Das Wichtigste im Überblick
- Die Roth Logistics GmbH aus Möckmühl hat Insolvenz angemeldet.
- Das Familienunternehmen war seit 1967 im Markt tätig.
- Betroffen sind 38 Beschäftigte.
- Als wesentlicher Auslöser gelten die gestiegenen Dieselkosten.
- Verkehr und Lagerei weisen aktuell die höchste Insolvenzhäufigkeit aller Wirtschaftsbereiche auf.
- Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland stieg im März um 15,8 Prozent.
Spezialist für Lebensmitteltransporte in Schwierigkeiten
Mit der Roth Logistics GmbH gerät ein weiteres etabliertes Transportunternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Nach Medienberichten hat das Unternehmen aus Möckmühl im Landkreis Heilbronn Insolvenz angemeldet. Von der Zahlungsunfähigkeit sind 38 Beschäftigte betroffen.
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1967 zurück. Über Jahrzehnte wurde die Spedition als Familienunternehmen geführt und spezialisierte sich auf den Transport flüssiger Lebensmittel. Zum Einsatz kamen Tankfahrzeuge für Frucht- und Gemüsesäfte, Milchprodukte, Alkohol sowie flüssige Schokoladen- und Zuckerrohstoffe.
Die Kunden des Unternehmens stammten aus der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie in Deutschland und anderen europäischen Ländern.
Bis März 2025 wurde das Unternehmen von Markus Roth und Timo Roth geführt. Nach deren Ausscheiden übernahm Jean-François Charroin die Geschäftsführung. Wenige Monate später folgte der Insolvenzantrag.
Hohe Kraftstoffkosten als wesentlicher Auslöser
Als einer der Hauptgründe für die wirtschaftlichen Probleme werden die gestiegenen Dieselkosten genannt.
Für Speditionen zählt Kraftstoff weiterhin zu den größten Kostenblöcken. Gleichzeitig steht die Branche unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Höhere Kosten lassen sich häufig nur teilweise oder mit zeitlicher Verzögerung an Kunden weitergeben.
Gerade Unternehmen mit langfristigen Transportverträgen geraten dadurch schnell unter Druck, wenn die Betriebskosten deutlich steigen.
Insolvenzen nehmen weiter zu
Der Fall Roth Logistics fällt in eine Phase steigender Unternehmensinsolvenzen in Deutschland.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes registrierten die Amtsgerichte im März 2026 insgesamt 2.308 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 15,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Im gesamten ersten Quartal 2026 wurden 6.275 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 6,5 Prozent.
Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich dabei auf rund 9,3 Milliarden Euro.
Transportbranche bleibt besonders betroffen
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bereich Verkehr und Lagerei.
Nach Angaben von Destatis verzeichnete die Branche im ersten Quartal 2026 mit 32,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen die höchste Insolvenzhäufigkeit aller Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Dahinter folgten das Gastgewerbe mit 30,3 und das Baugewerbe mit 26,7 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.
Die Insolvenz von Roth Logistics reiht sich damit in eine Entwicklung ein, die die Transport- und Logistikbranche seit Monaten prägt. Steigende Betriebskosten und anhaltender Margendruck setzen zahlreiche Unternehmen weiterhin unter wirtschaftlichen Druck.









