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Nicht nur für Österreich kann die Neue Seidenstraße zur Jahrhundertchance werden, auch für Deutschland können sich neue Möglichkeiten in der Beschaffungslogistik öffnen. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) fasst zusammen.

Die chinesische „Belt and Road Initiative“ ebnet den Weg in den chinesischen Beschaffungsmarkt. Im direkten Einkauf erhöhen die neuen Verbindungen die Flexibilität in der Beschaffungslogistik. Damit steigt auch die Versorgungssicherheit, was sich positiv auf das Risikomanagement auswirkt. Mindestbestände können reduziert werden, in begrenztem Rahmen ist auch Single Sourcing möglich, wie Unternehmen berichten.

Westchina könnte profitieren

Aktuell bezieht Deutschland vor allem elektronische Bauteile bzw. Fertigwaren und Textilien aus China. Durch die neuen Zugverbindungen dürfte sich auch die Beschaffung von Rohstoffen aus Nordwestchina sowie zentralasiatischen Ländern verbessern. 70 Prozent der Lieferanten europäischer Unternehmen kommen bislang aus dem Südosten des Landes, die restlichen aus der Mitte, dem Osten und Nordosten. Mit den neuen Zugverbindungen könnte sich dies zugunsten Westchinas verschieben.

Der Anteil der Schiene am gesamten Warenaustausch Deutschlands mit China liegt aktuell noch bei unter einem Prozent. Dabei kann mit dem Zug im Vergleich zur Seefracht die Transportdauer von 30 auf rund 15 Tage halbiert werden, Tendenz fallend. Gegenüber der Luftfracht liegt die Kosteneinsparung bei rund 80 Prozent.

Allerdings bremsen die maximalen Kapazitäten von 42 Containern pro Zug und der zweimalig notwendige Umladevorgang das Projekt. Die Umladung ist notwendig aufgrund unterschiedlicher Spursysteme der Bahnsysteme in den Transitländern.

Foto: Wikimedia/Tart CC BY-SA 3.0

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