Auslöser der Lage ist die Sperre der A10 zwischen den Anschlussstellen Villach und Salzburg im Zusammenhang mit Arbeiten am Brentenberg-Tunnel. Weil die Autobahn in diesem Abschnitt beeinträchtigt ist, verlagert sich ein Teil des Güterverkehrs auf das regionale Straßennetz im nördlichen Pongau. ORF Salzburg berichtet, dass trotz des Verbots weiterhin Umleitungsrouten genutzt werden – mit Engpässen und vollständig belegten Parkmöglichkeiten entlang der B159 Salzachtalstraße.
Staus und volle Parkplätze im Pongau
Besonders kritisch ist die Situation auf der B159. Schon am Montagabend bildeten sich lange Rückstaus, am Dienstag lagen die Verzögerungen laut Berichten zeitweise bei bis zu rund eineinhalb Stunden.
Auf den Ausweichstrecken waren Lkw mit Kennzeichen aus Polen, Italien, der Slowakei, Tschechien, Frankreich und Slowenien unterwegs. Mehrere Parkflächen waren komplett ausgelastet, was die Abläufe in der Region zusätzlich erschwerte.
Aus Sicht der Behörden fielen die Verkehrsmengen höher aus als erwartet. Einige Fahrer verwiesen darauf, dass sie zu spät über die Autobahnsperre informiert worden seien.
Verbot gilt – Ausnahmen machen Kontrollen kompliziert
Die befristete Beschränkung betrifft Fahrzeuge über 7,5 Tonnen auf der A10 zwischen den Knotenpunkten Villach und Salzburg und steht im direkten Zusammenhang mit den Bauarbeiten.
Gleichzeitig gibt es eine Reihe von Ausnahmen. Bestimmte Fahrten von oder zu einzelnen Gebieten rund um Berchtesgaden, Udine oder Slowenien bleiben erlaubt. Auch Transporte leicht verderblicher Lebensmittel wie Fleisch, Obst und Gemüse sind ausgenommen. In der Praxis dürfen damit einzelne Lkw weiterhin Abschnitte befahren, die grundsätzlich unter die Einschränkungen fallen – was die Kontrolle vor Ort deutlich erschwert.
Kontrollen und mögliche Strafen im Raum Salzburg
Wer das Lkw-Verbot im Bundesland Salzburg missachtet, begeht eine Verwaltungsübertretung. Kontrollen übernehmen Polizei und Landesbehörden. Sie können Fahrzeuge anhalten, zur Umkehr auffordern und ein Verfahren zur Geldstrafe einleiten.
Die Sanktionen orientieren sich an den allgemeinen österreichischen Straßenverkehrsregeln – es gibt keinen eigenen, fixen Salzburger Einheitstarif.
Üblicherweise beginnen Geldstrafen bei solchen Verstößen bei rund 90 Euro. Wie hoch es am Ende wird, hängt unter anderem von Situation, Schwere des Verstoßes und der Entscheidung der kontrollierenden Stelle ab. Häufig wird zunächst die Weiterfahrt auf der verbotenen Strecke unterbunden; eine finanzielle Sanktion kann im weiteren Verlauf folgen.
Österreich verschärft den Kurs gegen Transitverkehr
Unabhängig von der aktuellen Situation im Raum Salzburg geht Österreich seit Monaten strenger gegen schweren Transitverkehr auf wichtigen Nord-Süd-Achsen vor. In Tirol galten saisonale Lkw-Fahrverbote vom 20. Dezember 2025 bis 6. April 2026. Die Polizei setzte sie gemeinsam mit zusätzlichen Kontrollteams durch.
Für diese Maßnahmen wurden rund 550.000 Euro bereitgestellt. In der Statistik wurden insgesamt 411.400 Fälle erfasst, in denen Lastwagen zurückgewiesen wurden.
Rechnet man mit dem Mindestsatz von 90 euro, ergäbe sich theoretisch ein mögliches Strafvolumen von etwa 37 Millionen Euro – allerdings endet nicht jede Maßnahme automatisch mit einer Geldstrafe.
Die meisten Verstöße wurden in den Bereichen Reutte und Kufstein registriert, wo Ausweichverkehr besonders häufig auf lokale Straßen auswich.









