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Zwei Brüsseler Politiker beschlossen, die Nacht in einem Lastwagen zu verbringen, um zu sehen, was die Transportbranche wirklich braucht. Lieber spät als nie?

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments – Wim van de Camp, Berichterstatter für Fahr- und Ruheunterlagen, und Ismail Ertug, Berichterstatter für den Zugang zum Beruf und zum Straßenverkehrsmarkt, besuchten zusammen mit Matthias Maedge, dem Generalbevollmächtigten der IRU (Internationale Straßentransportunion) in Brüssel, eine der belgischen Parkanlagen. Van de Camp und Maedge übernachteten in den Kabinen des Lastwagens.

Die Abgeordneten wollten auf diese Weise praktische Kenntnisse über die Arbeit in der Branche gewinnen, bevor sie über das Mobilitätspaket abstimmten – heißt es in dem IRU-Meldung.

Mangel an angemessener Infrastruktur

Nach ihrem Besuch in Belgien betonten die Abgeordneten die dringende Notwendigkeit, Parkanlagen in ganz Europa zu verstärken. Ihrer Meinung nach ist die Kabine eines Lkw, die bequem ist, zusammen mit den entsprechenden Sanitär- und Gastronomieeinrichtungen eine Lösung, die der Industrie noch jahrzehntelang dienen kann.

Fahrer sollten nicht gezwungen werden, sich außerhalb von Lastwagen auszuruhen. Die Übernachtung in einem LKW ist jedoch nur dann eine echte Erholung, wenn sie am richtigen Ort stattfinden kann. Die Fahrer sollten die Möglichkeit haben, friedlich zu schlafen, wenn sie wissen, dass der Lkw auf einem sicheren Parkplatz steht – sagte Van de Camp (Bild unten).

Er gab auch zu, dass Lkw-Fahrern angemessene Hygiene- und Verpflegungsbedingungen geboten werden müssen. Es ist unsere Pflicht sicherzustellen, dass mehr Parkanlagen diese Kriterien erfüllen – betonte er.

Der Europaabgeordnete Ismail Ertug stellte auch fest, dass der Straßenverkehrssektor derzeit einem zunehmenden Mangel an Fahrern gegenübersteht und dass ein angemessenes und sicheres Arbeitsumfeld gewährleistet werden muss.

Sichere Parkplätze und Annehmlichkeiten sind eine der wichtigsten Voraussetzungen, um dieses Ziel zu erreichen. Wir müssen uns auf Bereiche konzentrieren, in denen wir eine echte Veränderung bewirken können und den Fahrern die Möglichkeit bieten, nach Hause zurückzukehren – fügte er hinzu.

Spätes Erwachen

Bald wird das Europäische Parlament über die wichtigsten Vorschriften für den Verkehr und seine Beschäftigten abstimmen – über die Entsenderichtlinie und das Mobilitätspaket. Matthias Maedge hofft, dass die Erfahrungen der Politiker und ihre Beobachtungen die Abgeordneten beeinflussen werden.

Wir wollen die Mitglieder unserer Organisation einbeziehen und gemeinsam mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments die Auswirkungen des Mobilitätspakets auf der Grundlage direkter Erfahrungen diskutieren. Diese Initiative und die fruchtbaren Diskussionen, die wir geführt haben, unterstrichen die Bedeutung einer angemessenen Infrastruktur und eines angemessen angepassten Rechtsrahmens für die Zukunft der Straßenverkehrsdienste, sagte der IRU-Delegierte.

Anmerkung der Redaktion:

Man muss zugeben, dass die Initiative der Abgeordneten und ihre Gründe richtig sind. Leider kommen sie zu spät. Die Europäische Kommission und die EU-Kommissarin für Verkehr, Violeta Bulc, sollten solche Aktivitäten in der Phase der Vorbereitung von Gesetzesänderungen beginnen, nicht erst vor der Umsetzung der überarbeiteten Entsenderichtlinie. Hoffentlich werden die Erfahrungen von Politikern aus Belgien den Kollegen des Europäischen Parlaments die Augen öffnen und sie auch zum Nachdenken über die Richtigkeit der eingeführten Vorschriften zwingen.

Fot: IRU

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