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Neue Firmen im deutschen Transportsektor – während EU-weit die Insolvenzen Rekordniveau erreichen

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Im deutschen Transport- und Lagersektor werden weiter mehr Unternehmen registriert. Der entsprechende Eurostat-Index stieg im zweiten Quartal 2026 um 2,8 Prozent und damit stärker als zu Jahresbeginn. Gleichzeitig verschärft sich die Insolvenzentwicklung auf europäischer Ebene deutlich. Für Deutschland fehlt allerdings ausgerechnet für das zweite Quartal der aktuelle Insolvenzwert.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Zahl der Unternehmensregistrierungen im deutschen Bereich Verkehr und Lagerei ist im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen. Nach den jüngsten, saison- und kalenderbereinigten Daten von Eurostat erhöhte sich der Registrierungsindex gegenüber dem ersten Quartal um 2,8 Prozent auf 115,5 Punkte. Die Vergleichsbasis bildet der Durchschnitt des Jahres 2021 mit einem Indexwert von 100.

Damit setzt sich die seit Ende 2024 weitgehend aufwärtsgerichtete Entwicklung fort. Im vierten Quartal 2024 hatte der deutsche Index noch bei 104,8 Punkten gelegen, ein Jahr später bei 109,9 Punkten. Im ersten Quartal 2026 folgte ein Anstieg auf 112,4 Punkte, bevor im zweiten Quartal 115,5 Punkte erreicht wurden.

Quartal Registrierungsindex (2021 = 100) Veränderung zum Vorquartal
Q1 2025 108,5 +3,5 %
Q2 2025 108,5 0,0 %
Q3 2025 109,4 +0,8 %
Q4 2025 109,9 +0,5 %
Q1 2026 112,4 +2,3 %
Q2 2026 115,5 +2,8 %

Quelle: Eurostat, sts_rb_q; saison- und kalenderbereinigte Daten. Die deutschen Werte werden von Eurostat als imputierte Werte („i“) gekennzeichnet.

Mehr Registrierungen – aber nicht automatisch mehr aktive Unternehmen

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Jahresvergleich. Im zweiten Quartal 2025 lag der Index bei 108,5 Punkten. Ein Jahr später sind es 115,5 Punkte – rechnerisch entspricht dies einem Anstieg von rund 6,5 Prozent.

Datenquelle Eurostat / Grafik KI-generiert

Die Zahlen sollten allerdings nicht mit tatsächlichen Unternehmensgründungen oder Markteintritten gleichgesetzt werden. Eurostat erfasst in dieser Statistik Unternehmensregistrierungen. Eine Registrierung bedeutet nicht zwangsläufig, dass das betreffende Unternehmen seine wirtschaftliche Tätigkeit bereits aufgenommen hat.

Hinzu kommt eine für die Interpretation wichtige Einschränkung: Die deutschen Werte sind in der Eurostat-Datenbank mit „i“ gekennzeichnet. Nach der Definition der Statistik handelt es sich dabei um Werte, die von Eurostat oder einer anderen datenliefernden Stelle imputiert wurden. Gerade kleinere Veränderungen sollten daher nicht überinterpretiert werden.

Bei den Insolvenzen fehlt Deutschland der aktuelle Wert

Ein vollständiges Bild der deutschen Branchenentwicklung lässt sich für das zweite Quartal derzeit nicht zeichnen. Während Eurostat bereits Registrierungsdaten für Deutschland ausweist, fehlt für Insolvenzanträge im zweiten Quartal 2026 ein deutscher Wert.

Der zuletzt verfügbare saison- und kalenderbereinigte Insolvenzindex für Verkehr und Lagerei sank im ersten Quartal 2026 um 9,1 Prozent auf 136,0 Punkte. Im vierten Quartal 2025 hatte er noch bei 149,6 Punkten gelegen.

Dieser Rückgang folgte allerdings auf eine Phase deutlich höherer Werte: Im zweiten Quartal 2025 war der deutsche Insolvenzindex gegenüber dem Vorquartal um 12,7 Prozent auf 139,5 Punkte gestiegen. Im dritten Quartal erreichte er 141,7 und im vierten Quartal 149,6 Punkte.

Datenquelle Eurostat / Grafik KI-generiert

Ob die Entspannung des ersten Quartals 2026 anschließend anhielt oder sich die Entwicklung wieder drehte, lässt sich mit dem derzeitigen Eurostat-Datensatz für Deutschland noch nicht beantworten.

EU-weit erreichen Transportinsolvenzen einen neuen Höchststand

Gerade diese Datenlücke ist bemerkenswert, weil die europäische Entwicklung im zweiten Quartal deutlich nach oben zeigt. Nach Angaben von Eurostat nahmen die Insolvenzanträge im Bereich Verkehr und Lagerei in der EU gegenüber dem ersten Quartal um 11,4 Prozent zu.

Der saisonbereinigte EU-Index stieg von rund 233 auf 259,5 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Eurostat-Zeitreihe im Jahr 2015.

Auch im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft fällt der Transportsektor auf. Über alle betrachteten Wirtschaftsbereiche hinweg erhöhten sich die Insolvenzanträge in der EU im zweiten Quartal um 5,7 Prozent. Der Zuwachs im Bereich Verkehr und Lagerei fiel damit etwa doppelt so hoch aus. Unter den von Eurostat betrachteten Wirtschaftsbereichen verzeichnete die Branche den zweithöchsten Anstieg.

Die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten sind allerdings erheblich. Besonders starke Zuwächse gegenüber dem Vorquartal weist Eurostat unter anderem für Luxemburg mit 168,7 Prozent, Griechenland mit 54,5 Prozent, Lettland mit 43,1 Prozent, die Niederlande mit 30,4 Prozent und Rumänien mit 26,3 Prozent aus. Rückgänge gab es dagegen beispielsweise in der Slowakei mit 34,1 Prozent, Estland mit 33,4 Prozent und Polen mit 16,4 Prozent.

Datenquelle Eurostat / Grafik KI-generiert

Vor allem bei kleineren Märkten sind solche prozentualen Ausschläge mit Vorsicht zu lesen: Bei einer niedrigen Zahl von Fällen können bereits vergleichsweise geringe absolute Veränderungen hohe Veränderungsraten verursachen.

Was die Statistik über den deutschen Straßengüterverkehr aussagt – und was nicht

Für Transportunternehmen ist noch eine weitere Abgrenzung entscheidend. Die Eurostat-Kategorie NACE H „Verkehr und Lagerei“ bildet nicht ausschließlich den Straßengüterverkehr ab.

Dazu gehören neben dem Güter- und Personenverkehr auf der Straße unter anderem Schienen-, Schiffs- und Luftverkehr, Lagerhaltung und unterstützende Verkehrsdienstleistungen sowie Post- und Kurierdienste. Aus den Zahlen lässt sich deshalb keine Insolvenzquote deutscher Lkw-Speditionen oder Straßengüterverkehrsunternehmen ableiten. Auch ein Insolvenzantrag bedeutet nach der Eurostat-Methodik nicht zwangsläufig, dass ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit unmittelbar einstellt.

Mitarbeit: Pölös Zsófia

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