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Mautschock in Flandern ab Juli: Kippt jetzt die Lage für Belgiens Spediteure?

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Der belgische Straßengüterverkehr geht mit Rekordzahlen bei Insolvenzen auf der einen Seite und einem neuen flämischen Mautzuschlag auf der anderen in den Sommer. Für viele Unternehmen könnte das Timing kaum schlechter sein.

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Belgische Spediteure sagen, die geplante Lkw-Mauterhöhung in Flandern komme zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, da neue Insolvenz-Zahlen zeigen, dass die Branche bereits unter außergewöhnlichem finanziellem Druck steht. Ab dem 1. Juli 2026 wird Flandern seine kilometerabhängige Abgabe für schwere Fahrzeuge um einen CO2-Emissionszuschlag erweitern. Für sich genommen wäre das bereits eine deutliche Kostenstory. Im aktuellen Marktumfeld wird daraus jedoch etwas Ernsteres: ein Test, wie viel zusätzlichen Druck ohnehin fragile Unternehmen noch verkraften können.

Die Reform führt ab dem 1. Juli 2026 ein neues, CO2-basiertes Klassifizierungssystem ein. Die Grundstruktur der belgischen Lkw-Maut bleibt bestehen, in Flandern kommt jedoch zusätzlich zu den bisherigen Parametern eine neue CO2-Komponente hinzu. Fahrzeuge, die vor dem 1. Juli 2019 erstmals zugelassen wurden, werden in der Regel standardmäßig der CO2-Emissionsklasse 1 zugeordnet, während Klasse 5 für emissionsfreie Fahrzeuge vorgesehen ist. Betreiber müssen außerdem sicherstellen, dass die CO2-Klasse jedes Fahrzeugs korrekt registriert ist.

Der belgische Transportverband TLV hat gewarnt, dass die Erhöhung im Juli auf einen ohnehin bereits schwächer werdenden Markt trifft. TLV-Geschäftsführer Johan Staes sagte der lokalen Presse, die Entscheidung werde Transportunternehmen stark belasten, und bezeichnete sie als Kostensteigerung ohne konkreten Gegenwert für die Branche. In einem LinkedIn-Beitrag hieß es zudem, der Kilometertarif werde im Vergleich zum aktuellen Satz um 40 % steigen und dies bedeute laut ITLB-Zahlen eine Kostensteigerung von mehr als 3 %.

Rekordinsolvenzen zu Beginn von 2026

Diese Sorge wirkt angesichts der neuesten Insolvenzdaten noch plausibler. Statbel teilte am 13. März mit, dass Belgien im Januar und Februar 2026 156 Insolvenzen im Bereich Transport und Lagerhaltung verzeichnete20,9 % mehr als beim bisherigen Rekord für denselben Zeitraum. Allein im Februar gab es 84 Insolvenzen in der Branche – der höchste Februarwert, der je registriert wurde.

Auch der übergeordnete Trend ist düster. Trans.info berichtete im Januar unter Berufung auf das belgische Transportinstitut ITLB und TLV, dass 413 Straßentransportunternehmen in Belgien 2025 insolvent gingen – die höchste Zahl seit Beginn der branchenspezifischen Aufzeichnungen. Es scheiterten mehr als ein Drittel mehr Unternehmen als 2024.

Transportmedia berichtete, TLV erkenne zwar grundsätzlich die emissionsbasierte Differenzierung an, kritisiere jedoch die flämische Regierung dafür, eine starke Erhöhung ohne konkrete Kompensation für Transportunternehmen durchzusetzen. Belgische Spediteure sagen, die neue CO2-gekoppelte Mautbelastung könne aus politischer Sicht begründbar sein, werde jedoch zu einem Zeitpunkt eingeführt, an dem viele Unternehmen nicht in der Lage sind, sie aufzufangen. Das ist eine naheliegende Schlussfolgerung aus der öffentlichen Reaktion des TLV und den Insolvenzdaten.

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