Die Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) ist in Deutschland im Jahr 2018 weiter stabil gewachsen – schwächelnden Konjunkturprognosen zum Trotz. 3,52 Mrd. KEP-Sendungen beförderten die KEP-Dienstleister – das entspricht einem Plus von 4,9 % und in Summe so vielen Sendungen wie nie zuvor. Im Schnitt wurden 12 Mio. Sendungen an bis zu 7 Mio. Empfänger pro Zustelltag befördert. Die Ergebnisse liefert die KEP-Studie 2019, die der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) heute in Berlin vorgestellt hat. Für das laufende Jahr ist mit einem Sendungszuwachs von bis zu 4,5 % zu rechnen.

Der Gesamtumsatz der KEP-Branche stieg auf 20,4 Mrd. Euro (+ 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr). 2018 arbeiteten in der KEP-Branche rund 238.600 Menschen, 9.000 mehr als im Vorjahr.

Vor allem B2C-Sendungen und internationale Paketsendungen trugen zum Wachstum bei: Es wurden 7,4 % mehr B2C-Sendungen im nationalen Paketmarkt verschickt. Die internationalen Paketsendungen konnten ein Wachstum von 9,2 % verzeichnen. Auch die nationalen B2B-Paketsendungen nahmen zu, wenn auch weniger stark: Ihr Plus liegt bei 0,4 %. Wesentlicher Treiber der steigenden Sendungsmengen ist vor allem der zunehmende nationale und grenzüberschreitende Online-Handel.

Zwei Wege, die Effizienz und Nachhaltigkeit zu steigern

Die KEP-Studie zeigt eindrucksvoll, dass die KEP-Branche für Menschen und Wirtschaft in Deutschland längst unerlässlich ist. Die Unternehmen entwickeln neue Wege für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit, die gleichzeitig den Service für Kunden steigern. Zwei besonders wirksame Hebel, die die Studie näher untersucht, sind klar geregelte Ladezonen und optimierte Verpackungen.

Ladezonen steigern in Städten gezielt die Effizienz auf der letzten Meile. Richtig genutzte Ladezonen lassen den Verkehr besser fließen, Zustellfahrzeuge müssen nicht mehr als Zweite-Reihe-Parker andere Fahrzeuge blockieren, wenn ihnen Ladezonen zur Verfügung stehen. Das spart Zeit und reduziert Staus, Schadstoffe und Stress für Autofahrer, Radfahrer und Zusteller. Aber auch bereits beim Verpacken der Sendungen ist es möglich, mit einfachen Ideen für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz zu sorgen. Hier sind die Versender am Zug. Viele von ihnen optimieren bereits bewusst Verpackungen und zeigen: Wird etwa das Volumen im Karton besser ausgenutzt, haben Zusteller im Fahrzeug mehr Platz für Sendungen. Neben der Einsparung von Material und Kosten wird also auch der Zustellprozess effizienter und somit umweltschonender. Das Potenzial beim Thema Verpackungsoptimierung ist groß und noch lange nicht erschöpft.

Dass die KEP-Dienste selbst in Zeiten schwächelnder Konjunktur unangefochten stabil gewachsen sind, ist ein Indiz dafür, dass ihr hochwertiger Service nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist. Dieser Verantwortung werden die Unternehmen mit immer neuen Zustelllösungen gerecht. Wichtig ist dabei aber auch, dass die Politik sich noch konsequenter für die Lösungen der KEP-Branche stark macht – zum Beispiel bei der Einrichtung von klar geregelten Ladezonen, Marten Bosselmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik.

Die KEP-Studie erscheint seit 2004 jährlich und wird von der KE-CONSULT Kurte&Esser GbR im Auftrag des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik erstellt. Sie zeigt ein aktuelles und umfassendes Bild der Marktentwicklung, der Trends und der wirtschaftlichen Bedeutung der gesamten KEP-Branche in Deutschland.

Foto: Renault Trucks

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