(v. l.n.r.): die Geschäftsführer Sebastian Amenda (Amenda), Georg Dettendorfer (Dettendorfer Energy) und Marcus Böske (Energie Südbayern) sowie Wolfgang Ademmer (CMO, Alpitronic) bei der Inbetriebnahme der MCS-Ladeinfrastruktur.

Megawattladen an der A9: Neuer E-Lkw-Hub setzt auf Technik von morgen

Lesezeit 2 Min.

An der A9 südlich von Ingolstadt geht einer der leistungsstärksten Ladeparks für elektrische Nutzfahrzeuge in Betrieb. Die Infrastruktur ist auf Megawattniveau ausgelegt, der Markt dafür erst im Aufbau.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Dettendorfer Energy, das Joint Venture der Dettendorfer Gruppe und Energie Südbayern, hat an der Ausfahrt Langenbruck seinen zweiten öffentlichen Ladepark für Nutzfahrzeuge eröffnet. Partner vor Ort ist die Alfred Amenda & Sohn Transport GmbH.

Nach Angaben der Betreiber ist es der erste öffentlich zugängliche Standort für Megawattladen (MCS) in Südbayern. Der erste Ladepark des Unternehmens in Raubling (2024) arbeitete noch mit Leistungen bis 400 kW.

MCS vorbereitet – CCS sichert den Betrieb

Technisch kombiniert der Standort zwei Systeme:

  • CCS-Laden mit bis zu 600 kW (heute relevant)
  • MCS-Laden perspektivisch bis zu 1.000 kW

Zum Einsatz kommt eine HYC1000 Power Unit von Alpitronic sowie mehrere kombinierte MCS/CCS-Ladesäulen. Insgesamt stehen fünf Ladeplätze zur Verfügung, die parallel genutzt werden können.

Wichtig für die Einordnung: Aktuell sind noch keine Serien-Lkw im Markt, die MCS-Leistung tatsächlich abrufen können. Der Standort ist damit klar auf kommende Fahrzeuggenerationen ausgelegt.

Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Dettendorfer Gruppe, erklärt:

„In Langenbruck setzen wir den höchsten heute verfügbaren Ladestandard um. Mit Megawattladen ist die nächste, wichtige Stufe in der Dekarbonisierung des Güterverkehrs erreicht: kürzere Standzeiten, planbare Abläufe und neue Möglichkeiten im täglichen Betrieb.“

Strategische Lage im Fernverkehr

Der Standort liegt direkt an der A9 -einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im deutschen Güterverkehr. Für den Einsatz im Fernverkehr ist das entscheidend: Ladepunkte müssen entlang der Hauptachsen verfügbar sein, nicht nur im Depot.

Die Anlage ist so ausgelegt, dass Lkw ohne Abkoppeln des Aufliegers laden können – ein Detail, das im Alltag über die tatsächliche Nutzbarkeit entscheidet.

Preis und Zugang

Die Nutzung erfolgt über gängige Systeme:

  • Freischaltung per App oder RFID
  • Roaming-Anbindung über „Ladenetz“

Mit eigener Ladekarte geben die Betreiber einen Preis von 41,2 Cent pro kWh netto an. Bei Roaming können die Konditionen variieren.

Ausbau bereits vorgesehen

Der Standort ist nicht als Einzelprojekt gedacht. Eine Erweiterung auf eine zweistellige Zahl von Ladeplätzen ist laut Unternehmen eingeplant.

Damit reagiert Dettendorfer Energy auf den erwarteten Hochlauf elektrischer Nutzfahrzeuge, insbesondere im Verteiler- und perspektivisch im Fernverkehr.

Tags:

Auch lesen