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Dank einem neuen System werden in Ungarn ab dem 1.Juni Bußgelder für überladene LKW automatisch ausgestellt – ohne das Fahrzeug anhalten zu müssen. Obwohl die ungarischen Transportverbände gegen diese Lösung sind, entschied die Regierung in Budapest, ein neues Feature in das TSM-System zu implementieren.

Die Messungen von LKW werden an 107 Stationen durchgeführt, die in 89 Punkten in Ungarn liegen. Es wird geschätzt, dass die neue Methode den Prozentsatz der kontrollierten Fahrzeuge von 2 Prozent auf 50 Prozent erhöhen wird.

TSM ist ein Netzwerkmesssystem, das basierend auf der Verknüpfung mit bestehenden Elementen des Gebührenerfassungssystems (UD) arbeitet. Das UD-Bezahlsystem ist mit WIM-Sensoren verbunden, die wiederum an den Messstellen in den Straßenbelag integriert sind. Damit kann das Fahrzeug während der Fahrt gewogen werden.

Das zentrale IT-System ermittelt, ob das zulässige Gesamtgewicht und die Achslast des Fahrzeugs den geltenden Vorschriften entsprechen. Darüber hinaus nehmen die an den Messpunkten installierten Kameras Bilder vom Fahrzeug auf. Basierend auf diesen Daten zeichnet das System das Kennzeichen, das Herkunftsland des Fahrzeugs, die Anzahl der Achsen und die Fahrzeugklasse auf.Wenn ein bestimmter LKW nicht für die Kontrolle vor Ort ausgewählt wird, wird die Entscheidung über die Gewährung einer möglichen Vertragsstrafe per Post an den Betreiber des Fahrzeugs gesendet.

Fehler im System?

Die ungarischen Verkehrsverbände haben die Regierung aufgefordert, keine Strafen zu verhängen, da das Messsystem noch nicht präzise genug arbeitet, um glaubwürdig zu sein. Die Behörden stellten jedoch fest, dass die von den Verbänden genannten Probleme bereits behoben wurden.

Das TSM wird sukzessiv eingeführt:
– vom 19. September 2017 bis zum 31. Mai 2018 wurden nur Mahnungen versandt, Geldstrafen wurden nicht verhängt.
– vom 31. Mai bis zum 30. Juni wird die Strafe nur verhängt, wenn die Überladung 2 Prozent überschreitet.
– vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2018 wird keine Strafe verhängt, wenn die Überlastung weniger als 1% beträgt.

Dies gilt gleichermaßen für Messungen, die vom TSM-System durchgeführt werden, sowie für die, die von den zuständigen Kontrollstellen vorgenommen werden.
Im Moment ist noch unklar, wie Ungarn die Geldstrafen im Falle von Fahrern aus dem Ausland einziehen wird.

Je größer die Überladung, desto größer die Strafe

Was ist, wenn das Gewicht des LKW 500 kg überschreitet? Strafen werden dann wie folgt verhängt:
– 5 Prozent Überladung: 30 Tausend Forint (93 Euro) – der Spediteur trägt die Verantwortung,
– 5-10 Prozent: 80 Tausend Forint (250 Euro) – der Spediteur trägt die Verantwortung,
– 10-20 Prozent: 200 Tausend Forint (625 Euro) – die Verladungsstelle trägt die Verantwortung,
– 20-30 Prozent: 350 Tausend Forint (1095 Euro) – die Verantwortung liegt beim Spediteur,
– über 30 Prozent: 500 Tausend Forint (1.560 Euro) – der Fahrer trägt die Verantwortung.

Die Fehlermarge in der Berechnung beträgt 5 Prozent. Diese werden von den gemessenen Werten subtrahiert, und das erhaltene Ergebnis wird als Korrektur angesehen. Wenn jedoch die Achslast oder das Gesamtgewicht des Fahrzeugs über dem zulässigen Wert liegen, wird die Geldstrafe automatisch verhängt.

Foto: Bartosz Wawryszuk

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