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DGL greift bei insolventer Euba zu: 70 Lkw verstärken den eigenen Fuhrpark

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Aus der Insolvenz von Euba Logistic wird für die Deutsche Getränke Logistik ein strategischer Zukauf. DGL übernimmt im Rahmen eines Asset Deals wesentliche Teile des Geschäftsbetriebs, rund 70 Lkw und sichert etwa 120 Arbeitsplätze in Angermünde. Der Käufer stärkt damit nicht nur seine Getränkelogistik: Die zusätzlichen Kapazitäten sollen künftig auch für andere Industriekunden eingesetzt werden. Der Kaufpreis bleibt unter Verschluss.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Für den traditionsreichen Transportdienstleister Euba Logistic gibt es eine Fortführungslösung. Die Deutsche Getränke Logistik (DGL) hat im Rahmen eines Asset Deals wesentliche Teile des Geschäftsbetriebs übernommen. Der wirtschaftliche Übergang erfolgte nach Angaben von DGL zum 1. August 2026.

Zum übernommenen Bestand gehören demnach rund 70 Lkw. Gleichzeitig sollen etwa 120 Arbeitsplätze am Standort Angermünde erhalten bleiben.

Damit bekommt DGL nicht nur zusätzliches Transportgeschäft, sondern baut die eigenen Fuhrparkkapazitäten unmittelbar aus. Die neuen Ressourcen sollen die bereits bestehenden Aktivitäten der zur Gruppe gehörenden Borchers-Transportlogistik Nordwest ergänzen.

Über die finanziellen Konditionen der Transaktion machten die Beteiligten keine Angaben.

Hohe Kraftstoff- und Personalkosten brachten Euba unter Druck

Die wirtschaftlichen Probleme von Euba hatten sich nach Angaben aus dem Insolvenzverfahren vor allem durch deutlich gestiegene Kraftstoffkosten und höhere Personalausgaben verschärft. Hinzu kamen schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Transportmarkt.

Als das Amtsgericht Neuruppin Ende April die vorläufige Insolvenzverwaltung anordnete, beschäftigte Euba noch rund 145 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 18 Millionen Euro. Der operative Betrieb lief während des Verfahrens weiter.

Trans.iNFO hatte bereits im Frühjahr über die wirtschaftliche Schieflage des mehr als 76 Jahre alten Unternehmens berichtet. Damals wurde deutlich, dass vor allem die Kostenentwicklung die Liquidität des Spediteurs belastete.

Am 1. August 2026 wurde das Insolvenzverfahren schließlich wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Am selben Tag erfolgte der wirtschaftliche Übergang der übernommenen Betriebsteile an DGL.

Hinter DGL stehen Radeberger und Veltins

Interessant ist der Käufer auch wegen seiner Eigentümerstruktur. DGL ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Radeberger Gruppe und der Brauerei C. & A. Veltins und auf die Logistik für die Getränkewirtschaft und den Handel ausgerichtet.

Die Übernahme ist deshalb mehr als der Einstieg eines anderen Spediteurs bei Euba. Ein Logistikunternehmen aus dem Umfeld zweier großer deutscher Brauereigruppen erweitert gezielt seine eigenen Transportressourcen.

Nach Angaben von DGL sollen die zusätzlichen Kapazitäten insbesondere dazu beitragen, die Warenströme im Getränke-Großhandelsgeschäft langfristig abzusichern.

Für die bisherigen Euba-Kunden soll die Kontinuität der Auftragsabwicklung gewahrt bleiben. DGL-Chef Markus Rütters erklärte dazu:

Für die Bestandskunden der Euba Logistic bedeutet der Investoreneinstieg absolute Verlässlichkeit. Die gewohnte Kontinuität in der Auftragsabwicklung bleibt gewahrt, während die Kunden gleichzeitig vom erweiterten Netzwerk und der wirtschaftlichen Stärke der DGL-Gruppe profitieren.“

Die 70 Lkw sollen nicht nur Getränke fahren

Der strategisch interessantere Teil des Deals reicht allerdings über die Getränkelogistik hinaus.

DGL will die übernommenen Kapazitäten nach eigenen Angaben künftig auch für weitere Industriezweige einsetzen. Das soll helfen, saisonale Schwankungen im angestammten Geschäft besser auszugleichen.

Gerade darin liegt der wirtschaftliche Hebel des Zukaufs: Getränkelogistik ist stark von saisonalen Ausschlägen geprägt. Zusätzliche Kunden aus anderen Branchen können dazu beitragen, Fahrzeuge und Personal außerhalb der Spitzenzeiten besser auszulasten.

DGL übernimmt mit Euba damit nicht einfach zusätzliche Lkw für bestehende Getränketransporte, sondern schafft sich Spielraum, das eigene Speditionsgeschäft breiter aufzustellen.

Asset Deal statt klassischer Übernahme

DGL übernimmt Euba nicht als Gesellschaft, sondern wesentliche Vermögenswerte und Betriebsteile im Rahmen eines Asset Deals. Welche weiteren Bestandteile neben dem Fuhrpark zum Paket gehören und wie die übernommene Struktur künftig organisatorisch eingebunden wird, haben die Beteiligten bislang nicht im Detail offengelegt. Auch der Kaufpreis bleibt vertraulich.

Für Euba endet damit die Unsicherheit über die Fortführung eines großen Teils des operativen Geschäfts. DGL wiederum nutzt die Insolvenz, um die eigenen Transportaktivitäten gezielt zu erweitern und zugleich neue Einsatzfelder jenseits der Getränkelogistik zu erschließen.

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