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Stückgut wird teurer: DSLV-Index steigt um 3,4 Prozent

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Die Stückgutlogistik bleibt unter Druck: Im zweiten Halbjahr 2025 sind die Abwicklungskosten je Sendung erneut gestiegen. Laut Kostenindex des Bundesverbandes Spedition und Logistik (DSLV) legten die Prozesskosten um 3,39 Prozent zu, während die Sendungsmenge pro Depot zurückging.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die systemgeführten Stückgutnetze in Deutschland mussten im zweiten Halbjahr 2025 erneut steigende Kosten verkraften. Wie aus dem aktuellen DSLV-Kostenindex für Sammelgutspeditionen hervorgeht, erhöhten sich die gesamten Abwicklungskosten einer Sendung gegenüber dem zweiten Halbjahr 2024 um 3,39 Prozent.

Der Index basiert auf Daten aus 13 Stückgutnetzwerken mit insgesamt 128 Depots und einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Menge von rund 19,3 Millionen Sendungen.

Personal bleibt größter Kostenblock

Den größten Anteil an den Abwicklungskosten haben weiterhin die Personalkosten. Sie machten im zweiten Halbjahr 2025 rund 51 Prozent der Gesamtkosten aus und stiegen im Jahresvergleich um 3,66 Prozent.

Nach Angaben des DSLV hängt der Anstieg unter anderem mit der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2025 zusammen, die sich auf die gesamte Lohn- und Gehaltsstruktur in den Logistikunternehmen ausgewirkt habe.

Damit bleibt Personal der wichtigste Kostentreiber in den Stückgutnetzen.

Sachkosten steigen stärker als Treibstoff und Maut

Noch stärker als die Personalkosten legten die Sachkosten zu. Sie stiegen im Jahresvergleich um 4,20 Prozent und machten im zweiten Halbjahr 2025 rund 33 Prozent der gesamten Abwicklungskosten aus. Auf die Gesamtkosten wirkte sich das mit 1,40 Prozentpunkten aus.

Hier schlagen sich laut Verband vor allem Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung der Umschlagstandorte sowie in die Transformation der Fahrzeugflotten nieder. Dazu zählen beispielsweise die Anschaffung batterieelektrischer LKW sowie der Aufbau betrieblicher Ladeinfrastruktur.

Deutlich moderater entwickelten sich dagegen Treibstoff- und Mautkosten, die nur um 0,88 beziehungsweise 0,79 Prozent stiegen. Ohne diese beiden Kostenarten wäre der Gesamtkostenanstieg laut DSLV sogar bei 3,87 Prozent gelegen.

Weniger Sendungen pro Depot

Parallel zu den steigenden Kosten verzeichneten die Stückgutnetze eine leichte Abschwächung bei den Sendungsmengen.

Trotz nahezu stabiler Gesamtmengen verschlechterte sich die Auslastung auf Depotebene. Laut Bericht lagen die Ausgangssendungen im zweiten Halbjahr 2025 bei rund 9,7 Millionen, die Eingangssendungen bei rund 9,3 Millionen. Damit blieb die Gesamtsendungszahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu unverändert; der Bericht weist ein Minus von 0,1 Prozent aus. Gleichzeitig stieg die Zahl der teilnehmenden Depots von 124 auf 128.

Daraus folgt laut FORLOGIC und DSLV ein Sendungsrückgang im Markt von 3,3 Prozent je Depot. Gerade für systemgeführte Sammelgutverkehre ist das relevant, weil die Stückkosten stark von der Netzauslastung abhängen.

Auch Palettenhandling wird teurer

Zusätzlich veröffentlicht der DSLV einen eigenen Index für die Kosten des Palettentausches in der Stückgutlogistik. Hier zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Anstieg.

Die Kosten für das Palettenhandling lagen im zweiten Halbjahr 2025 bei durchschnittlich 5,79 Euro pro Umlauf und damit 6,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Ursache ist unter anderem ein Anstieg der durchschnittlichen Palettenpreise um rund 21 Prozent.

Verband warnt vor weiterem Kostendruck

Nach Einschätzung des DSLV sind die Möglichkeiten zur weiteren Effizienzsteigerung in den Stückgutnetzen inzwischen weitgehend ausgeschöpft.

„Das Rationalisierungspotenzial der Stückgut- und Systemnetze ist weitgehend ausgeschöpft. Sämtliche Kostensteigerungen müssen deshalb jetzt am Markt platziert werden“, sagt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Gleichzeitig steige der Investitionsbedarf weiter.

„Um marktfähig zu bleiben, müssen die Stückgutnetze noch digitaler, CO2-frei und resilienter werden. Personal, IT, Energie und Sicherheit – das alles hat Auswirkungen auf die Kostenstruktur“, so Huster.

Der Verband warnt zudem vor zusätzlichen Belastungen durch steigende Energiepreise. Der jüngste Anstieg der Dieselpreise infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zeige, dass weitere Kostenschübe in der Branche möglich sind.


Datengrundlage des DSLV-Kostenindex

Der DSLV-Kostenindex für Sammelgutspeditionen basiert auf Daten aus 13 Stückgutnetzwerken und Logistikunternehmen, darunter unter anderem 24plus, Cargoline, IDS, Rhenus, Hellmann, Emons, Schenker und VTL. Insgesamt flossen Angaben aus 128 Depots und rund 19,3 Millionen Sendungen in die aktuelle Auswertung ein.

Die wissenschaftliche Erhebung und Auswertung übernimmt das Beratungsunternehmen FORLOGIC. Der Index misst die Entwicklung der durchschnittlichen Abwicklungskosten je Sendung und berücksichtigt dabei vier Kostenkategorien: Personal, Treibstoff, Maut und Sachkosten. Basisjahr der Berechnung ist das zweite Halbjahr 2014.


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