Im August 2016 haben David Nothacker, Nicolaus Schefenacker und Julius Köhler eine Onlineplattform ins Leben gerufen, die große Handelsunternehmen mit kleinen Frachtführern über eine eigens entwickelte Software verbindet. Die sennder GmbH hat sich schnell auf dem Markt etabliert, wächst auch trotz Corona-Krise weiter und mischt den Transportmarkt gründlich auf.

Nach eigenen Angaben von sennder erstreckt sich das Kunden und Frachtführer Portfolio des Start-ups über ganz Europa. Büros befinden sich in Deutschland, Italien, Spanien, Polen und Lettland. Weitere Standorte werden folgen. Dank dessen, dass das Start-up komplett digital aufgestellt ist,  bekommt es die negativen Folgen der Corona-Krise kaum zu spüren.

Wir sind als Unternehmen komplett digital aufgestellt und unterscheiden uns hierbei  maßgeblich von traditionellen Marktspielern. Im ersten Schritt konnten wir so alle  Standorte in Berlin, Breslau, Madrid und Mailand problemlos ins Homeoffice verlegen um die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten. Im zweiten Schritt  haben wir dann Kapazitäten umverteilt um die Auslastung unserer Partner zu  gewährleisten. Parallel ist so der Frachtraum natürlich auch unseren Kunden  gewährleistet, sagte uns Julius Köhler Ende April.

Trotz Corona-Krise expandiert das Start-up immer mehr und macht traditionellen Speditionen auf dem Markt mächtig Druck. Im Juni hat es die Fusion mit dem französischen Fracht-Technologieunternehmen Everoad bekanntgegeben. sennder und „Everoad by sennder” setzen sich das Ziel die Beziehung zwischen Verladern und Spediteuren zu erleichtern und mittels proprietärer Technologie kleine Frachtunternehmen mit großen Handelskonzernen zu verbinden.

Darüber hinaus hat das Start-up im Juli ein Joint Venture mit Poste Italiane , dem größten Logistikunternehmen Italiens und führenden Akteur im Bereich der Finanz-, Versicherungs- und Zahlungsdienstleistungen, abgeschlossen. Jährlich beläuft sich das Joint Venture zwischen den beiden Unternehmen auf 100 Millionen Euro. Es zielt auf die Effizienzsteigerung im Straßengüterfernverkehr ab und bedient das gesamte Full Truck Load Netzwerk.

Das JV zeigt das enorme Potenzial, welches in einer Partnerschaft aus fast 200 Jahre Erfahrung in der Logistikbranche und modernster Technologie steckt. Gemeinsam haben wir hier beispiellose Synergien und Möglichkeiten für Poste Italiane und sennder erschlossen. Wir bringen Innovation in eine Branche, die bisher weitgehend mit Fax und Papier gearbeitet hat. Wir öffnen diese Industrie für Cloud-basierte Kommunikation, innovative Auftragsdokumentation und eine effizientere Organisation der logistischen Kartierung. Unsere GPS-Verfolgung wird Poste Italiane beispielsweise durch hochpräzise Ankunftszeit-Schätzungen unterstützen, sagte David Nothacker, CEO und Co-Founder der sennder GmbH.

Das ist aber nicht alles. Vor kurzem hat das junge Unternehmen wieder einmal für Schlagzeilen in Branchenmedien gesorgt. Grund dafür war Mitte September die Übernahme des europäischen Frachtgeschäfts von Uber Freight im Rahmen einer Aktientransaktion. Die Konditionen sind offiziell  nicht bekannt, aber inoffiziell heißt es, dass der Deal einen Wert von 900 Millionen Euro hat. Im Zuge der Übernahme bilden sennder und Uber Freight eine strategische Partnerschaft mit Fokus auf die gemeinsame Weiterentwicklung von gewerblichen sowie technologischen Lösungen für die USA, Kanada und Europa. Kern der Partnerschaft ist das Spediteur-Vermittlungsprogramm. sennder kann Spediteure in Nordamerika auf der Suche nach Frachtvermittlung auf diesem Wege mit Uber Freight in Kontakt bringen, umgekehrt gilt dies auch für Uber Freight in Europa. Die Akquisition hat die digitale Spedition zum europäischen Marktführer im Bereich FTL avanciert, der ein Drittel der europäischen Frachtindustrie ausmacht.

 Wir sind sehr stolz darauf, die Nummer Eins im europäischen digitalen Straßengüterverkehr zu sein. Als führende digitale Spedition bewegen wir jeden Monat mehr als 50.000 Lastwagen in 31 Ländern. Die Akquisition von Uber Freight festigt unsere Spitzenposition. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Uber Freight und darauf, unseren Kunden zukünftig noch bessere Services und weiteren Mehrwert anbieten zu können, so Nothacker.

Bis 2024 will das Start-up einen Jahresumsatz von 1 Milliarde Euro erzielt haben. In vier bis fünf Jahren will sennder vielleicht auch an die Börse gehen. Die jungen Gründer schauen auch mit Zuversicht in neue Investitionsrunden und haben vor mindestens 100 Millionen Euro einzusammeln. 

Bisher haben solche Investoren wie Accel, Lakestar, HV Ventures, Project A und Scania 120 Millionen Euro in das Start-up investiert.

Foto: Sennder

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