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Für die meisten LKW gilt an Sonn- und Feiertagen in Deutschland ein Fahrverbot. Bei nichtbundeseinheitlichen Feiertagen, wie aktuell etwa Maria Himmelfahrt, der am 15. August in Bayern und im Saarland begangen wird, entsteht dadurch ein Flickenteppich von erlaubten und verbotenen Bereichen. Grund ist das Fehlen von Transitregelungen zwischen den Bundesländern.

Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Logistikbranche, spricht sich das Logistik Netzwerk Thüringen dafür aus, den Transitverkehr auf Autobahnen an Feiertagen, die nicht bundeseinheitlich sind, künftig zu erlauben.

Nach der jüngst beschlossenen Einführung des Reformationstags am 31. Oktober als neuer Feiertag für die norddeutschen Länder Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein, müssen sich Logistiker auf weitere LKW-Fahrverbote einstellen. Diese nicht bundeseinheitlichen Feiertage, zu denen auch Fronleichnam und Allerheiligen zählen, stellen für die Wirtschaft eine hohe Kostenbelastung dar. Denn ohne spezielle Transitregelungen dürfen LKWs von einem Bundesland ohne Fahrverbot nicht durch ein Bundesland mit Fahrverbot fahren. Transportunternehmen müssen große Umwege oder den Stillstand ihrer Flotten in Kauf nehmen. Das Logistik Netzwerk Thüringen sieht aus diesem Grund Nachteile für die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Thüringen, der durch seine zentrale Lage besonders betroffen ist.

Schnelligkeit ist gefordert

In der Logistikbranche wird stets Schnelligkeit gefordert. Pakete sollen den schnellstmöglichen Weg von A nach B finden, um Kosten gering zu halten und Kunden zufriedenzustellen. Doch durch die eingeschränkte Mobilität entstehen nicht nur aus Speditionssicht, sondern auch für die verladende Wirtschaft vermeidbare Mehrkosten. Aus unserer Sicht sollten regionale Fahrverbote deswegen möglichst bald der Vergangenheit angehören, betont Joachim Werner, Vorstandsvorsitzender im Logistik Netzwerk Thüringen.

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Folgen führen fehlende Transitregelungen an den Landesgrenzen häufig zu überfüllten Parkplätzen. Bei der langwierigen Suche nach einem freien Parkplatz wird damit auch die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten erschwert. Eine Vermeidung von Kolonnenfahrten nach dem Feiertag könnte außerdem dazu beitragen, das Unfallrisiko zu senken. Und nicht zuletzt hätte eine einheitliche Regelung positive Auswirkungen auf den Biorhythmus der Fahrer, die durch zwanghafte Unterbrechungen ihrer Touren auch ihre Ruhezeiten anpassen müssen.

Dies würde wiederum den Fahrerberuf attraktiver machen, ergänzt Robert Münnich, Vorstandsmitglied im Logistik Netzwerk Thüringen, sowie stellvertretender Niederlassungsleiter der Spedition Axthelm + Zufall im thüringischen Nohra.

Foto: Trans.INFO

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