Hintergrund sind mehrere Ankündigungen großer Linienreedereien, die ihre Freight-All-Kinds-Raten (FAK) anheben oder zusätzliche Peak-Season-Zuschläge für die Asien–Europa-Verkehre einführen. Damit zielen die Anbieter darauf ab, das Preisniveau zum Start der Hochsaison spürbar nach oben zu verschieben.
MSC: neue FAK-Niveaus ab 15. Juni
Laut einer aktuellen Kundeninformation von MSC gelten die neuen Raten ab allen Fernost-Häfen – einschließlich Japan, Korea und Südostasien – für Ziele in Nordeuropa, im Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer. Die Sätze gelten ab 15. Juni und sind vorerst bis spätestens 30. Juni befristet.
Für Sendungen von Fernost nach Nordeuropa nennt MSC 3.000 US-Dollar je 20-Fuß-Dry-Container sowie 6.000 US-Dollar je 40-Fuß-Dry- beziehungsweise High-Cube-Container. Für das westliche Mittelmeer und die Adria werden 3.250 US-Dollar (20 Fuß) und 6.500 US-Dollar (40 Fuß) ausgewiesen. Im östlichen Mittelmeer liegen die Werte bei 3.100 US-Dollar und 6.200 US-Dollar. Für das Schwarze Meer nennt MSC 3.150 US-Dollar (20 Fuß) und 6.300 US-Dollar (40 Fuß).
Damit knüpft die Reederei an eine frühere Juni-Mitteilung an: Für den Zeitraum vom 1. bis 14. Juni hatte MSC für Far East–Nordeuropa 2.820 US-Dollar je 20-Fuß-Container und 4.700 US-Dollar je 40-Fuß-Container veröffentlicht. Für den 40-Fuß-Satz Richtung Nordeuropa entspräche das einem geplanten Anstieg um 1.300 US-Dollar zwischen erster und zweiter Junihälfte.
MSC weist darauf hin, dass in den genannten Raten der Basispreis sowie – sofern zutreffend – eine Global Fuel Surcharge und Zuschläge für Emission-Control-Areas (ECA) enthalten sind. Zusätzlich können weitere Aufschläge anfallen, etwa lokale Gebühren, Terminal Handling Charges sowie CO2-bezogene Kosten.
CMA CGM und Hapag-Lloyd erhöhen ebenfalls
Mit dem Vorstoß steht MSC nicht allein. Auch andere große Anbieter haben höhere Raten angekündigt.
CMA CGM hat für Asien–Nordeuropa neue FAK-Raten veröffentlicht: 2.900 US-Dollar je 20-Fuß-Container und 4.700 US-Dollar je 40-Fuß-Container (inklusive High Cube oder Reefer) für den Zeitraum vom 1. bis 14. Juni. Nach Angaben der französischen Reederei gelten die Sätze ab asiatischen Häfen für Nordeuropa – inklusive Vereinigtes Königreich sowie Häfen von Portugal bis Finnland und Estland.
Für Verkehre Richtung Mittelmeer und Nordafrika kündigt CMA CGM ebenfalls höhere FAK-Raten ab 15. Juni an. Für das westliche Mittelmeer werden 4.800 US-Dollar (20 Fuß) und 6.500 US-Dollar (40 Fuß) genannt, für die Adria 4.900 US-Dollar und 6.600 US-Dollar. Ziele im östlichen Mittelmeer sowie am Schwarzen Meer sind mit 4.900 US-Dollar je 20-Fuß-Container und 6.700 US-Dollar je 40-Fuß-Container gelistet. Den höchsten ausgewiesenen Satz nennt CMA CGM für Algerien: 6.500 US-Dollar (20 Fuß) und 9.200 US-Dollar (40 Fuß).
Hapag-Lloyd hat seinerseits eine Preisankündigung für Fernost–Europa ab 1. Juni veröffentlicht. Der Carrier teilt mit, dass die FAK-Raten zwischen Fernost und Europa für 20- und 40-Fuß-Dry- sowie Reefer-Container (einschließlich High Cube) steigen werden.
Für Fernost–Nordeuropa weist Hapag-Lloyd 2.800 US-Dollar je 20-Fuß-Container sowie 4.300 US-Dollar je 40-Fuß- beziehungsweise 40-Fuß-High-Cube-Container aus. Für das westliche Mittelmeer, die Adria-Region und Türkiye liegen die Sätze höher: 3.900 US-Dollar (20 Fuß) und 5.500 US-Dollar (40 Fuß/High Cube).
Für das östliche Mittelmeer, Ägypten und Ziele am Schwarzen Meer (einschließlich Bulgarien und Rumänien) nennt Hapag-Lloyd 3.950 US-Dollar je 20-Fuß-Container und 5.600 US-Dollar je 40-Fuß-/High-Cube-Container. Laut Hapag-Lloyd ist eine Marine Fuel Recovery bereits enthalten; darüber hinaus gelten die üblichen Tarifbedingungen sowie mögliche Zuschläge.
Maersk führt Peak-Season-Zuschlag ein
Maersk hat separat einen Peak-Season-Surcharge für Transporte von Fernost-Asien nach Nordeuropa und ins Mittelmeer angekündigt.
Der Zuschlag gilt ab 10. Juni für Ladung aus Fernost-Asien (Südkorea ausgenommen) und ab 25. Juni für Sendungen mit Ursprung in Südkorea. Für Ziele in Nordeuropa und im Mittelmeer beziffert Maersk den Aufschlag auf 300 US-Dollar je 20-Fuß-Container sowie 600 US-Dollar je 40- oder 45-Fuß-Container.
Der Zuschlag betrifft auch Kühlcontainer, einschließlich nicht in Betrieb befindlicher Reefer (NOR).
Spotraten steigen – bleiben aber unter den angekündigten Niveaus
Die Ankündigungen fallen in eine Phase, in der die Spotraten auf der Relation Asien–Europa bereits anziehen. Der World Container Index von Drewry legte am 28. Mai um 3 % auf 2.800 US-Dollar je 40-Fuß-Container zu – der vierte Wochenanstieg in Folge. Auf der Route Asien–Europa stieg Shanghai–Rotterdam um 3 % auf 2.861 US-Dollar je 40-Fuß-Container, Shanghai–Genua um 4 % auf 4.253 US-Dollar.
Drewry führt die Entwicklung unter anderem auf früh einsetzende Hochsaison-Nachfrage, höhere FAK-Raten, Spannungen im Nahen Osten sowie gestiegene Bunkerkosten zurück. Zudem verweist der Indexanbieter darauf, dass für die Folgewoche auf dem Asien–Europa-Trade lediglich vier Blank Sailings angekündigt wurden – ein Hinweis auf vergleichsweise stabile Kapazitäten statt eines größeren Abbaus von Schiffsraum.
Trotz des Anstiegs liegt der Spotmarkt weiterhin deutlich unter dem neuen MSC-Niveau von 6.000 US-Dollar für Nordeuropa (40 Fuß) und auch unter den höchsten Mittelmeer-Sätzen, die CMA CGM und MSC ausweisen. Das unterstreicht die Größenordnung des Preissprungs, den die Reedereien im Juni durchsetzen wollen.









