Das Logistikunternehmen Kühne + Nagel hat am Montag die Ergebnisse für das erste Quartal 2020 präsentiert.Infolge der Coronavirus-Pandemie ging das Geschäftsvolumen des Logistikers stark zurück. Der Nettoumsatz, der Bruttogewinn und das Betriebsergebnis lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Darüber hinaus bekam der Logistiker die Währungsschwankungen zu spüren.

Der Nettoumsatz belief sich auf 4,912 Milliarden Schweizer Franken, was 6,2 Prozent weniger war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.Das Betriebsergebnis (EBITDA) ist um 9,6 Prozent gefallen – von 418 Millionen auf 378 Millionen , der Reingewinn um 23,2 Prozent ( von 181 Millionen auf 139 Millionen).

Die Coronavirus-Pandemie ist auch für Kühne + Nagel eine immense globale Herausforderung. Die industrielle Produktion und das Handelsvolumen haben sich erheblich abgeschwächt. In dieser Situation hat Kühne + Nagel seine operative Leistung beibehalten , hat eine Reihe von Spezialgeschäften eng geführt und neue Kunden gewonnen. Bei Rohstoffen und Pharmazeutika wurde das Transportvolumen auf einem respektablen Niveau gehalten. Unser Unternehmen wird in den kommenden Monaten vor großen Herausforderungen stehen, ist aber im Hinblick auf seine Position gut positioniert Kundennähe, Agilität und digitale Angebote. Ein hohes Maß an Liquidität kennzeichnet die solide Finanzkraft des Unternehmens, sagte Dr. Detlef Trefzger, CEO der Kühne + Nagel International AG.

Seefracht

Dadurch dass die Volumennachfrage nach und von China deutliche Rückgänge verzeichnete,war der Geschäftsbereich Sea Logistics frühzeitig von den Auswirkungen der Coronavirus-Krise betroffen. Auf der anderen Seite entwickelten sich die Kühltransporte (unter anderem Pharma) und das Exportvolumen aus Lateinamerika (insbesondere verderbliche Güter) gut. Mit 1,075 Millionen Standardcontainern (TEU) wurden im ersten Quartal 71.000 Einheiten weniger transportiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (-6,2%).

Luftfracht

Der Geschäftsbereich Air Logistics war ab März besonders schwer von der Corona-Krise betroffen.Die weltweite Luftfrachtkapazität sank innerhalb weniger Wochen um rund 60 Prozent.  Sperrungen in China, Europa und schließlich in Amerika führten zu einem starken Verbrauchsrückgang, was zu geringeren Luftfrachtmengen führte. Gestiegen ist hingegen die Nachfrage nach kurzfristigen Charterlösungen für pharmazeutische und zeitkritische Transporte.

Das Luftfrachtvolumen lag im ersten Quartal mit 372.000 Tonnen um 9 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Landverkehr

Trotz eines soliden Start in das neue Geschäftsjahr, ging das Volumen ab März auch in diesem Bereich zurück – in Europa (insbesondere in Frankreich, Großbritannien und Italien) und in Nordamerika. Mit Ausnahme von E-Commerce und Pharma waren alle Branchen betroffen.Im ersten Quartal 2020 sank der Nettoumsatz des Geschäftsbereichs gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent.

Kontraktlogistik

In diesem Bereich nahm die Nachfrage nach Grundgütern, Pharma- und E-Commerce-Dienstleistungen zu. Negativ betroffen waren hingegen die  Versorgung der Automobilproduktion und des Einzelhandels. Im ersten Quartal 2020 ging der Nettoumsatz des Geschäftsbereichs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent zurück.

Foto: Wikimedia/ Alf van Beem public domain

 

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