Laut der aktuellen ADAC-Stauprognose für den 2. bis 4. Januar 2026 bestimmt der Rückreiseverkehr aus den Weihnachtsferien das Verkehrsgeschehen auf den Autobahnen. Besonders am Freitag und Samstag sei in vielen Regionen mit hoher Staugefahr zu rechnen, heißt es vonseiten des Clubs.
In 15 Bundesländern enden die Ferien an diesem Wochenende oder in den Tagen danach. Dies erhöhe das Verkehrsaufkommen deutlich, auch wenn der Sonntag etwas ruhiger ausfallen dürfte. Gleichzeitig liegen derzeit rund 680 Baustellen vor, deutlich weniger als in den vergangenen Wochen, was laut ADAC zumindest begrenzt entlastend wirke.
Ein spezielles LKW-Fahrverbot am 6. Januar (Heilige Drei Könige) gibt es laut ADAC nicht, selbst in den Bundesländern, in denen dieser Tag ein Feiertag ist.
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Belastete Fernstraßen: Besonders betroffene Autobahnen
Der ADAC nennt mehrere Autobahnkorridore, die für den Transitverkehr in beiden Richtungen stark ausgelastet sein könnten. Zu den relevanten Strecken zählen unter anderem:
- A1 (Köln – Dortmund – Münster – Osnabrück – Bremen – Hamburg),
- A2 (Dortmund – Hannover – Braunschweig – Berlin),
- A3 (Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau),
- A7 (Hamburg – Hannover – Kassel – Würzburg – Füssen/Reutte),
- A8 (Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg),
- A9 (München – Nürnberg – Berlin),
- diverse Ring- und Querverbindungen wie A10, A40, A45 oder A61.
Ausland: Ferienende und Großereignis in den Alpen sorgen für zusätzlichen Verkehr
Zusätzliche Verkehrsbelastungen erwartet der ADAC an diesem Wochenende in Österreich durch ein sportliches Großereignis. Die Vierschanzentournee, eines der bedeutendsten internationalen Skisprung-Events, macht an zwei Standorten Station. Dadurch ist auf den Zufahrtsrouten zu den Austragungsorten mit erhöhtem An- und Abreiseverkehr zu rechnen, auch auf wichtigen Transitachsen des LKW-Verkehrs.
Konkret betroffen sind laut ADAC die Regionen rund um:
- Innsbruck am 4. Januar
- Bischofshofen am 6. Januar
Insbesondere auf den Autobahnen und Bundesstraßen in Tirol und Salzburg kann es dadurch zu Verzögerungen kommen. Nicht nur deutsche Wintersportfans sind unterwegs: Ferien enden in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Italien und Belgien ebenso.
Besonders staugefährdet seien:
- Österreich: West-, Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn sowie Fernpass-Route und Arlbergschnellstraße.
- Schweiz: Gotthard-Route, San-Bernardino-Route und Zufahrtsstraßen zu Wintersportgebieten in Graubünden, Bern, Wallis und Zentralschweiz.
- Italien: Brennerroute sowie Zufahrten ins Puster-, Grödner- und Gadertal oder Vinschgau.
- Weitere Regionen: Hauptverbindungen in die Niederlande, nach Tschechien und Polen.
In Österreich entlaste im Moment eine entschärfte Baustellensituation die Verkehrslage etwas, zudem seien der Reschenpass frei befahrbar. Auf der Brennerautobahn im Bereich der Luegbrücke ist nur eine Spur nutzbar, um die geschwächte Konstruktion zu schonen und am 10. Januar 2026 gilt für LKW ein Fahrverbot in Richtung Deutschland.
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Verschärfte Grenzkontrollen: Wartezeiten möglich
Der ADAC weist darauf hin, dass seit Frühjahr 2025 die deutschen Behörden die Einreisekontrollen an allen Grenzen verschärft haben, auch wenn sie stichprobenartig erfolgen sollen, nicht bei jedem Fahrzeug.
Besonders Wartezeiten sei an folgenden Autobahnübergängen zu erwarten:
- Suben (A3 Linz – Passau),
- Walserberg (A8 Salzburg – München),
- Kiefersfelden (A93 Kufstein – Rosenheim).
Auch bei der Ausreise aus Deutschland sind teils ebenfalls Kontrollen mit Verzögerungen möglich. Betroffen sind laut ADAC vor allem Dänemark, die Niederlande, Frankreich und Polen. Mit Staus zu rechnen ist etwa an den Grenzübergängen:
- A4 Ludwigsdorf (Görlitz),
- A11 Pomellen (Stettin),
- A12 Frankfurt (Oder),
- A15 Forst.
Winterliche Bedingungen: Schneefall und Glatteisgefahr
Angesichts der Jahreszeit müssen Transportunternehmen und Fahrer laut ADAC mit witterungsbedingten Behinderungen rechnen. Schneefälle und Glatteis sind selbst in tieferen Lagen jederzeit möglich, weshalb in Deutschland situativ Winterreifenpflicht gilt. Der ADAC empfiehlt, Fahrten in höhere Alpenlagen nur mit passender Winterausrüstung anzutreten. Viele Alpenpässe sind bereits winterbedingt gesperrt, beispielsweise das Timmelsjoch.
Zudem erinnert der ADAC daran, dass die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden muss, nicht nur bei Stillstand. Bei Nichtbeachtung der Vorschriften gelten Bußgelder von bis zu 320 Euro.








