Volvo Group

Europäischer Logistikkonzern richtet den Blick auf die USA. Parallele Investitionen in Polen

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Der europäische Logistikkonzern HayWay Group nimmt seine operative Tätigkeit in den Vereinigten Staaten auf. Der Einstieg in den neuen Markt wird mit einer Bestellung von mehreren Dutzend Volvo VNL-Sattelzugmaschinen eingeläutet, die für Langstreckenverkehre zwischen Kalifornien und New York vorgesehen sind. Die Expansion beschränkt sich jedoch nicht auf Investitionen in Nordamerika, auch die polnische Gesellschaft der Gruppe, SIS Trans, hat in diesem Jahr eine umfangreiche Flottenbestellung aufgegeben. Das zeigt, dass das Wachstum der Gruppe parallel in mehreren Märkten voranschreitet.

Die Expansion der HayWay Group ist ein Beispiel dafür, dass europäische Betreiber zunehmend über den Kontinent hinaus aktiv werden. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um einen einmaligen Vertrag, sondern um einen Teil einer langfristigen Strategie zur Entwicklung der Flotte und der operativen Aktivitäten auf beiden Seiten des Atlantiks. Die Gruppe plant, die Zahl der Fahrzeuge bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich zu erhöhen, wobei das in Polen tätige Unternehmen weiterhin eines der wichtigsten Bindeglieder bleibt.

80 Sattelzugmaschinen als Start für den Betrieb in den USA

Trucks North America hat eine Bestellung über 80 Volvo VNL 860 Sleeper-Sattelzugmaschinen bekannt gegeben, die von HayWay Logistics, einem Unternehmen der HayWay Group, aufgegeben wurde. Dies ist der erste Flotteneinsatz der Gruppe in den USA und zugleich der formale Start der operativen Tätigkeit in diesem Markt.

Die neue Flotte wird den Langstreckenverkehr von Küste zu Küste abwickeln und LTL-Sendungen zwischen Südkalifornien und New York für einen großen Onlinehändler transportieren. Der nordamerikanische Hauptsitz der Gruppe befindet sich im Bundesstaat Wyoming.

Langfristige Pläne: 1,4 Tausend Fahrzeuge bis 2029

Die Ankündigung zeigt, dass die Ambitionen der HayWay Group weit über die aktuelle Bestellung hinausgehen. Gemeinsam mit Trucks und Financial Services plant die Gruppe, ihre Flotte bis 2029 auf 1,4 Tausend Fahrzeuge zu erweitern, um ihre Position als wachsender Logistikbetreiber auf dem US-Markt zu stärken.

Vertreter des Lkw-Herstellers betonen, dass der Eintritt des europäischen Kunden in den US-Markt auf jahrelanger Zusammenarbeit beruht, die zuvor in Europa stattgefunden hat.

„Amerikanischer Traum“ in der Praxis

Die Entscheidung für den Eintritt in den US-Markt kommentierte HayWay-Group-CEO Artur Lewandowski und verband sie nicht nur mit dem Geschäft, sondern auch mit persönlicher Motivation:

„Für mich persönlich ist dieser Schritt die Verkörperung des amerikanischen Traums in der Praxis: etwas Neues aufzubauen, kluge Risiken einzugehen und langfristig zu investieren“.

Wie er betonte, setzt die Gruppe seit Jahren auf Technologien, die Sicherheit und Effizienz verbessern, und der Start des US-Geschäfts mit einer VNL-Flotte soll eine natürliche Fortsetzung dieser Strategie sein.

Ein polnisches Unternehmen innerhalb der Konzernstruktur

Aus Sicht des polnischen Marktes ist wichtig, dass zur HayWay Group auch SIS Trans (SIS Sp. z o.o.) gehört, das in Polen tätig ist. Das Unternehmen hat zudem 2026 eine Bestellung für eine neue Flotte aufgegeben – 150 Volvo FH Aero-Sattelzugmaschinen, beauftragt in Zusammenarbeit mit Trucks Poland.

Das zeigt, dass das Wachstum der Gruppe nicht ausschließlich auf die Expansion ins Ausland ausgerichtet ist, sondern parallel in mehreren Märkten voranschreitet. Das polnische Unternehmen bleibt ein wichtiger Bestandteil des europäischen operativen Rückgrats.

Eine kohärente Flottenstrategie auf beiden Seiten des Atlantiks

Auch wenn die Ankündigung des Herstellers viele technische Details zu den Spezifikationen der für den US-Markt vorgesehenen Fahrzeuge enthält, ist die zentrale Aussage eine andere. Die HayWay Group baut konsequent eine kohärente Flottenstrategie auf – basierend auf der Zusammenarbeit mit einem einzigen Lieferanten und einer schrittweisen Skalierung des Betriebs.

Für die Transportbranche in Polen ist dies ein weiteres Beispiel dafür, dass lokale Unternehmen zunehmend Teil internationaler Strukturen werden, die nicht nur Transporte in Europa durchführen, sondern auch mutig in die wettbewerbsintensivsten Märkte der Welt eintreten.

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