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Steigende Kosten statt steigender Raten: Spediteure müssen umdenken

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Steigende Frachtraten reichen vielen Transportunternehmen in Europa inzwischen nicht aus, um die Ertragslage zu stabilisieren. Zwar haben sich die Spotraten in den vergangenen Monaten auf einigen Relationen erhöht, doch die laufenden Kosten steigen vielerorts schneller. Diesel, Maut, Sozialabgaben und Löhne belasten die Margen spürbar. In weiten Teilen der Branche wird damit Liquidität zum zentralen Thema.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Ausgangslage: Der Straßengüterverkehr arbeitet unter anhaltendem Kostendruck. Auf einen kurzfristigen Nachfrageschub zu setzen, reicht vielen Unternehmen nicht als Strategie. Stattdessen rücken interne Massnahmen in den Fokus – von der Senkung von Gemeinkosten über die Digitalisierung von Abläufen bis hin zu einer konsequenteren Steuerung der operativen Umsetzung. Das war eine zentrale Botschaft eines Webinars von – European Road Transport Institute, trans.iNFO und Eurowag.

Löhne und Abgaben: Personalkosten werden zum Engpass

Für viele europäische Frachtführer zählt Personal zu den grössten Kostenblöcken. Steigende Sozialbeiträge und anhaltender Lohndruck zwingen Unternehmen dazu, rechtssichere Wege zu prüfen, um Beschäftigungskosten zu senken, ohne dass Fahrerinnen und Fahrer am Ende weniger Netto erhalten.

In der Praxis geht es dabei häufig um gezielte Zulagen oder Erstattungen, etwa für Arbeitssicherheit, Tagespauschalen oder typische Unterwegskosten. Entscheidend ist, dass diese Instrumente jeweils im Rahmen der nationalen Vorgaben eingesetzt werden.

Parallel dazu stellen viele Flotten ihre Arbeitsorganisation auf den Prüfstand. Modelle wie die internationale Rotation „zwei Wochen unterwegs, eine Woche zu Hause“ verlieren an Attraktivität, wenn die Sozialkosten weiter steigen. Stattdessen versuchen mehr Betriebe, die Auslastung ihrer Fahrzeuge zu erhöhen und die verfügbare Arbeitszeit der Fahrerinnen und Fahrer über den Monat effizienter zu nutzen.

Die Referenten warnten zugleich vor einem breiten Einsatz von Scheinselbstständigkeit oder reinen B2B-Verträgen, die primär der Kostensenkung dienen. In mehreren europäischen Ländern verschärfen Arbeitsinspektionen die Kontrollen und erhöhen die Sanktionen für entsprechende Konstruktionen.

Kraftstoff: Der grösste Hebel bleibt das Tanken

Kraftstoff steht weiterhin für rund 30 bis 40 Prozent der Betriebskosten im Transport. Gleichzeitig geraten viele Unternehmen beim Cashflow unter Druck – und stossen bei Tankkarten schneller an ihre Limits.

Die Folge: Manche Fahrer müssen unterwegs in kleinen Mengen zu Zapfsäulenpreisen nachfüllen und verlieren damit zuvor ausgehandelte Konditionen. Um das zu vermeiden, werden detaillierte Tankpläne zunehmend zum Standardinstrument der Kostensteuerung. Viele Betriebe kalkulieren inzwischen sehr genau, welche Mindestmenge erforderlich ist, um gezielt Stationen mit besseren Konditionen zu erreichen.

Zudem wächst das Interesse an HVO. Der synthetische Diesel lässt sich in vielen bestehenden Flotten ohne größere technische Umbauten einsetzen. Neben geringeren CO2-Emissionen kann HVO den Zugang zu höher vergüteten Aufträgen mit Nachhaltigkeitsanforderungen erleichtern, ohne dass Unternehmen kurzfristig in neue Elektro-Lkw investieren müssen.

Digitalisierung und Automatisierung: Effizienz statt Mehraufwand

Die größten Einsparpotenziale sehen viele Fachleute inzwischen in einer konsequenteren Digitalisierung. Transportmanagementsysteme sind längst nicht mehr nur Backoffice-Werkzeuge: Immer mehr Unternehmen nutzen sie, um die Profitabilität nach Relation, Kunde oder Leistungsart auszuwerten.

Auch Automatisierung und künstliche Intelligenz gewinnen an Bedeutung. Lösungen, die Kosten automatisiert übernehmen, Dokumente verarbeiten oder Transportaufträge erfassen, reduzieren den administrativen Aufwand und schaffen Kapazitäten für operative und kommerzielle Aufgaben.

Wenn Telematik, Fahrer-Apps und digitale Dokumente zusammenspielen, laufen Prozesse im Alltag schneller, und die Kosten pro Tour lassen sich präziser steuern. Zudem verkürzen digitale Abläufe die Zeit zwischen Ablieferung und Rechnungsstellung – ein wichtiger Faktor für Unternehmen mit geringer Liquiditätsreserve.

Warum 2026 bisher nicht die erhoffte Wende gebracht hat

Die ersten Monate des Jahres 2026 blieben hinter den Erwartungen der Branche zurück. Selbst dort, wo Spotraten auf einzelnen Strecken steigen, verbessert sich die Ertragslage vieler Frachtführer nicht spürbar.

„Wir sehen keine stabile Markterholung. Viele Preise steigen vor allem deshalb, weil Transportunternehmen versuchen, die kontinuierlich steigenden Betriebskosten an ihre Kunden weiterzugeben“, sagt Michał Pakulniewicz, Transportmarktanalyst beim European Road Transport Institute.

Zusätzlich erschwert wird die Situation durch eine Lücke zwischen der Marktrealität und den Mechanismen in vielen Verträgen, die eigentlich vor steigenden Kraftstoffpreisen schützen sollen.

„Dieselzuschlagsklauseln reagieren zu träge und können mit dem Markt nicht Schritt halten. Immer mehr Unternehmen stossen schnell an die Limits ihrer Tankkarten und kaufen dann kleine Mengen zu sehr hohen Preisen“, erklärt Tomasz Czyż, Experte für Technologielösungen bei Eurowag.

Hinzu kommt: Die Maut in Europa steigt weiter, ebenso Zuschläge mit Bezug zu CO2. Damit verteuern sich praktisch alle internationalen Relationen.

Unterschiede in Steuer- und Sozialsystemen zwischen europäischen Ländern verschärfen zudem den Wettbewerb. Laut den Experten profitieren einige Anbieter von deutlich günstigeren Kostenstrukturen als andere – was den Druck auf den gesamten Markt erhöht.

Ausblick auf die zweite Jahreshälfte

Auch für die zweite Hälfte des Jahres 2026 zeichnet sich keine schnelle Entspannung ab. Konjunktursignale in Deutschland und in der Eurozone bleiben schwach – und damit auch die Nachfrage nach internationalem Straßentransport.

Selbst wenn die Ölpreise in den kommenden Monaten etwas nachgeben sollten, rechnen Analysten damit, dass das Kostenniveau für weite Teile der Branche hoch bleibt. Kostensenkung und Digitalisierung sind für viele Transportunternehmen damit keine Option mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung, um im europäischen Wettbewerb bestehen zu können.

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