Mehr als 150 Weltpremieren und Neuheiten sind für die IAA Transportation 2026 angekündigt. Für Speditionen und Flottenbetreiber ist ihre Zahl allerdings weniger interessant als die Frage, was hinter den neuen Fahrzeugen und Technologien steckt.
Das Wichtigste im Überblick
- Elektro-Lkw: MAN kündigt für den neuen eTGX bis zu 720 Kilometer Reichweite und 750 kW MCS-Ladeleistung an. Volvo nennt bis zu 700 Kilometer, Mercedes erweitert den eActros um einen Lowliner für Volumentransporte. Tesla will in Hannover erstmals konkretere Daten zur Europa-Version des Semi vorlegen.
- Software und KI: Schmitz Cargobull will Trailerdaten mit KI auswerten, um Auffälligkeiten und möglichen Wartungsbedarf früher zu erkennen. Gleichzeitig wird die Frage wichtiger, wie sich Daten verschiedener Zugmaschinen, Trailer und Telematiksysteme zusammenführen lassen.
- Automatisiertes Fahren: Valeo zeigt Sensorik, Kameras und Rechentechnik für Fahrerassistenz und automatisierte Funktionen. DAF und das schwedische Technologieunternehmen Einride arbeiten an einem batterieelektrischen Level-4-Lkw. Auch aus China kommen entsprechende Ankündigungen.
- Chinesische Hersteller: Farizon baut Händler- und Ersatzteilstrukturen in Europa auf, SANY ist bereits mit Elektro-Lkw in Deutschland aktiv. Sinotruk und SuperPanther lassen Fahrzeuge bei Steyr Automotive in Österreich fertigen. Damit geht der Markteintritt bei einigen Anbietern inzwischen über reine Fahrzeugimporte hinaus.
- Wasserstoff: Daimler Truck, Volvo, Toyota und weitere Industrie- und Energieunternehmen wollen Fahrzeughochlauf, Wasserstoffversorgung und Tankstellen stärker koordinieren. Gleichzeitig kommen erste NextGenH2 Trucks von Mercedes-Benz in den Kundeneinsatz.
Wie weit kommt ein Elektro-Lkw im realen Fernverkehr? Wo lässt er sich mit 750 kW oder mehr laden? Kann Software einen technischen Defekt am Trailer erkennen, bevor das Fahrzeug ausfällt? Wie weit sind Level-4-Projekte tatsächlich vom Straßeneinsatz entfernt? Und verfügen neue Hersteller aus China über Werkstätten, Ersatzteile und Vertriebspartner, wenn ihre Fahrzeuge in europäischen Flotten eingesetzt werden?
Die bislang angekündigten Neuheiten geben darauf noch nicht alle Antworten. Sie zeigen aber, wo sich der Nutzfahrzeugmarkt derzeit konkret verändert.
1. Elektro-Lkw: Reichweite allein reicht nicht mehr
Beim batterieelektrischen Fernverkehr verschiebt sich die Diskussion. Die Hersteller arbeiten längst nicht mehr nur an größeren Batterien. Ladeleistung, Energieverbrauch und unterschiedliche Fahrzeugkonfigurationen rücken stärker in den Vordergrund – ebenso die Frage, wie sich Elektro-Lkw in bestehende Umläufe integrieren lassen.
MAN liefert dafür ein Beispiel. Der neue eTGX, der in Hannover Weltpremiere feiern soll, erhält nach den bislang veröffentlichten Angaben eine neue Batteriegeneration mit zehn Prozent mehr nutzbarer Energie. Für eine 4×2-Sattelzugmaschine mit sechs Batteriepaketen und 552 kWh Gesamtkapazität werden bis zu 660 Kilometer Reichweite genannt. Eine künftig verfügbare 6×2-Version mit sieben Paketen und 644 kWh soll unter günstigen Bedingungen bis zu 720 Kilometer ohne Zwischenladen erreichen. Die maximale MCS-Ladeleistung gibt MAN mit 750 kW an.
Gerade die Ladeleistung zeigt allerdings, wo sich die Herausforderung zunehmend vom Fahrzeug auf den Betrieb verlagert. Ein Lkw, der technisch 750 kW aufnehmen kann, nutzt diesen Vorteil nur, wenn eine entsprechend leistungsfähige Ladestation verfügbar ist. MAN will deshalb auch Lösungen für das Laden im Depot und für Standorte mit begrenzter Netzanschlussleistung thematisieren. Netzanschluss, Lastmanagement und verfügbare Ladefenster werden damit Teil der Flottenplanung.
Mercedes-Benz Trucks setzt einen anderen Akzent. Mit dem eActros Lowliner erweitert der Hersteller sein Elektroangebot um eine Variante für Volumentransporte. Die niedrige Aufsattelhöhe ermöglicht Auflieger mit größerem Innenraum – relevant etwa für Automotive- und andere Verkehre, bei denen das Ladevolumen früher ausgeschöpft ist als das zulässige Gewicht. Der Lowliner wird mit zwei oder drei Batteriepaketen angeboten. Bestellungen sollen ab dem dritten Quartal 2026 möglich sein, die Produktion in Wörth ist ab dem zweiten Quartal 2027 vorgesehen.

eActros Lowliner-Variante. / Quelle: Daimler Truck AG
Das ist für die Entwicklung des E-Lkw-Marktes nicht unwesentlich: Die Hersteller erweitern ihre elektrischen Baureihen inzwischen auf speziellere Einsatzprofile, statt nur Diesel-Sattelzugmaschinen durch elektrische Pendants zu ersetzen.
Auch Renault Trucks und Volvo arbeiten an der nächsten Generation ihrer Fernverkehrsmodelle. Renault rückt den E-Tech T 780 in den Vordergrund und entwickelt parallel den E-Tech T 540 weiter. Volvo nennt für den neuen FH Aero Electric mit erweiterter Reichweite bis zu 700 Kilometer. Beide Hersteller halten zugleich weitere Antriebsarten im Programm.
Ein weiterer Prüfstein kommt aus den USA. Tesla will in Hannover konkretere Angaben zur Europa-Version des Semi und zum geplanten Marktstart vorlegen. Für europäische Transportunternehmen werden dabei weniger die bekannten Reichweitenversprechen als Daten zu Nutzlast, Fahrzeugabmessungen, Ladeleistung sowie Service- und Ladeinfrastruktur interessant sein. Erst damit lässt sich beurteilen, wie der Semi gegenüber den inzwischen verfügbaren europäischen Fernverkehrs-E-Lkw einzuordnen ist.
Auch die Zulieferer zeigen, dass die Antriebsentwicklung nicht ausschließlich zwischen Diesel und reinem Batterie-Lkw verläuft. ZF bringt mit TraXon 2 Hybrid Technik für Voll- und Plug-in-Hybridantriebe nach Hannover. Mahle stellt einen Range Extender für schwere Elektro-Lkw vor, bei dem ein Verbrennungsmotor über einen Hochvoltgenerator zusätzliche elektrische Energie bereitstellt.
Für Flottenbetreiber wächst damit die Zahl der technischen Möglichkeiten. Eine Reichweite von 600 oder 700 Kilometern allein entscheidet jedoch nicht über die Wirtschaftlichkeit. Anschaffungspreis, realer Energieverbrauch, Nutzlast beziehungsweise Ladevolumen, Tagesfahrleistung, Standzeiten und verfügbare Ladeleistung müssen zum jeweiligen Einsatz passen.
2. KI und Software ziehen in das gesamte Gespann ein
Die Digitalisierung endet nicht mehr an der Sattelplatte. Trailerhersteller verknüpfen Sensoren, Telematik, Diagnose und Wartungsdaten und versuchen zunehmend, technische Auffälligkeiten zu erkennen, bevor daraus ein Ausfall entsteht.
Bei Schmitz Cargobull bildet TrailerConnect die Datenbasis. Je nach Ausstattung lassen sich unter anderem Position, Laderaumtemperatur, Reifendruck sowie verschiedene Fahrzeug- und Zustandsdaten erfassen. Hinzu kommen Informationen beispielsweise zu Türöffnungen, Bremsereignissen oder dem Betrieb von Kühlaggregaten.
Für die IAA kündigt Schmitz eine stärkere Nutzung KI-gestützter Auswertungen an. Algorithmen sollen Daten auf Auffälligkeiten, Verschleißanzeichen und mögliche Defekte untersuchen. Der Hersteller verwendet dafür den Begriff „Software-defined Trailer“.
Für einen Flottenbetreiber ist allerdings weniger entscheidend, ob eine Funktion als KI vermarktet wird. Interessant wird sie, wenn aus den vorhandenen Daten zuverlässig ein Wartungsbedarf abgeleitet werden kann – und ein Trailer geplant in die Werkstatt kommt, statt ungeplant auszufallen.
Krone verfolgt mit „Built as one“ einen breiter gefassten Ansatz. Fahrzeugbau, Komponenten und digitale Dienste sollen stärker miteinander verbunden werden. Zum gemeinsamen Auftritt gehören unter anderem Knapen, Schwarzmüller, Hüffermann, Trailer Dynamics und Gigant.
Mit der wachsenden Zahl digitaler Systeme entsteht allerdings eine weitere praktische Frage: Wie gut lassen sich die Daten verschiedener Hersteller zusammenführen? Speditionen betreiben selten ausschließlich Zugmaschinen, Trailer und Telematik eines einzigen Anbieters. Offene Schnittstellen und die Integration in bestehende Flottenmanagementsysteme können deshalb wichtiger werden als die nächste zusätzliche Funktion im Herstellerportal.
3. Autonomes Fahren: Zwischen Assistenzsystem und Level 4 liegt noch viel Entwicklungsarbeit
Beim automatisierten Fahren verlagert sich der Blick vom einzelnen „autonomen Lkw“ auf die Technik, die höhere Automatisierungsstufen überhaupt ermöglicht.
Ein Beispiel ist Valeo, ein französischer Automobilzulieferer mit Sitz in Paris, der unter anderem Systeme für Elektrifizierung, Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren entwickelt. Der Konzern erzielte 2025 rund 20,9 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt weltweit etwa 100.000 Menschen. Für die Nutzfahrzeugbranche baut Valeo insbesondere sein Geschäft mit Fahrerassistenzsystemen und Technik für automatisiertes Fahren aus.
In Hannover will Valeo unter anderem Sensor- und Kamerasysteme, Recheneinheiten sowie Technik zur Reinigung von Sensoren zeigen. Das klingt zunächst nach einzelnen Komponenten, ist für höhere Automatisierungsstufen aber zentral: Ein automatisierter Lkw muss seine Umgebung zuverlässig erfassen, die Informationen verschiedener Sensoren zusammenführen und daraus in Echtzeit Fahrentscheidungen ableiten. Kameras und Sensoren müssen zudem auch bei Regen, Schmutz oder schwierigen Sichtverhältnissen funktionieren.
Valeo entwickelt solche Systeme bis hin zu Anwendungen für SAE Level 4. Das Unternehmen arbeitet dabei nicht nur an Sensoren, sondern auch an zentralen Rechnern und Software zur Verarbeitung der Daten.
Konkreter wird die Entwicklung auf Fahrzeugseite bei DAF und Einride. Einride ist ein schwedisches Technologieunternehmen, das elektrische und autonome Transportlösungen entwickelt. Gemeinsam wollen die Unternehmen das autonome Fahrsystem von Einride in einen batterieelektrischen DAF-Lkw integrieren. Tests und Validierungen sind noch für 2026 vorgesehen, für 2027 ist die Integration der Einride-Software in einen DAF-Lkw geplant.
Level 4 bedeutet dabei nicht, dass ein solcher Lkw anschließend ohne Fahrer auf beliebigen europäischen Straßen unterwegs sein kann. Das Fahrzeug übernimmt die Fahraufgabe selbstständig innerhalb eines definierten Einsatzbereichs und unter festgelegten Bedingungen. Welche Strecken und Anwendungen dafür zugelassen werden, ist deshalb ebenso wichtig wie die Technik im Fahrzeug.
Aus China kommen gleichzeitig offensivere Ankündigungen. Skyworth Auto, ein chinesischer Fahrzeughersteller, will in Hannover den schweren Elektro-Lkw Z9 präsentieren, für den ebenfalls Level 4 angekündigt wird. Für europäische Flotten ist mit dieser Einstufung allein allerdings noch nicht geklärt, welche Funktionen tatsächlich verfügbar sein werden, unter welchen Bedingungen sie genutzt werden können und wie eine europäische Zulassung aussehen würde.
Zwischen einem mit „Level 4“ angekündigten Fahrzeug und einem Lkw, der ohne Fahrer regulär Transporte auf öffentlichen Straßen übernehmen kann, liegen damit noch erhebliche technische und regulatorische Schritte.
4. Chinesische Hersteller bauen Strukturen in Europa auf
Bei chinesischen Nutzfahrzeugherstellern ist inzwischen eine andere Frage interessanter als die nächste Fahrzeugpremiere: Bleibt es bei Import und Messepräsenz oder entstehen belastbare Vertriebs-, Service- und Produktionsstrukturen in Europa?
Die Nutzfahrzeugmarke des chinesischen Geely-Konzerns – Farizon liefert dafür ein Beispiel. Farizon bringt den elektrischen Homtruck erstmals auf eine europäische Messe. Für die auf Europa ausgerichtete Version werden 600 kWh Batteriekapazität und rund 500 Kilometer Reichweite genannt. Einen konkreten Termin für den europäischen Verkaufsstart des schweren Lkw hat das Unternehmen bislang nicht genannt.

IAA-Premiere für den E-Lkw Homtruck. / Quelle: Farizon
Parallel entstehen bereits Strukturen für das Europageschäft. Farizon ist in Deutschland und Frankreich gestartet und baut sein Händlernetz auf. Im April eröffnete das Unternehmen in Gaggenau sein erstes europäisches Ersatzteillager; dort werden auch Händler geschult.
Bei Sinotruk geht die Lokalisierung weiter. Seit März 2026 werden Diesel- und Elektro-Lkw des chinesischen Herstellers bei Steyr Automotive in Österreich montiert. Zunächst erfolgt die Fertigung in SKD-Bauweise. Bei höheren Stückzahlen ist nach Angaben von Steyr Automotive eine Ausweitung auf CKD einschließlich Kabinenfertigung und Lackierung vorgesehen.
Auch SuperPanther nutzt Österreich als Produktionsstandort: Die Serienproduktion des elektrischen eTopas 600 bei Steyr Automotive ist bereits angelaufen.
Der chinesische Nutzfahrzeug- und Baumaschinenhersteller SANY wiederum verfügt über ein europäisches Ersatzteillager in Deutschland und setzt beim Service seiner Elektro-Lkw unter anderem auf Putzmeister und das Werkstattnetz Alltrucks. Der Hersteller hat bereits mit Auslieferungen in Deutschland begonnen.

SANY e263: Elektro-Lkw mit 636-kWh-Batterie, über 500 km Reichweite und hoher Nutzlast bei nur 10,9 Tonnen Leergewicht. / Quelle: SANY
Farizon, SANY, Sinotruk und SuperPanther sind dabei nur ein Teil der chinesischen Präsenz. Auch Dongfeng, Foton, FAW Trucks, Skyworth und DeepWay werden in Hannover erwartet. Auf Zulieferseite kommt mit CATL einer der weltweit bedeutendsten Batteriehersteller hinzu.
Damit findet der Wettbewerb nicht mehr ausschließlich über importierte Fahrzeuge statt. Montage in Österreich, Ersatzteillager in Deutschland und neue Händler- und Servicenetze sind erste Schritte zu einer lokalen Präsenz. Ob daraus dauerhaft relevante Marktanteile entstehen, ist offen.
Für europäische Flottenkunden werden sich die Anbieter nicht allein über Kaufpreis, Batteriekapazität oder Reichweite messen lassen müssen. Werkstattabdeckung, Ersatzteilverfügbarkeit, Finanzierung, Homologation und Restwerte entscheiden mit darüber, ob ein neuer Hersteller für eine Flotte überhaupt infrage kommt.
5. Wasserstoff: Jetzt geht es um das System hinter dem Lkw
Eine der wichtigsten Wasserstoffmeldungen unmittelbar vor der IAA betrifft keinen einzelnen Lkw.
Mehrere Lkw-Hersteller, Zulieferer sowie Wasserstoff- und Energieunternehmen wollen erstmals ihre Investitionen in Fahrzeuge, Kraftstoffversorgung und Tankstellen stärker koordinieren. Zu der am 3. September angekündigten Initiative gehören unter anderem Daimler Truck, Volvo Group und Toyota sowie Bosch, Air Liquide und TotalEnergies. Auch TEAL Mobility, das von Air Liquide und TotalEnergies gegründete Joint Venture für Wasserstofftankstellen, ist beteiligt. Weitere Details sollen am 15. September folgen.
Damit rückt eine Frage in den Vordergrund, die bei der bisherigen Wasserstoffdebatte oft hinter Reichweitenangaben stand: Wer baut gleichzeitig Fahrzeuge, Tankstellen und Wasserstoffversorgung auf – und zu welchem Preis?
Denn die Abhängigkeiten sind erheblich. Ein Wasserstoff-Lkw ist für einen Flottenbetreiber nur dort sinnvoll einsetzbar, wo zuverlässig Kraftstoff verfügbar ist. Tankstellenbetreiber wiederum benötigen genügend Fahrzeuge und Wasserstoffabsatz, damit sich ihre Investitionen rechnen. Die beteiligten Unternehmen nennen deshalb wettbewerbsfähige Gesamtbetriebskosten ausdrücklich als Ziel.
Gleichzeitig kommt Bewegung auf die Fahrzeugseite. Mercedes-Benz Trucks plant ab Ende 2026 eine Kleinserie von rund 100 NextGenH2 Trucks für den Kundeneinsatz in Deutschland. Die Brennstoffzellen-Lkw nutzen Flüssigwasserstoff; Daimler Truck nennt Reichweiten von deutlich mehr als 1.000 Kilometern pro Tankfüllung. Erster Logistikkunde ist Dachser. Ab Ende Dezember soll ein Fahrzeug vom Logistikzentrum Karlsruhe aus im Fernverkehr eingesetzt werden, zwei weitere sollen bis Mitte 2027 folgen.
Volvo verfolgt parallel zwei Wasserstoffpfade. Der Hersteller zeigt sowohl einen Brennstoffzellen-Lkw als auch einen Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Bei der Brennstoffzelle wird aus Wasserstoff elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Beim zweiten Konzept wird Wasserstoff im Verbrennungsmotor eingesetzt. Für den Wasserstoff-Verbrenner nennt Volvo eine geplante Markteinführung vor 2030.

Volvo Trucks zeigt sowohl einen Brennstoffzellen-Lkw als auch einen Wasserstoff-Lkw mit Verbrennungsmotor. / Quelle: Volvo Trucks
Damit wird Wasserstoff 2026 konkreter, ist aber noch weit von einem flächendeckenden Einsatz entfernt. Die entscheidende Rechnung besteht nicht aus Reichweite und Tankzeit allein. Fahrzeugpreis, Wasserstoffpreis, Tankstellennetz, Wartung und Auslastung müssen zusammenpassen.
Was davon im Fuhrpark ankommt, entscheidet sich nach der Messe
Die technischen Daten werden in Hannover schnell vergleichbar sein. Schwieriger wird die Rechnung dahinter.
Bei Elektro-Lkw geht es neben Reichweite und Ladeleistung um Anschaffungskosten, Nutzlast, Energieverbrauch, Strompreis und verfügbare Ladepunkte. Bei Wasserstoff kommen Kraftstoffpreis und Tankstellennetz hinzu. Bei neuen Marktteilnehmern werden Werkstattabdeckung, Ersatzteile, Finanzierung und Restwerte eine Rolle spielen. Und bei KI- und Automatisierungslösungen muss sich zeigen, ob sie im Alltag tatsächlich Ausfälle, Aufwand oder Betriebskosten reduzieren.
Dabei lohnt sich auch der Blick auf den jeweiligen Entwicklungsstand. Der eActros Lowliner ist ab dem dritten Quartal bestellbar und soll 2027 in Produktion gehen. Daimler schickt Ende dieses Jahres erste NextGenH2 Trucks in den Kundeneinsatz. DAF und Einride stehen bei Level 4 dagegen noch vor Integrations- und Erprobungsschritten. Beim Tesla Semi fehlen für Europa wiederum wichtige Daten, die erst noch veröffentlicht werden sollen. Genau diese Unterschiede gehen zwischen den großen Premierenankündigungen leicht verloren.
Die IAA Transportation findet vom 15. bis 20. September 2026 in Hannover statt. Trans.info ist bereits am Pressetag am 14. September vor Ort. Wir werden die angekündigten Reichweiten, Ladeleistungen und Softwarefunktionen ebenso prüfen wie die Europa-Pläne neuer Hersteller. Mit OEMs, Zulieferern, Spediteuren, Flottenbetreibern und Experten wollen wir darüber sprechen, was bereits bestellbar ist, welche Kosten dahinterstehen und wo für den praktischen Einsatz noch Infrastruktur oder regulatorische Voraussetzungen fehlen.

Achim Puchert, CEO Mercedes-Benz Trucks (rechts), und Content Creator und Berufskraftfahrer Tobias Wagner („Elektrotrucker“) vor dem batterieelektrischen Fernverkehrs Lkw eActros 600, der auf der IAA Transportation auf eine Weltumrundung startet. / Quelle: Daimler Truck AG









