Die Gehälter der Fahrer aus dem Osten und Westen sind ausgeglichen – sagt Ferenc Lajkó, Chef von Waberer. Die Wettbewerbsfähigkeit der osteuropäischen Unternehmen, wie z.B. der von ihm gemanagte ungarische Logistikriese, resultiert nicht aus den niedrigeren Lohnkosten der Lkw-Fahrer.

Das Gebiet, auf dem Unternehmen aus dem Osten mit denen aus dem Westen konkurrieren können, sind „Produktivität, Effizienz, Kilometerlast, Flottenunterhaltskosten, Kaufkraft und eigene Netzwerke” – sagte Waberer im Interview für eurotransport.de.

Der Preisvorteil, der sich aus den Arbeitskosten ergab, bestand zum Zeitpunkt der EU-Erweiterung, als es in West- und Osteuropa eine deutliche Diskrepanz zwischen den Löhnen der Fahrer gab. Der Mangel an Fahrern in Westeuropa zwang jedoch die westeuropäischen Spedtitionsfirmen, in großem Umfang Fahrer aus Osteuropa zu wählen – gegen entsprechenden Lohn. Das führte zu einer rasanten und aggressiven Entwicklung der Fahrerlöhne in Osteuropa. Diese Entwicklung hat auch Waberer erfasst: Vor drei Jahren haben wir die Gehälter um 20% erhöht – sagt Lajkó.

Die Löhne sind sehr ähnlich geworden, so dass mit den Löhnen der Fahrer kein Wettbewerb mehr möglich ist. Unsere Konkurrenz basiert auf anderen Faktoren. Die Gehälter unserer Fahrer entsprechen dem, was ein ungarischer Fahrer im Westen verdienen könnte – fügt Lajkó hinzu.

Fahrer fehlen und Waberer wird immer stärker

Der Umsatz von Waberer stieg 2017 um ein Fünftel und das Betriebsergebnis um mehr als die Hälfte. Ferenc Lajkó sagte, dass er in diesem Jahr ein Wachstum auf dem Niveau vom letzten Jahr erwartet. Das Unternehmen plant, „organische und anorganische Frontlinien zu erweitern” und die Effizienz durch bessere Nutzung von Technologien und Daten sowie den Ausbau der Kundenbasis durch die Bereiche Auto-Moto und E-Commerce zu erhöhen.

Auf die Frage, wie er trotz des Mangels an Fahrern auf dem europäischen Markt Mitarbeiter finden könne, erklärt Lajkó:

Wir suchen Fahrer immer öfter in anderen Ländern. Waberer eröffnete ein Büro in Rumänien und begann, auch in Polen Fahrer zu beschäftigen. Das scheint eine vielversprechende Lösung zu sein. Der polnische Arbeitsmarkt ist viermal größer als der ungarische. Zusammenfassend, mit 10 Millionen Einwohnern in Ungarn, 20 Millionen Einwohnern in Rumänien und 40 Millionen Einwohnern in Polen, haben wir Zugang zu 70 Millionen Menschen. Wir könnten auch mit Rekrutierungen in den Balkanländern beginnen, aber aufgrund der Visabestimmungen ist es problematischer und wir erwägen auch, unser Engagement in der Ukraine zu verstärken.

Fot. Twitter.com/InstaFreight_en

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