Deutscher Logistikpreis geht erstmals an ein Schienenprojekt

Die höchste Branchenauszeichnung geht 2021 an die DB Cargo AG. Damit wurde zum ersten Mal ein Bahnprojekt von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) für den klimafreundlichen Güterkreislauf auf der Schiene zwischen Stahlwerk und Autobauern ausgezeichnet.

Deutscher Logistikpreis geht erstmals an ein Schienenprojekt
Foto: DB AG / Michael-Ernst Schmidt

Dieses Jahr sorgte der Deutsche Logistik-Kongress besonders für Erstaunen, denn als erstes Eisenbahnverkehrsunternehmen überhaupt holt DB Cargo mit der Transportlösung für die Stahlindustrie die höchste Branchenauszeichnung. Die Kooperationspartner von DB Cargo, Logserv und Cargoserv, wurden mit ausgezeichnet. Beide Unternehmen sind die Logistik-Töchter des Stahlherstellers Voestalpine AG. Die drei Partner hatten sich mit dem „Bayern-Shuttle“ beworben.

Die Kombination macht den Unterschied

Das ausgeklügelte Bayern-Shuttlesystem sorgt für einen CO₂-freien Güterkreislauf zwischen Linz und Bayern mit schwerem Stahl und Wertstoffen. So werden jährlich mehr als eine halbe Million Tonnen Güter bewegt. Der neue Kreislauf schont die Umwelt und die Fernstraßen.

Das besondere an dem Shuttelsystem ist das, dass die Ganzzüge mit Einzelwagen-Vorteilen verknüpft werden. Das hat die Jury der Bundesvereinigung Logistik (BVL) überzeugt.

Der Bayern-Shuttle zeigt deutlich den Umweltvorteil der Schiene. Das Tolle ist: Er lässt sich auch auf andere Branchen übertragen. Schon heute können wir jedem Kunden eine komplett CO2-freie Lieferkette für alle Güter anbieten“, lobt Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand Güterverkehr und CEO von DB Cargo, „eine tolle Teamleistung – mit klarem Blick auf die Bedürfnisse unserer Kunden.“

DB Cargo kombiniert mit dem Bayern-Shuttle die Schnelligkeit von Ganzzügen mit der Flexibilität von Einzelwagen. In einem werktäglichen Umlauf werden die Sendungen für drei Hersteller aus der Automobilindustrie kombiniert. Dazu kommt ein Konzept zum Einsatz, das ähnlich einem „Milkrun“ nach einem definierten Ablaufplan jeden der Empfangsorte anfährt und die jeweilige Wagengruppe dort absetzt. So vermeidet man für eine bestmögliche Klimabilanz sämtliche Leerläufe.

Mit dem Bayern-Shuttle werden täglich sieben Gleisanschlüsse mit zwei unterschiedlichen Güterwagengattungen mit volatilen Mengen ver- und entsorgt. Im Vergleich zum Straßentransport werden auf diese Weise rund 8.000 Tonnen an CO2 pro Jahr eingespart, so DB Cargo. Denn jeder Güterzug ersetze rund 52 LKW.

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