Verkehrsminister Norbert Hofer gab gestern ( 5.Februar) bekannt, die Nachtfahrgeschwindigkeitsbegrenzung für LKW über 7,5 t von aktuell 60 auf zukünftig 70 km/h via StVO-Novelle anheben zu wollen. Zugleich würde sich die Dauer der Geschwindigkeitsbegrenzung um eine Stunde verlängern – nämlich von 22 Uhr bis 6 Uhr in der Früh statt wie bisher nur bis 5 Uhr.

Für Lastkraftwagenfahrer, die in der Nacht unterwegs sein müssen, ist die Anhebung um 10 km/h eine Erleichterung in ihrer Berufsausübung. Zur angeblich erhöhten Lärm- und Umweltbelastung ist klar festzuhalten, dass Motor und Getriebe bei LKW nicht auf eine Reisegeschwindigkeit von 60 km/h abgestimmt sind und bei 70 km/h aufgrund von niedrigerer Motordrehzahlen die Belastungen sinken.

Wo bleibt die Nachtfahrgeschwindigkeitsbegrenzung bestehen?

Die Strecken, auf denen explizit 60 km/h verordnet wurden, sollen jedoch weiter bestehen bleiben, betont Hofer. Das wären etwa die Brenner-, Inntal- und Rheintalautobahn sowie die Südosttangente. In diesem Bereich ist das Transitverkehrsaufkommen deutlich höher als auf anderen Autobahnen, weshalb aus Verkehrssicherheitsgründen eine Anhebung nicht ratsam wäre.

Verkehrswirtschaft plädiert für Tempo 80 für LKW

Die Verkehrswirtschaft begrüßte die Ankündigung des Ministers, die Nachtfahrgeschwindigkeitsbegrenzung für LKW zu lockern.

Die Geschwindigkeitserhöhung ist eine richtungsweisende Entscheidung, die nicht nur der Verkehrswirtschaft Vorteile bringt. Erwiesenermaßen wirkt sich eine geringere Geschwindigkeitsdifferenz zum Pkw auch positiv auf die Verkehrssicherheit aus. Zudem ist das konstante Fahren mit 70 km/h umweltfreundlicher und bringt keine Verschlechterung beim Lärmschutz, kommentierte Erik Wolf, Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Trotzdem tritt die Branche von ihren Forderungen nicht ab und plädiert weiterhin für Tempo 80 für LKW.

Es wäre in jeder Hinsicht sinnvoll, auf Österreichs Autobahnen generell Tempo 80 für LKW zuzulassen und darüber in weiterhin konstruktive Gespräche mit Verkehrsminister Hofer einzutreten, so Wolf.

Foto: wikimedia.org

 

 

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