Bei dem Weltumrundungs-eActros 600 handelt es sich um ein 4x2-Pritschenfahrzeug, das Mitte April im Mercedes-Benz Werk Wörth am Rhein vom Band lief. (Quelle: Daimler Truck AG)

Mit dem E-LKW um die Welt: Reichen 80 Ladestopps für 45.000 Kilometer?

Lesezeit 4 Min.

45.000 Kilometer, mehr als 35 Länder und maximal 80 Ladevorgänge: Berufskraftfahrer Tobias Wagner will mit einem batterieelektrischen Mercedes eActros 600 erstmals die Erde umrunden. Die Tour dürfte vor allem zeigen, wie weit die Ladeinfrastruktur für schwere E-LKW außerhalb Europas tatsächlich entwickelt ist.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Der Berufskraftfahrer und Content Creator Tobias Wagner alias „Elektrotrucker“ plant gemeinsam mit Mercedes-Benz Trucks eine Weltumrundung mit einem batterieelektrischen Fernverkehrs-LKW.

Tobias Wagner alias “Elektrotrucker” plant die erste Weltreise mit einem batterieelektrischen Mercedes-Benz eActros 600. (Quelle: Daimler Truck AG)

Die Route soll laut Unternehmen über rund 45.000 Kilometer durch mehr als 35 Länder führen. Nach aktuellem Kenntnisstand wäre es die erste Weltreise mit einem vollelektrischen Fernverkehrs-LKW. Der Start ist für Herbst 2026 geplant, die Expedition soll rund ein Jahr dauern.

Weltreise als Praxistest

Im Mittelpunkt des Projekts steht weniger ein Rekordversuch als ein Infrastruktur- und Alltagstest für batterieelektrische Fernverkehrs-LKW.

Die Strecke führt bewusst auch durch Regionen mit schwacher Ladeinfrastruktur, langen Überlandstrecken und unterschiedlichen klimatischen Bedingungen.

„Der batterieelektrische Fernverkehr ist in Europa bereits heute in vielen Regionen gelebte Praxis“, erklärte Christian Wilz laut Unternehmensmitteilung.

Die Reise werde aber zugleich zeigen, „dass vielerorts noch die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden müssen“.

Serien-LKW wird zum Expeditionsfahrzeug

Zum Einsatz kommt ein serienmäßig produzierter eActros 600, der Mitte April im Werk Wörth gebaut wurde.

Das Fahrzeug erhält für die Reise unter anderem Zusatzscheinwerfer, eine mobile Ladeeinrichtung, Einzelbereifung und einen Wohnaufbau.

Für die Weltreise wird der Elektro-LKW speziell umgebaut. (Quelle: Daimler Truck AG)

Der eActros 600 verfügt laut Hersteller über mehr als 600 Kilowattstunden Batteriekapazität und erreicht im regulären Fernverkehr mit 40 Tonnen Gesamtzuggewicht rund 500 Kilometer Reichweite ohne Zwischenladen.

Da das Expeditionsfahrzeug leichter unterwegs sein wird als ein klassischer Fernverkehrs-LKW, dürfte die tatsächliche Reichweite höher ausfallen.

Fahrer bringt Erfahrung mit E-LKW mit

Tobias Wagner fährt seit mehreren Jahren batterieelektrische LKW im Fernverkehr und arbeitet bei der niedersächsischen Nanno Janssen Spedition.

Nach Angaben von Mercedes-Benz Trucks hat er bislang rund 200.000 Kilometer elektrisch im nationalen und internationalen Fernverkehr zurückgelegt, darunter Fahrten durch 22 europäische Länder.

Nach unzähligen Touren durch 22 Länder weiß ich: Der E-LKW im Fernverkehr funktioniert problemlos“, erklärte Wagner laut Mitteilung.

Die geplante Weltreise dürfte für die Branche vor allem deshalb interessant werden, weil sie unter realen Bedingungen zeigt, wo batterieelektrischer Fernverkehr heute bereits funktioniert – und wo die Infrastruktur noch klare Grenzen setzt.

Tobias Wagner ist LKW-Fahrer, Content Creator und Botschafter für batterieelektrische Logistik. Der 32-jährige Startup-Unternehmer aus Mühldorf am Inn, der sich die letzten Jahre mit dem Aufbau von Pkw-Ladeinfrastruktur beschäftigt hat, hat sich seit 2024 voll und ganz der elektrischen Logistik verschrieben. Mit der ersten Weltumrundung mit einem Elektro-Lkw möchte er der Nutzfahrzeugbranche nun demonstrieren, dass die wahren Grenzen der Technik – falls es diese überhaupt gibt – weit außerhalb Europas liegen. (Quelle: Daimler Truck AG)

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