Saisonbedingt, einige Monaten vor Weihnachten, strömen tausende Mitarbeiter auf den Arbeitsmarkt im Bereich der Logistik. Volumina steigen, arbeitsintensive Prozesse müssen entsprechend bewältigt werden, damit alle Pakete zum endgültigen Ziel rechtzeitig geliefert werden. Und obwohl sich dieselben Muster seit Jahren wiederholen, könne sich, laut DHL, das vierte Quartal des laufenden Jahres als das unberechenbarste in der ganzen Geschichte des Konzerns erweisen. Die Coronavirus-Pandemie hat nämlich neue Herausforderungen mit sich gebracht.

Logistikunternehmen, die am E-Commerce beteiligt sind, und zusätzliche Arbeitskräfte einstellen werden, stehen vor einer neuen Herausforderung. In Lagern und Distributionszentren müssen doch angemessene Maßnahmen zur sozialen Distanzierung unternommen werden. 

Einige Standorte verdoppeln oder verdreifachen die Belegschaft, sagte Kraig Foreman, Präsident für E-Commerce bei DHL Supply Chain North America. Sie müssen sicherstellen, dass entsprechende Infrastruktur vorhanden ist, um alle sicher hereinzubringen, fügte er hinzu.

DHL erwartet, dass die Automatisierung in diesem Bereich helfen wird, die neue Herausforderung zu meistern. Aus der jüngsten DHL-Pressemitteilung ergibt sich, dass sowohl die bestehenden DHL-Prozesse als auch die bisherige Infrastruktur  neu gestaltet worden sind, um die Kapazität zu erhöhen. Es wird dabei insbesondere auf kollaborative Roboter gesetzt. Mit deren Hilfe sollte das erhöhte Volumen bei gleichzeitiger Einhaltung der Sicherheit bewältigt werden. 

Die getroffenen Maßnahmen variieren je nach Standort, umfassen jedoch unter anderem das Verteilen von Packstationen, Montage der Eingänge für die Temperaturmessung und das Aufstellen von Plexiglas-Barrieren, erklärt Foreman.

Gleichzeitig betont er, dass die Neueinstellung bei dem wachsenden Bedarf an Arbeitskräften schwieriger geworden ist. Die aufgrund der Pandemie von der Regierung ausgezahlten Fördermittel haben die Arbeitslosigkeit in gewissem Maße „rentabler” gemacht. Viele Arbeitnehmer geben sich mit der Arbeit während Pandemie unter Beachtung solcher Sicherheitsmaßnahmen wie z. B. Mundschutzmasken nicht zufrieden, sagte Foreman. 

Der Konzern vermutet, dass sich traditionelle Marketingtechniken für die Rekrutierung zu saisonalen Spitzenzeiten in diesem Jahr eher nicht bewähren werden. Viele Branchen waren jedoch infolge der Pandemie von einer großen Anzahl von Entlassungen oder vom Zwangsurlaub betroffen. Und genau dort will der Logistik-Riese aktiv nach Arbeitnehmern suchen. 

Im September des letzten Jahres gaben FedEx und UPS bekannt, 55.000 bzw. 100.000 neue Mitarbeiter für die Hochsaison 2019 eingestellt zu haben. Ihre Pläne für dieses Jahr wurden noch nicht angekündet. 

Ein Großteil des Dialogs, den DHL derzeit mit Kunden führt, dreht sich um die Erwartungen für die kommende Hochsaison, weil jeder derzeit versucht, die Nachfrage für die nächsten Monate  zu prognostizieren. 

 

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