtet das „Hamburger Abendblatt”. Der Antrag auf das Kurzarbeitergeld ist ist eine Reaktion auf die Auftragsrückgänge.

Dem „Hamburger Abendblatt” soll ein von Deutschland-Chef Holger Ketz verfasster Brief an die Mitarbeiter vorliegen. In diesem argumentiert Ketz, dass außergewöhnliche Zeiten außergewöhnliche Maßnahmen erfordern.

Die Auswirkungen der Coronapandemie schränken uns in vielen Lebenslagen ein und wie wir täglich den Medien entnehmen können, ist auch die Wirtschaft massiv betroffen. Nicht nur Kleinbetriebe wie Restaurants, Ladengeschäfte und Handwerksbetriebe, sondern auch große Unternehmen sind gezwungen, ihre Tätigkeiten herunterzufahren und sich der Auftragslage anzupassen, so Ketz.

Auftragsrückgänge zwingen Kühne+Nagel Kurzarbeit zu melden

Der Antrag auf Kurzarbeitergeld ist ist eine Reaktion auf die Auftragsrückgänge.

Wenngleich im Moment noch nicht alle Geschäftsbereiche und Niederlassungen gleichermaßen davon betroffen sind, haben wir begonnen, an allen Standorten gemeinsam mit unseren Betriebsräten entsprechende lokale Betriebsvereinbarungen zu schließen, schreibt Ketz.

Der Umfang des Antrags  ist nicht bekannt. Ein Sprecher des Logistikunternehmens betonte aber, dass „Kühne+Nagel an allen deutschen Standorten und in allen Geschäftsbereichen voll operativ leistungsfähig“ bleiben wird.

 

Bundesagentur für Arbeit von Anträgen überschwemmt

Die Anträge auf Kurzarbeit, die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) aufgrund der aktuellen Lage eingehen, sind seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen auf ein neues Höchstniveau angestiegen. Zum Ende des Monats hat die BA gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine erste Auswertung veröffentlicht. Demnach sind im März bundesweit rund 470.000 Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Bundesagentur eingegangen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2019 zeigten durchschnittlich etwa 1.300 Betriebe pro Monat Kurzarbeit an. Im Februar 2020 lag die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen noch bei 1.900. Die Nachfrage ist in allen Bundesländern hoch. Die Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen, anders als in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009, als vor allem das verarbeitende Gewerbe betroffen war. Die oben genannten 470.000 Anzeigen basieren auf einer Sonderauswertung der BA. Sie beinhalten die Anzeigen, die bis zum 27. März 2020 bei der BA eingegangen sind.

Foto: Wikimedia

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