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Brenner-Korridor: Drei Regionen prüfen höhere Lkw-Maut zu Stoßzeiten

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Wer den Brennerkorridor in Spitzenzeiten nutzt, könnte künftig höhere Gebühren zahlen – und wer Fahrten in weniger ausgelastete Zeitfenster verlegt, unter Umständen entlastet werden. Ein entsprechendes Modell wird nun für die Brennerachse geprüft.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Bayern, Südtirol und Trentino haben vor dem Hintergrund zunehmenden öffentlichen Drucks eine Machbarkeitsstudie gestartet. Untersucht wird eine zeitabhängige Lkw-Maut auf der Brennerachse. Damit würden höhere Tarife in Spitzenzeiten und niedrigere Sätze bei geringerer Auslastung als Alternative zu Fahrverboten und Dosierungsmaßnahmen geprüft – Instrumente, die Transportunternehmen auf einer der meistbefahrenen Alpenrouten Europas seit Jahren kritisieren.

Die Studie soll klären, ob ein variabler Mautansatz für den Güterverkehr am Brenner technisch, rechtlich und wirtschaftlich umsetzbar ist – und ob sich damit Staus reduzieren lassen. Über den Korridor fahren jährlich mehr als zwei Millionen Lastwagen.

Angestoßen wurde das Projekt im Mai nach einem ersten Treffen der drei Regionen. Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.

Im untersuchten Modell würden Lkw in Zeiten besonders hoher Belastung – etwa in typischen Spitzenstunden oder an stark frequentierten Reisetagen – höhere Maut zahlen. In verkehrsärmeren Phasen kämen niedrigere Sätze zum Tragen. Ziel ist es, Transporte aus den am stärksten belasteten Zeitfenstern zu verlagern und den Druck auf die Brennerautobahn zu senken.

Südtirol verweist auf erste Simulationen: Demnach könnte ein deutlicher Mautaufschlag in Stoßzeiten einzelne Fahrten in diesen Zeitfenstern unattraktiver machen. Die Untersuchung soll daher zeigen, wie ein solches System konkret aufgebaut werden könnte – welche Formen zeitlicher und preislicher Differenzierung rechtlich zulässig wären, wie Transportunternehmen auf unterschiedliche Mauthöhen reagieren würden und welche Folgen das für Verkehrsströme, Umwelt und Wirtschaft hätte.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sieht den Brenner angesichts wachsender Verkehrsmengen zunehmend an der Belastungsgrenze.

„Der Brenner ist europäische Hauptschlagader und zugleich Nadelöhr“, sagte Bernreiter. „Maßnahmen wie Dosierungen und Nachtfahrverbote sind nicht die Lösung. Wir müssen weiter darüber sprechen, wie ein guter Transit über den Brenner gelingen kann. Eine variable Maut kann dabei eine wichtige Rolle spielen.“

Auch Südtirols Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider betonte, dass Verkehrspolitik auf einem gemeinsamen Alpenkorridor nur dann Wirkung entfalten könne, wenn sie grenzüberschreitend abgestimmt ist.

„Einseitige Maßnahmen funktionieren auf einer gemeinsamen Route wie dem Brenner nicht“, sagte Alfreider und warb für eine engere Zusammenarbeit der Nachbarregionen.

Österreich ist an der Studie nicht beteiligt – obwohl in Tirol viele der besonders umstrittenen Einschränkungen gelten, darunter Dosierungsmaßnahmen, sektorale Fahrverbote und nächtliche Beschränkungen.

Südtirol begründet das Fehlen Österreichs mit dem laufenden Rechtsstreit zwischen Italien und Österreich über die Tiroler Transitmaßnahmen. Der Fall liegt derzeit beim Europäischen Gerichtshof.

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