In der letzten Woche veröffentlichte die Europäische Kommission Ergebnisse von zwei Untersuchungen, die sie noch 2020 zwecks Einschätzung der zu erwartenden Folgen von zwei konkreten Aspekten des Mobilitätspakets in Auftrag gab. Daraus ergibt sich, dass uns jedes Jahr von bis zu 3,3 Mio. Tonnen zusätzliche CO2-Emissionen drohen.

Zwei Anforderungen, d.h. die Rückkehrpflicht des Fahrzeugs in jeweiliges Mitgliedssland seines Sitzes alle acht Wochen und Anwendung von Kabotage-Kontingenten in internationalen Kombitransporten sind durch das Europäische Parlament und den EU-Rat hinzugefügt worden. Sie waren kein Teil des ursprünglichen Vorschlags zum Mobilitätspaket, welches durch die Europäische Kommission vorbereitet wurde.

Im Laufe der Paket-Verhandlungen brachte die Kommission die Befürchtung betreffend diese zwei Aspekte zum Ausdruck, indem sie darauf hinwies, dass diese mit Ambitionen des Europäischen Grünen Deals in Widerspruch stehen. Der Einfluss dieser zwei Vorschriften wurde vor der Annahme des Mobilitätspakets durch die Mit-Gesetzgeber nicht unterzogen, deswegen verpflichtete sich die Kommission, diese hinsichtlich deren wahrscheinlichen Einflusses auf das Klima, die Umwelt und den einheitlichen Markt genau einzuschätzen. Beide Untersuchungen wurden durch unabhängige Berater durchgeführt und sind bereits abgeschlossen. Die Kommission ließ die Ergebnisse der Analysen den Mitgliedsländern und dem Europäischen Parlament zukommen.

Die CO2-Emissionen werden steigen

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Rückkehrpflicht für die LKWs und die auf Operationen im kombinierten Transport auferlegten Kontingente wahrscheinlich negative Folgen und zum Anstieg der Transport-Emissionen führen werden.

Die Analyse der Rückkehrpflicht für Fahrzeuge zeigt, dass im Szenario, das nach der Untersuchung am wahrscheinlichsten ist, diese Vorschrift zusätzliche Fahrten verursachen kann, die potentiell von bis zu 2,9 Mio. Tonnen der zusätzlichen CO2-Emissionen im Jahre 2023 (Anstieg der Emissionen aus internationalem Gütertransport auf Straßen um 4,6 %) zur Folge haben werden. In allen drei analysierten Szenarien beträgt der Anstieg von CO2-Emissionen von 0,8 bis 4,6 %.

Die Kabotage-Beschränkungen werden in intermodale Transporte schlagen

In der Untersuchung, die sich auf Kabotage-Kontingenten für internationale kombinierte Transporte konzentrieren, wurde es eingeschätzt, dass die allgemeine Nutzung durch die Mitgliedsländer zu zusätzlichen 397 Tsd. Tonnen CO2-Emissionen und zu potentiell negativen langfristigen Folgen für Schienen- und intermodalen Gütertransporten führen könnte.

Betrachtet man die Ergebnisse beider Untersuchungen, könnten diese zwei Vorschriften bis zu 3,3 Mio. Tonnen zusätzlichen CO2-Emissionen führen, was mit dem jährlichen Wert der gesamten Transport-Emissionen in Estland vergleichbar ist. Diese könnten ebenfalls bis zu 704 Tonnen Stickstoffoxide und 251 Tonnen Feinstaub (PM 2,5) erzeugen.

Foto: Flickr/Tobias Nordhausen CC BY 2.0

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