Alexey Baikov

Ungarn lockert Lkw-Fahrverbot für eine Nacht vor dem Feiertag

Lesezeit 4 Min.

Transportunternehmen haben in Ungarn vor dem langen Oktoberwochenende nur ein begrenztes Zeitfenster: Das Fahrverbot für Güterfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 7,5 Tonnen gilt vom 22. Oktober ab 22 Uhr bis zum 23. Oktober um 6 Uhr nicht. Danach gelten am Feiertag und am folgenden Wochenende wieder Einschränkungen. Eine präzise Routen- und Pausenplanung bleibt daher unverzichtbar.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Das Fahrverbot gilt vom 22. Oktober ab 22 Uhr bis zum 23. Oktober um 6 Uhr nicht.
  • Am 23. Oktober gilt die Beschränkung wieder von 6 bis 22 Uhr.
  • Das reguläre Wochenendfahrverbot gilt vom 24. Oktober ab 22 Uhr bis zum 25. Oktober um 22 Uhr.
  • Betroffen sind Güterfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 7,5 Tonnen.
  • Die Entscheidung geht auf Forderungen von Verbänden der Transportbranche, darunter MKFE, zurück.

Welche Änderungen gelten?

Nach Angaben der MKFE-Mitteilung hätten die ursprünglichen Vorgaben für Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 7,5 Tonnen folgende Sperrzeiten vorgesehen:

  • vom 22. Oktober ab 22 Uhr bis zum 23. Oktober um 22 Uhr,
  • vom 24. Oktober ab 22 Uhr bis zum 25. Oktober um 22 Uhr.

Das ungarische Ministerium für Bau und Verkehr verkürzt nun die erste Sperrzeit. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag dürfen Lastkraftwagen zwischen dem 22. Oktober um 22 Uhr und dem 23. Oktober um 6 Uhr unterwegs sein.

Anschließend gilt das Fahrverbot wieder:

  • am 23. Oktober von 6 bis 22 Uhr,
  • vom 24. Oktober ab 22 Uhr bis zum 25. Oktober um 22 Uhr.

Warum gilt am 23. Oktober ein Fahrverbot?

Der 23. Oktober ist ein nationaler Feiertag in Ungarn. Er erinnert an den Beginn der Revolution und des Freiheitskampfs von 1956 sowie an die Ausrufung der Republik Ungarn im Jahr 1989. Für Feiertage gelten bei Lastkraftwagen grundsätzlich dieselben Beschränkungen wie an Sonntagen. Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 7,5 Tonnen dürfen dann üblicherweise bereits ab dem Vorabend nicht mehr unterwegs sein.

In diesem Jahr fällt der Feiertag auf einen Freitag. Zusammen mit dem tagsüber geltenden Fahrverbot und der regulären Wochenendsperre ab Samstagabend ergeben sich damit innerhalb von vier Tagen zwei Sperrfenster. Besonders betroffen ist der internationale Verkehr auf Verbindungen zwischen Westeuropa und dem Balkan beziehungsweise Rumänien.

Was steckt hinter der Entscheidung des Ministeriums?

Nach Einschätzung des Ministeriums soll die vorübergehende Freigabe den Fahrern den Zugang zu Rastanlagen erleichtern, reibungslosere Abläufe bei Lieferungen ermöglichen und dazu beitragen, die Qualität der transportierten Güter zu erhalten. Bei der Entscheidung wurden außerdem Fragen der Verkehrssicherheit und der Logistik sowie Vorschläge von Branchenverbänden berücksichtigt.

Das geltende Recht erlaubt dem für den Verkehr zuständigen Minister, das Fahrverbot vorübergehend auszusetzen. Dafür ist die Zustimmung des für den Umweltschutz zuständigen Ministers erforderlich.

Was sollten Transportunternehmen beachten?

Die Freigabe für eine einzige Nacht entschärft die betrieblichen Herausforderungen des langen Wochenendes nur teilweise. Unternehmen sollten daher:

  • ihre Durchfahrten so planen, dass die Fahrzeuge Ungarn zwischen Donnerstag, 22 Uhr, und Freitag, 6 Uhr, passieren,
  • die Entladestelle oder einen gesicherten Parkplatz vor Freitag, 6 Uhr, erreichen,
  • das nächste Fahrverbot von Samstag, 22 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, einplanen,
  • Fahr- und Ruhezeiten mit den geltenden Verkehrsbeschränkungen abstimmen.

Auch regionale Fahrverbote müssen berücksichtigt werden

Ungarn ist nicht das einzige Land, in dem an dem langen Wochenende zusätzliche Einschränkungen gelten. Fahrzeuge, die über Österreich nach Italien unterwegs sind, müssen auf der Brennerroute auch die italienischen Lkw-Fahrverbote berücksichtigen. Die Slowakei hat ihre eigenen Regelungen zuletzt gelockert – unter anderem mit einem späteren Beginn und zusätzlichen Ausnahmen.

trans.info hat außerdem eine separate Übersicht zu den wichtigsten Lkw-Fahrverboten und Routen in Europa im Oktober veröffentlicht.

Änderungen bei den Fahrverbotsregeln möglich

Die befristete Aussetzung ist Teil einer umfassenderen Diskussion über das bestehende System. Wie trans.info berichtet hat, könnte die ungarische Regierung die seit 18 Jahren bestehende Regelung überprüfen. Vorschläge werden bis zum 30. November erwartet. Transportunternehmen fordern bereits seit Längerem Fahrverbote, die den tatsächlichen Verkehrsströmen und den Anforderungen der Logistik besser entsprechen.

Tags:

Auch lesen