Die Zahl der Unternehmensregistrierungen im deutschen Bereich Verkehr und Lagerei hat im zweiten Quartal 2026 erneut zugelegt. Nach den jüngsten saison- und kalenderbereinigten Daten von Eurostat stieg der Index von 112,4 Punkten im ersten Quartal auf 115,5 Punkte im zweiten Quartal.
Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Auch im Jahresvergleich zeigt die Kurve nach oben. Im zweiten Quartal 2025 lag der Index bei 108,5 Punkten. Binnen zwölf Monaten ergibt sich damit ein Anstieg von rund 6,5 Prozent.
| Quartal | Registrierungsindex (2021 = 100) | Veränderung zum Vorquartal |
|---|---|---|
| Q1 2025 | 108,5 | +3,5 % |
| Q2 2025 | 108,5 | 0,0 % |
| Q3 2025 | 109,4 | +0,8 % |
| Q4 2025 | 109,9 | +0,5 % |
| Q1 2026 | 112,4 | +2,3 % |
| Q2 2026 | 115,5 | +2,8 % |
Quelle: Eurostat, sts_rb_q; saison- und kalenderbereinigte Daten. Die deutschen Werte werden von Eurostat als imputierte Werte („i“) gekennzeichnet.
Neuanmeldungen ziehen seit Ende 2024 an
Der Aufwärtstrend ist inzwischen über mehrere Quartale sichtbar. Ende 2024 lag der Index noch bei 104,8 Punkten. Seitdem ist er schrittweise auf 115,5 Punkte gestiegen.
Deutschland entwickelt sich damit dynamischer als die EU insgesamt. Dort gingen die Unternehmensregistrierungen über alle betrachteten Wirtschaftsbereiche im zweiten Quartal 2026 um 0,5 Prozent zurück.
Die deutschen Daten beziehen sich allerdings auf die Eurostat-Kategorie NACE H – Verkehr und Lagerei. Diese umfasst nicht nur den Straßengüterverkehr, sondern unter anderem auch Schienen-, Schiffs- und Luftverkehr, Lagerhaltung, unterstützende Verkehrsdienstleistungen sowie Post- und Kurierdienste.
Die Zahlen können deshalb nicht als direkte Aussage über neue Speditionen oder Straßengüterverkehrsunternehmen gelesen werden.

Datenquelle Eurostat / Grafik KI-generiert
EU-weit steigen Transportinsolvenzen deutlich
Während die Registrierungen in Deutschland zulegen, zeigt die europäische Insolvenzstatistik eine deutlich angespanntere Entwicklung.
Nach Angaben von Eurostat stiegen die Insolvenzerklärungen im Bereich Verkehr und Lagerei in der EU im zweiten Quartal 2026 um 11,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Der saisonbereinigte EU-Index erhöhte sich von rund 233 auf 259,5 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015.
Zum Vergleich: Über alle betrachteten Wirtschaftsbereiche hinweg nahmen die Insolvenzerklärungen in der EU im zweiten Quartal um 5,7 Prozent zu. Der Transport- und Lagersektor verzeichnete damit einen rund doppelt so starken Anstieg wie die Gesamtwirtschaft.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten sind erheblich. Besonders hohe Zuwächse meldet Eurostat unter anderem für Luxemburg, Griechenland, Lettland, die Niederlande und Rumänien. Rückgänge gab es dagegen beispielsweise in der Slowakei, Estland und Polen.
Vor allem bei kleineren Märkten sollten starke Prozentveränderungen mit Vorsicht interpretiert werden, weil bereits wenige zusätzliche Fälle zu hohen Ausschlägen führen können.

Datenquelle Eurostat / Grafik KI-generiert
Deutschland war zu Jahresbeginn rückläufig
Für Deutschland weist Eurostat zuletzt für das erste Quartal 2026 einen Insolvenzindex von 136,0 Punkten aus. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 entsprach das einem Rückgang von 9,1 Prozent.
Zuvor war der Index allerdings deutlich gestiegen: von 123,8 Punkten im ersten Quartal 2025 auf 149,6 Punkte im vierten Quartal.
Für das zweite Quartal 2026 liegt in der aktuellen Eurostat-Reihe noch kein deutscher Wert vor. Deshalb lässt sich derzeit nicht beurteilen, ob sich der Rückgang zu Jahresbeginn fortgesetzt hat oder ob Deutschland der europäischen Entwicklung gefolgt ist.

Datenquelle Eurostat / Grafik KI-generiert
Mehr Registrierungen bedeuten nicht automatisch mehr aktive Unternehmen
Auch die Registrierungszahlen selbst sollten nicht überinterpretiert werden.
Eurostat erfasst die formale Registrierung eines Unternehmens. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die betreffende Firma ihre wirtschaftliche Tätigkeit bereits aufgenommen hat.
Umgekehrt führt auch eine Insolvenzerklärung nicht automatisch dazu, dass ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit sofort einstellt.
Hinzu kommt, dass die deutschen Werte in der Eurostat-Datenbank mit dem Hinweis „i“ gekennzeichnet sind. Sie wurden demnach von Eurostat oder einer datenliefernden Stelle imputiert.
Deutschland zeigt vorerst mehr Bewegung auf der Eintrittsseite
Die verfügbaren Zahlen zeichnen damit ein differenziertes Bild.
In Deutschland nimmt die Zahl der Unternehmensregistrierungen im Bereich Verkehr und Lagerei weiter zu. Gleichzeitig verschärft sich auf europäischer Ebene die Insolvenzlage im selben Wirtschaftszweig deutlich.
Für den deutschen Markt ist damit vor allem eines klar: Der Zustrom neuer Unternehmen bleibt dynamisch. Ob sich diese Entwicklung mit einer stabileren wirtschaftlichen Lage der bestehenden Unternehmen verbindet, lässt sich aus den aktuellen Eurostat-Daten noch nicht ableiten.
Lesetipp:
Mitarbeit: Pölös Zsófia








