CMA CGM hat Ocean Rise Express Ende Februar als neuen wöchentlichen Dienst gestartet, der Kobe, Nagoya, Yokohama, Xiamen und Yantian mit Rotterdam, Hamburg und Southampton verbindet; die Jungfernfahrt ist für den 2. April 2026 geplant. Die Reederei teilte mit, dass der Dienst Laufzeiten von 38 Tagen von Yokohama nach Rotterdam, 41 Tagen nach Hamburg und 45 Tagen nach Southampton bieten werde.
Für sich genommen wäre das nur eine weitere Netzwerkankündigung. Interessant wird die Geschichte jetzt durch die Route. Die eigenen Fahrplandaten von CMA CGM für den OCR-Dienst zeigen einen westwärts gerichteten Anlauf in Jeddah am 26. April 2026 – ein Hinweis darauf, dass das Schiff ins Rote Meer und weiter zum Suezkanal fährt, statt die längere Umleitung um das südliche Afrika zu nehmen.
Das ist eine bemerkenswerte Veränderung, denn die Umfahrung über das Kap der Guten Hoffnung ist seit Mitte Dezember 2023 der Standard für Asien–Europa-Containerdienste, nachdem Angriffe auf die Handelsschifffahrt im Roten Meer große Reedereien dazu veranlasst hatten, Suez-Passagen auszusetzen oder umzuleiten.
Eine Führung über Suez verkürzt im Vergleich zur Kap-Route sowohl Distanz als auch Transitzeit, deshalb ist die Routenänderung wichtiger als der Start des Dienstes an sich. CMA CGM vermarktete Laufzeiten für Ocean Rise Express spiegeln den kommerziellen Wert des kürzeren Korridors wider.
Aktuell sieht das jedoch nicht nach einer vollständigen Marktrückkehr nach Suez aus. Vielmehr deutet es darauf hin, dass CMA CGM einen Asien–Nordeuropa-Dienst auf der kürzeren Route testet oder selektiv wieder aufnimmt, während die Branche insgesamt vorsichtig bleibt.









