Dem gingen mehrere erfolglose Anläufe und wochenlange Gespräche voraus. Der Verwaltungsrat von SEGRO will die Transaktion nun einstimmig zur Annahme empfehlen.
Abgeschlossen ist die Transaktion allerdings noch nicht. Erforderlich sind unter anderem die Zustimmung der SEGRO-Aktionäre, eine gerichtliche Bestätigung, regulatorische Freigaben sowie weitere übliche Vollzugsbedingungen. Prologis rechnet damit, die Übernahme in der ersten Hälfte 2027 finalisieren zu können.
Mehr Fläche in Europa: Portfolio soll um 47 Prozent wachsen
Nach Angaben von Prologis würde der Konzern nach dem Zusammenschluss weltweit Vermögenswerte in Höhe von rund 269 Milliarden US-Dollar verwalten.
In Europa würde das operative Portfolio von Prologis um 47 Prozent auf etwa 368 Millionen Quadratfuß wachsen. Das entspricht rund 34,2 Millionen Quadratmetern.
Hinzu käme eine gemeinsame Entwicklungspipeline in Europa von dreizehn Millionen Quadratfuß. Auch die europäische Flächenreserve („Landbank“) von Prologis würde deutlich zulegen – um 126 Prozent. Damit hätte das Unternehmen spürbar mehr Spielraum, neue Logistikparks, Lagerstandorte, Rechenzentren und Energieinfrastruktur zu entwickeln.
SEGRO besitzt oder verwaltet derzeit rund 10,9 Millionen Quadratmeter Fläche im Vereinigten Königreich und in Kontinentaleuropa. Zum Portfolio gehören große Logistikparks, urbane Lagerhäuser sowie Industrieimmobilien in wichtigen Märkten – darunter das Vereinigte Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und die Niederlande.
Besonders stark ist SEGRO im Großraum London und im Südosten Englands vertreten. Dort sind geeignete Logistikflächen knapp, und Einschränkungen bei der Entwicklung machen verfügbare Standorte besonders wertvoll.
Aktienkomponente plus Bar-Option: So sieht das Angebot für SEGRO-Aktionäre aus
Nach den vereinbarten Konditionen sollen SEGRO-Aktionäre für jede gehaltene SEGRO-Aktie 0,092 neu ausgegebene Prologis-Aktien erhalten.
Zusätzlich ist eine teilweise Bar-Alternative vorgesehen – bis zu rund 3,5 Milliarden britische Pfund. Der Basis-Baranteil entspricht 25 Prozent der Gegenleistung. Aktionäre können – innerhalb des gesamten Bar-Limits – einen höheren oder niedrigeren Anteil beantragen.
Das Angebot bewertet eine SEGRO-Aktie (vor zulässigen Dividenden) mit rund 1.031,7 Pence. SEGRO-Aktionäre könnten zudem eine Zwischendividende von bis zu 10,14 Pence je Aktie sowie eine Schlussdividende von bis zu 22,56 Pence je Aktie behalten, sofern diese vor Abschluss der Transaktion ausgezahlt werden.
Unter Einbeziehung dieser Dividenden könnte der Gesamtwert auf rund 14,3 Milliarden britische Pfund steigen.
Nach Vollzug der Übernahme sollen die bisherigen SEGRO-Aktionäre etwa 8,9 Prozent am vergrößerten Unternehmen halten.
Prologis will außerdem eine Zweitnotierung seiner Aktien an der London Stock Exchange anstreben. Die Zustimmung zu diesem Schritt zählt zu den Bedingungen für den Abschluss der Transaktion.
Mehrere Anläufe – jetzt deutlich bessere Konditionen
Prologis hatte sein Interesse an SEGRO erstmals im Juni öffentlich gemacht und damals eine reine Aktientransaktion vorgeschlagen. Die Offerte bewertete das britische Unternehmen mit rund 12,6 Milliarden britischen Pfund.
SEGRO lehnte ab – mit der Begründung, der Vorschlag spiegele den Unternehmenswert und das Entwicklungspotenzial nicht ausreichend wider. Danach folgten weitere Vorschläge, während mehrere große Anteilseigner beide Seiten zu weiteren Verhandlungen drängten.
Die nun vereinbarten Bedingungen liegen spürbar über dem ersten Angebot. Laut Reuters entspricht die Offerte einem Aufschlag von rund 42 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von SEGRO am 23. Juni – also am Tag vor der öffentlichen Bekanntgabe des Interesses von Prologis.
Mit der Übernahme würden zwei der größten Eigentümer von Logistik- und Industrieimmobilien in Europa unter einem Dach zusammenkommen.
Prologis erwartet, dass das größere Netzwerk nicht nur das klassische Lager- und Logistikgeschäft stützt, sondern auch Wachstum in Energie- und digitaler Infrastruktur ermöglicht. Beide Unternehmen engagieren sich zunehmend bei Rechenzentrumsprojekten. Gleichzeitig bauen Anbieter von Logistikimmobilien ihre Rolle bei Solaranlagen auf Dächern, Batteriespeichern und Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge aus.








