Die Abschnittskontrolle (Section Control), die noch im Dezember auf der Bundesstraße B6 in Niedersachsen in Betrieb genommen wurde, bietet gegenüber den üblichen „Blitzern” einen großen Vorteil. Der DVR fordert deshalb die anderen Bundesländer auf, dem Beispiel Niedersachsens zu folgen und vor allem an geeigneten Unfallstrecken möglichst schnell ebenfalls eine Section Control einzurichten.

Section Control in Europa bereits weit verbreitet

So verzeichnete Österreich beispielsweise ein rückläufiges Unfallgeschehen auf den Strecken mit Section Control. Die Zahl der Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten konnte auf diesen Strecken halbiert werden. Mit der Abschnittskontrolle werden also Menschenleben gerettet.

Zugleich bietet dieses System mehr Gerechtigkeit für alle, die sich nicht nur punktuell an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Der DVR fordert deshalb die anderen Bundesländer auf, dem Beispiel Niedersachsens zu folgen und vor allem an geeigneten Unfallstrecken möglichst schnell ebenfalls eine Section Control einzurichten.

Etliche europäische Staaten, darunter Österreich, die Schweiz, Italien, England und Schottland, nutzen Section Control seit vielen Jahren. Auf den jeweiligen Strecken sanken die Unfallzahlen und auch die Zahl Getöteter und Verletzter. Nach Angaben des European Transport Safety Council (ETSC) halbierte sich in Österreich auf einem Tunnelabschnitt der Donauautobahn in Wien seit Einführung der Section Control die Zahl der tödlichen Unfälle. Als weitere positive Auswirkungen sind die Verringerung der mittleren Geschwindigkeit sowie eine Harmonisierung der Fahrgeschwindigkeiten zu nennen.

Die Section Control erhöht die Verkehrssicherheit, wie die Erfahrungen unserer europäischen Nachbarn zeigen, sagt Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des DVR.

So funktioniert die Abschnittskontrolle Section Control

Anders als bei „Blitzern” misst die Abschnittskontrolle die Geschwindigkeit in einem definierten Abschnitt, der sich über mehrere Kilometer erstrecken kann. Aus der ermittelten Fahrtzeit errechnet sich die Durchschnittsgeschwindigkeit jedes einzelnen Fahrzeugs. Section Control erkennt und erfasst so alle, die streckenbezogen zu schnell fahren.

Durch die Messung der Geschwindigkeit über einen längeren Abschnitt erhält man ein besseres Bild des jeweiligen Fahrverhaltens. Zudem entfällt das übliche Abbremsen und anschließende Beschleunigen, das man von stationären oder mobilen Geschwindigkeitsmessungen, sogenannten Blitzern, kennt. Mit Section Control können Autobahnabschnitte, in denen es besonders häufig zu Unfällen durch überhöhte Geschwindigkeit kommt, wirkungsvoller als bisher überwacht werden. In Gefahrenbereichen wie Unfallhäufungsstrecken, Tunnelanlagen oder Baustellen wird die Verkehrssicherheit effektiv erhöht, erläutert Dr. Detlev Lipphard, Verkehrstechnik-Experte des DVR.

Aufgrund der positiven Erfahrungen in Europa empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat bereits seit dem Jahr 2010 die Einführung der abschnittbezogenen Geschwindigkeitskontrolle zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Er begrüßt daher sehr, dass das niedersächsische Innenministerium die Initiative übernommen hat.

Foto: Trans.INFO

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