Die britische Regierung hat ein Programm vorgeschlagen, das leeren Lastwagen, die Lebensmittel befördern und in die EU schnell zurückkehren müssen, um Vorräte aufzufüllen, den Vorrang einräumen wird. Nach Angaben der Financial Times soll der Plan dabei helfen, Lieferengpässe in Supermärkten zu vermeiden.

Die FT behauptet, ein Konsultationsdokument gesehen zu haben, das am Dienstagabend vom britischen Landwirtschaftsministerium an die Industrie versendet wurde.

In dem Dokument wird ein Fast-Track-System auf der Strecke Dover-Calais für Transportunternehmen, die Supermärkte versorgen, erwähnt, weil „das Potenzial für weitere Störungen hoch bleibt“. Die Financial Times zitiert auch ein Fragment dieses „offiziell sensiblen” Schreibens:

Angesichts einer Verzögerungsgefahr an den Grenzen, die in den nächsten Wochen die Lieferketten negativ beeinflussen kann, schlagen wir eine Notfallmaßnahme vor. . . den Vorrang leeren Lastkraftwagen zu geben, die aus Großbritannien in die EU zurückkehren müssen, um weitere Vorräte aufzufüllen.

Der Fast-Track-Plan sieht Berichten zufolge vor, dass 300 Lastwagen pro Tag außerhalb der Häfen von Dover und Folkestone in den Warteschlangen nicht warten müssten. Interessanterweise würde das Programm nur den größten Supermärkten und ihren Subunternehmern zur Verfügung stehen.

Lastkraftwagen, die entsprechende Bedingungen erfüllen würden, würden dann eine Genehmigung erhalten, aufgrund deren sie alle anderen Fahrzeuge auf der M20 umgehen könnten.

Rod McKenzie von der RHA kommentierte den Plan und sagte, er sei „oberflächlich und nicht genug detailliert”.

Verzögerungen bei Zollabfertigungen verursachen riesige Verluste

Während das neue Programm leere LKW betreffen soll, die Lebensmittel aus der EU importieren, brauchen auch britische Exporteure dringende Notfallmaßnahmen, die hohe Verluste aufgrund der Zollverzögerungen verhindern würden.

Das britische Transportunternehmen Whites Transport Services teilte mit, es schreibt jeden Tag „riesige Verluste” aufgrund der Verwirrung und Verzögerungen, zu denen in den Häfen infolge der neuen Handelsvereinbarungen zwischen Großbritannien und der EU kommt.

Pete White, der Transportmanager von Whites Transport Services, hat sich zur schwierigen Lage seines Unternehmens am Dienstag in einem Interview für Berkshire Live geäußert.

Der Frachtführer Whites Transport Services liefert frisches Fleisch aus Großbritannien in die EU. Eine schnelle Zollabfertigung ist im Fall solcher Frachten unabdinglich, damit sie in einem akzeptablen Zustand ankommen. Aktuelle Zollverzögerungen verursachen jedoch erhebliche Probleme, wie Pete White erklärt:

Unsere Probleme beginnen, wenn wir in Frankreich ankommen. Wir müssen warten, bis die französischen Behörden grünes Licht geben, damit wir unsere Fahrt fortsetzen können. Zwei Lastwagen haben am Samstag 16 Stunden darauf gewartet. Wir haben einfach keine Zeit für solche Verzögerungen. Frischfleisch verliert an Wert mit jeder Stunde. Ich befasse mich damit seit 20 Jahren. Die letzte Woche war wie ein Alptraum, den ich vorher noch nie erlebt hatte.

Überdies betonte er, dass sein Unternehmen „täglich riesige Verluste schreibt“.

White fügte sogar hinzu, er hoffte, dass leere Supermarktregale ein ausreichendes öffentliches Bewusstsein für das Problem schaffen würden, um die britische Regierung zum Handeln zu zwingen:

Frankreich wird Großbritannien keinen Gefallen tun. Ich kann momentan kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Es wird viel schlimmer werden, bevor es besser wird. Was ich mir erhoffe, ist, dass den Supermärkten die Lebensmittel ausgehen, denn wenn die Supermärkte über keine Nahrung mehr verfügen, weiß die Öffentlichkeit, was los ist.

Zusammenarbeit: Greg Gowans Foto: Oast House Archive / Geograph UK 

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