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DeCA in Spanien: Streit um Pflichten der Frachtführer

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Seit dem 5. Oktober 2026 gilt in Spanien das digitale DeCA-Dokument für den innerstaatlichen Straßengüterverkehr. Was die Abläufe vereinfachen sollte, sorgt bereits für Streit: Verlader übertragen offenbar die Dateneingabe und Dokumentenverwaltung auf Frachtführer – in manchen Fällen sogar direkt auf die Fahrer. Auch Kosten, Haftung und technische Probleme bei Kontrollen sind ungeklärt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste:

  • DeCA ist in Spanien seit dem 5. Oktober 2026 im innerstaatlichen Straßengüterverkehr vorgeschrieben.
  • CETM zufolge übertragen manche Verlader die vollständige Erstellung und Verwaltung der DeCA-Dokumente auf die Frachtführer.
  • Teilweise sollen Transportunternehmen sogar für die Ausstellung der Dokumente bezahlen.
  • FENADISMER berichtet, dass Fahrer Plattformen von Verladern nutzen, Daten prüfen und DeCA-Dokumente selbst erstellen müssen.
  • Der Verband kritisiert außerdem QR-Codes, die bei Verkehrskontrollen nicht gelesen werden können.
  • Die Organisationen fordern eine Übergangsphase sowie eine klare Aufteilung der Aufgaben zwischen Verladern und Transportunternehmen.

DeCA, das elektronische Verwaltungs- und Kontrolldokument Spaniens, ist seit dem 5. Oktober 2026 im innerstaatlichen Straßengüterverkehr verpflichtend. Es ersetzt das bisherige Papierformular und soll sämtliche Angaben zu einer Sendung und ihrer Beförderung digital erfassen.

Gemeinsame Pflicht, aber Kosten allein beim Frachtführer?

Die spanische Confederación Española de Transporte de Mercancías (CETM) berichtet von Fällen, in denen Verlader den Frachtführern die vollständige Erstellung und Verwaltung der DeCA-Dokumente überlassen.

Nach Ansicht des Verbands entspricht dieses Vorgehen nicht der vorgesehenen Aufgabenverteilung. Die neuen Vorschriften legen fest, welche Angaben die einzelnen Beteiligten eines Transports eintragen müssen.

Der vertragliche Verlader muss unter anderem Informationen zu den beteiligten Parteien, zum Abgangs- und Zielort sowie zu Art und Gewicht der Ladung bereitstellen. Der Frachtführer ist dagegen für die Angaben zur tatsächlichen Durchführung des Transports zuständig. CETM hält es deshalb für schwer nachvollziehbar, warum der Frachtführer das gesamte Dokument erstellen müsse, obwohl ein großer Teil der erforderlichen Informationen bereits beim Verlader vorliege.

Besonders umstritten sind Fälle, in denen Verlader Transportunternehmen Gebühren für die Erstellung der DeCA-Dokumente berechnen.

Eine gesetzlich geteilte Verpflichtung dürfe nicht in eine kostenpflichtige Leistung umgewandelt werden, die Frachtführer anschließend bei ihren eigenen Kunden einkaufen müssten, kritisiert CETM.

Fahrer sollen Plattformen bedienen statt zu fahren

Auch FENADISMER weist auf ähnliche Probleme hin. Der Verband nennt den Fall eines großen Verladers, der von jedem Fahrer eine Registrierung auf seiner Plattform verlangt, bevor der Transport beginnen darf. Anschließend soll der Fahrer das Lieferdokument fotografieren, die Angaben kontrollieren, notwendige Änderungen vornehmen und das elektronische Dokument ausstellen.

FENADISMER sieht darin zusätzliche Verwaltungsarbeit, die nicht zu den eigentlichen Aufgaben eines Fahrers gehört. Zudem könnten die zahlreichen kundenspezifischen Plattformen dazu führen, dass Fahrer und Transportunternehmen für jeden Verlader ein anderes System bedienen müssen.

Nach Angaben des Verbands hat ein Verlader bereits zuvor geplante Transporte einseitig storniert, nachdem sich einige Frachtführer gegen die neuen Anforderungen gewehrt hatten.

„Vorläufige“ DeCA-Dokumente schaffen Haftungsrisiken

Für Diskussionen sorgen außerdem Dokumente, die Verlader zunächst als „vorläufig“ kennzeichnen. Gültig werden sie erst, wenn der Fahrer sie bestätigt. FENADISMER warnt, dass sich dadurch die Verantwortung für fehlerhafte Angaben vom Verlader auf den Fahrer und damit letztlich auf das Transportunternehmen verlagern könnte.

Die Haftungsfrage gehört damit zu den zentralen Problemen beim Start des Systems. DeCA sollte den Informationsfluss ordnen. Stattdessen geht es nun vor allem darum, wer einzelne Arbeitsschritte übernimmt und wer für fehlerhafte Daten einstehen muss.

QR-Codes bereiten bei Verkehrskontrollen Probleme

FENADISMER berichtet zudem von technischen Schwierigkeiten bei Kontrollen am Straßenrand. In einigen Fällen konnten die Beamten die auf den DeCA-Dokumenten angezeigten QR-Codes offenbar nicht scannen.

Nach Einschätzung des Verbands liegt die Ursache möglicherweise nicht in den von den einzelnen Anwendungen erzeugten Dokumenten. Denkbar sei auch, dass die Konfiguration oder Funktionsweise der von den Kontrollbehörden eingesetzten Geräte dafür verantwortlich ist. FENADISMER fordert die Behörden deshalb auf, Unternehmen während der Umstellung auf die neuen Regeln mit Augenmaß zu behandeln.

In der ersten Phase sollten Kontrollen nach Ansicht des Verbands vor allem der Information und Unterstützung dienen. Fehler, die unmittelbar auf den Systemwechsel zurückzuführen sind, sollten nicht sofort mit Sanktionen geahndet werden.

Digitalisierung darf nicht zur Zusatzkostenfalle werden

Beide Organisationen betonen, dass digitale Verfahren die Abläufe vereinfachen sollten. Zusätzliche Aufgaben und Kosten dürften nicht einseitig auf einen Beteiligten der Transportkette abgewälzt werden.

CETM weist darauf hin, dass Transportunternehmen bereits erhebliche Aufwendungen für neue digitale und administrative Vorgaben tragen. Jeder Beteiligte müsse für die Daten und Tätigkeiten verantwortlich bleiben, die zu seiner Rolle im Transport gehören.

Die ersten Tage mit DeCA zeigen, dass ein digitales Dokument allein noch keine reibungslosen Abläufe garantiert. Dafür müssen die Beteiligten verbindlich klären, wer Daten eingibt und bestätigt, wer für Fehler haftet und wer die Kosten für die Abwicklung übernimmt.

Für Frachtführer aus anderen Ländern ist die Debatte über den spanischen Markt hinaus relevant. Wenn weitere europäische Staaten digitale Transportdokumente und neue Nachweissysteme einführen, dürften ähnliche Fragen zu Zuständigkeiten, Haftung und Kosten entstehen.

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