Kuehne + Nagel AG

Elektro‑LKW absolviert erste grenzüberschreitende Güterfahrt durch den Kanaltunnel

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Ein batterieelektrischer Schwerlast‑LKW hat erstmals eine grenzüberschreitende Güterfahrt durch den Kanaltunnel absolviert und damit demonstriert, dass emissionsfreie LKW auf einem der wichtigsten UK–EU‑Handelskorridore Europas einsetzbar sind.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Testfahrt wurde im Rahmen des von Eurotunnel betriebenen LeShuttle Freight‑Service durchgeführt und umfasste einen batterieelektrischen LKW im Einsatz bei Kuehne+Nagel. Ziel war nicht nur, die Fahrzeugleistung zu demonstrieren, sondern zu prüfen, ob elektrische Langstreckenverkehre technisch und operativ grenzüberschreitend machbar sind.

Testfahrt über 1.700 km durch fünf Länder

Der E-Lkw absolvierte eine Rundfahrt von rund 1.700 Kilometern und fuhr vom Vereinigten Königreich nach Deutschland und zurück durch fünf Länder. Das Fahrzeug war ein batterieelektrischer DAF XF aus der New-Generation-Baureihe. Es transportierte eine Nutzlast von 12 Tonnen und wurde von einer zweiköpfigen Besatzung betrieben.

Das Laden erfolgte sowohl an Depots als auch an öffentlichen Ladehubs entlang der Route, darunter Standorte in Frankreich und Belgien.

Zu Beginn der Fahrt wurde der Lkw am Depot East Midlands Gateway von Kuehne+Nagel mithilfe eines Megawatt-Ladesystems, geliefert von Voltempo, vollständig geladen. Während der Fahrt wurden zusätzliche Ladestopps an öffentlichen Standorten eingelegt, die im Vereinigten Königreich von Gridserve und auf dem Kontinent von Milence betrieben werden.

Kanaltunnel als Schlüsselachse für emissionsfreien Verkehr

Der Kanaltunnel zählt zu den wichtigsten Güterverkehrsverbindungen Europas: Jährlich nutzen mehr als eine Million LKW diese Route. Bislang war der reale Einsatz vollständig elektrischer Schwerlastfahrzeuge auf dieser Achse nicht nachgewiesen worden.

Laut Eurotunnel beseitigt die Zulassung von Elektro‑LKW für den LeShuttle Freight‑Service einen potenziellen Engpass für den emissionsfreien Straßengüterverkehr zwischen dem Vereinigten Königreich und Kontinentaleuropa. Allerdings weist das Unternehmen darauf hin, dass Elektro‑LKW derzeit im Gesamtverkehr über den Ärmelkanal noch nur einen marginalen Anteil ausmachen.

Teil des eFREIGHT 2030‑Projekts

Der Testlauf erfolgte im Rahmen des von der britischen Regierung unterstützten Projekts eFREIGHT 2030, das Teil des Demonstrators Zero Emission HGV and Infrastructure Demonstrator (ZEHID) ist. Ziel der Initiative ist es, Betriebsdaten aus frühen Einsätzen elektrischer Schwerlastfahrzeuge zu sammeln, nicht nur einzelne Fahrzeugmodelle zu validieren.

Operative Machbarkeit mit Einschränkungen

 

Ein von Kuehne+Nagel eingesetzter elektrischer DAF XF beim Laden am Depot East Midlands Gateway des Unternehmens vor dem Start zu einer länderübergreifenden Testroute.

Auch wenn die Fahrt zeigt, dass elektrischer Güterverkehr über den Ärmelkanal technisch möglich ist, macht sie zugleich den weiterhin erforderlichen Planungsaufwand für elektrische Langstreckeneinsätze deutlich. Ladestopps mussten im Voraus geplant werden, und der Zugang zu Hochleistungsladeinfrastruktur ist in Europa weiterhin ungleich verteilt.

Kuehne+Nagel räumte ein, dass die Routenplanung für elektrischen Langstreckentransport im Vergleich zum Dieselbetrieb weiterhin zusätzliche Komplexität mit sich bringt, insbesondere bei Grenzübertritten. Das Unternehmen erklärte, dass das wachsende Netz öffentlicher Hochleistungslader die Machbarkeit verbessert, jedoch noch nicht alle operativen Einschränkungen beseitigt hat.

Der Testlauf wurde unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt und spiegelt nicht zwingend die täglichen Realitäten sämtlicher internationaler Fernverkehrsoperationen wider, insbesondere nicht solcher mit höheren Nutzlasten, Ein-Fahrer-Besatzungen oder engeren Lieferzeitfenstern.

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