Letzte Woche präsentierte Deutsche Post DHL seine Ergebnisse für das erste Halbjahr 2020. Der Konzern scheint sich auch trotz der Corona-Krise gut zu schlagen. An dem Erfolg sollen diesmal auch die Mitarbeiter teilhaben, die im dritten Quartal einen Bonus ausgezahlt bekommen.

Die diesjährige Hauptversammlung der Deutschen Post AG fand virtuell statt. Die Aktionäre stimmten mehrheitlich der gegenüber dem Vorjahr unveränderten Ausschüttung einer Dividende von 1,15 Euro je Aktie zu. Die große Mehrheit hat auch die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Ernennung des Abschlussprüfers, die kapitalbezogenen Beschlüsse und Änderungen der Satzung angenommen.

Laut eigenen Angaben kommt der Konzern trotz Corona-Krise gut voran, deshalb ist CEO Frank Appel auch zuversichtlich, was die Ergebnisse im  laufenden Jahr und die mittelfristigen Finanzziele angeht.

Wir haben es geschafft, in vielen Bereichen die richtigen Maßnahmen umzusetzen.Die Deutsche Post DHL Group wird gestärkt aus dieser Krise hervorgehen, sagt der CEO des Konzerns.

Globalisierung ist nicht am Ende

Für 2020 erwartet DHL ein Betriebsergebnis zwischen 3,5 und 3,8 Milliarden Euro und für das Jahr 2022 und ein EBIT von rund 4,7 Milliarden bis über 5,3 Milliarden Euro. Das gute Ergebnis des Konzerns ist laut Appel auf das robuste Geschäftsmodell und eine klare strategische Ausrichtung zurückzuführen.

Die Strategie konzentriert sich auf die richtigen Themen: Globalisierung, E-Commerce, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Diese Trends sind in dieser Krisenzeit umso relevanter geworden oder beschleunigen sich aufgrund der Pandemie sogar rasant, so Appel.

Entgegen der Meinung vieler sieht Appel die Globalisierung als Lösung, da die Corona-Krise Corona die Bedeutung einer vernetzten Welt nochmal deutlich gemacht hat – sei es was die Forschung angeht oder den Gütertransport.

Die Auswirkungen der Pandemie wären ohne weltweiten Austausch erheblich schwerwiegender gewesen.Wir glauben nicht an ein Ende der Globalisierung.Im Gegenteil. Es ist zu wichtig. Und wir sind stolz darauf, es im Namen unserer Kunden zu ermöglichen. Niemand macht die Globalisierung besser als wir, sagt der Konzernchef.

E-Commerce wird wachsen, Digitalisierung wird beschleunigen

Ein beträchtliches Wachstumspotenzial sieht Appel im E-Commerce, das Unternehmern weiterhin Wachstumschancen bieten wird.

Wenn Sie eine überzeugende Idee haben, steht Ihnen der Weltmarkt offen. Das sind Milliarden potenzieller Kunden, sagte Appel.

Laut Appel hat die Pandemie auch die Digitalisierung beschleunigt. Daher will Deutsche Post DHL Group bis 2025 konsequent weiterhin Geld in die digitale Strategie investieren, aber auch den Focus auf Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel setzen.

Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus. Wir wollen unsere Emissionen auf Null reduzieren. Dies unterstützt auch unsere Kunden, da sie immer mehr auf umweltfreundliche Logistik angewiesen sind. Heutzutage haben Anbieter, die umweltfreundliche Logistik anbieten können, einen Wettbewerbsvorteil, so der CEO.

300 Euro für jeden Mitarbeiter

Mit den Finanzergebnissen für das erste Halbjahr 2020 zeigte sich Appel mehr als zufrieden. Alle fünf Geschäftsbereiche waren profitabel. Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um 3,1 Prozent auf 16,0 Milliarden und das Betriebsergebnis um 18,6 Prozent auf 912 Millionen Euro. Zurückzuführen sind die guten Ergebnisse hauptsächlich auf den Boom im E-Commerce.

Obwohl der Konzern zu Anfang der Pandemie seine Mitarbeiter mit keinem Bonus honorieren wollte, will der Konzern nun doch im dritten Quartal allen Mitarbeitern weltweit einen einmaligen in Höhe von Bonus von 300 Euro auszahlen.Darüber hinaus  hat der Verwaltungsrat für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 1,15 Euro je Aktie vorgeschlagen. Sollte die vorgeschlagene Dividende von den Aktionären genehmigt werden, würde der Konzern insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro an die Aktionäre auszahlen.

Neue Mitglieder im Aufsichtsrat

Auf der Agenda der Hauptversammlung war auch die Wahl von zwei neuen Aufsichtsratsmitgliedern. Die Amtszeit von Roland Oetker, Ehrenpräsident der DSW Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz eV endete zum Ende der Hauptversammlung. Werner Gatzer, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, trat hingegen im Februar dieses Jahres im Rahmen der Übernahme eines Aufsichtsratsmandats bei der Deutschen Bahn AG zurück.

An ihre Stelle wurden Lawrence A. Rosen, Finanzvorstand der Deutschen Post AG von 2009 bis 2016 mit 96,63 Prozent der Stimmen und Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen  mit 95,13 Prozent der Stimmen in den Aufsichtsrat der Deutschen Post AG gewählt.

Foto: Wikimedia

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